Im chicen „Hausfrauen-Porsche“ gehen Wilhelm Blomenkemper und Enkel Janis auf Tour

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Als „Hausfrauen-Porsche“ und „Sekretärinnen-Ferrari“ wurde der VW Karmann-Ghia tituliert. Weder Hausmann noch Sekretär war er: Wilhelm Blomenkemper war Kfz-Mechaniker und ist Oldtimerfan.

Lünen

, 31.12.2018, 15:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 1978 ist Wilhelm Blomenkemper stolzer Besitzer des legendären Volkswagens, der bei Karmann in Osnabrück gebaut wurde.

Im chicen „Hausfrauen-Porsche“ gehen Wilhelm Blomenkemper und Enkel Janis auf Tour

Volle Kraft voraus! Aber Vorsicht. Vorne befindet sich im VW Karmann-Giha von Wilhelm Blomenkemper nicht der Motor, sondern der Kofferraum. © Michael Blandowski

„Ich bin erst der zweite Besitzer des Fahrzeuges. Nachdem ein Kunde den Wagen in meiner früheren Werkstatt zur Reparatur brachte und die Rechnung nicht begleichen konnte, hatte ich mich entschlossen, dem Kunden das Gefährt einfach abzukaufen. Mittlerweile hat der Wagen schon 138.000 Kilometer gelaufen und wie es sich für VW gehört, er läuft und läuft“, so Blomenkemper.

Zündschloss direkt an der Schaltung

Viergangschaltung, einfache Bedienung der Innenelemente, knallige rote Farbe, analoges Ukw-Radio, ein 1,2 Liter-Motor mit 34 PS unter der Haube und einfache Stahlfelgen auf den Reifen lassen keine Spuren von Luxus erkennen.„Das Zündschloss ist direkt an der Schaltung.

Im chicen „Hausfrauen-Porsche“ gehen Wilhelm Blomenkemper und Enkel Janis auf Tour

Ein nostalgischer Blick in den Innenraum des VW Karmann-Giha, Baujahr 1963, von Wilhelm Blomenkemper. © Michael Blandowski

Eine Besonderheit. Man kann sozusagen mit dem Schlüssel die Gänge sperren. Es wird der Rückwärtsgang eingelegt und somit kann nichts mehr passieren. Einen besseren Diebstahlschutz gibt es einfach nicht“, erklärte Wilhelm Blomenkemper bei einem Rundgang um seinen geschichtsträchtigen VW.

Im chicen „Hausfrauen-Porsche“ gehen Wilhelm Blomenkemper und Enkel Janis auf Tour

Der VW Karmann-Giha hat unter der Haube 34 PS. © Foto: Michael Blandowski

Da das Fahrwerk des VW Karmann-Ghia dem legendären VW-Käfer gleicht, befindet sich der Motor hinten, dazu ein integrierter Koffergepäckträger hinten auf dem Deckel inklusive. Vorne, eigentlich das Zuhause für den Motor, verfügt der Wagen über einen durchaus großen Kofferraum. Das Reserverad sowie die Wischwaschanlage vereinnahmen jedoch einen Löwenanteil an Platz.

„Mit meinem VW mache ich eigentlich nur noch Fahrten im Sommer. Entweder ins Grüne oder zu Oldtimertreffen in die Umgebung. Ansonsten bleibt der Oldtimer in meiner Garage“, so Wilhelm Blomenkemper.

Enkel hat auch Benzin im Blut

Mit dem fünfjährigen Enkel Janis hat Opa bereits einen möglichen späteren Abnehmer seines Autos. „Jetzt fährt er immer noch auf dem Rücksitz mit. Später, wenn er seinen Führerschein hat, möchte mein Enkel das Auto gerne übernehmen. Er hat sozusagen auch schon Benzin im Blut“, so der frühere Lüner Schützenkönig des Vereins 1332 mit einem Augenzwinkern.

Der Wackeldackel sowie die obligatorische Toilettenrolle auf der Ablage, direkt hinter der Heckscheibe, eine Tradition aus der Vergangenheit, gehören wie eine Selbstverständlichkeit zum Inventar des Oldtimers.

Wir stellen in unserer Serie Oldtimer und ihre Besitzer aus Lünen vor. Wenn Sie auch ein altes Schätzchen in der Garage oder der Scheune stehen haben, melden Sie sich gerne bei uns: lokalredaktion.luenen@ruhrnachrichten.de
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