Blumenbauer Ferdinand Schulze Froning aus Werne hat mit seiner Frau Johanna in Lünen ein Blumenfeld zum Selbstpflücken angelegt. Zurzeit sprießen dort Narzissen und Tulpen, später folgen Sonnenblumen, Dahlien und Gladiolen. © Quiring-Lategahn
Neues Geschäftsmodell

Hunderte Tulpen: Lüner Blumenfeld ist ein Paradies für Selbstpflücker

Narzissen und Tulpen blühen an der Gahmener Straße. Blumen zum Selbstpflücken bietet dort Agrarbetriebswirt Ferdinand Schulze Froning an. Im Herbst hat er mehrere tausend Zwiebeln gesteckt.

Bunte Farbtupfer in langen Reihen prägen das Bild an der Gahmener Straße in Lünen. Auf einem halben Hektar Feld hat Agrarbetriebswirt Ferdinand Schulze Froning (30) mit seiner Frau Johanna (27) aus Werne Blumen zum Selbstpflücken angebaut. Narzissen und Tulpen sind die ersten Frühlingsboten, die sich Blumenfreunde dort in die heimische Vase holen können. Mehrere Sorten Narzissen sprießen, Tulpen kommen in vielen Farben und Variationen aus der Erde. Dafür hat der Blumenbauer im Herbst mehrere tausend Zwiebeln gesteckt. Die Sorten sind so gewählt, dass sie bis Anfang Mai zu verschiedenen Zeiten blühen. Blumenfreunde können sich so immer wieder Nachschub pflücken. Narzissen kosten 30 Cent pro Stück, Tulpen 50 Cent.

Trend zu regionalen Produkten

Das Feld an der Gahmener Straße ist eins von elf in Hamm, Dortmund und dem Kreis Unna, mit denen Ferdinand Schulze Froning auf einen Trend setzt: Produkte aus der Region sind gefragt. Auch bei Blumen schätzen Kunden Vielfalt direkt vor der Haustür. Erst im vergangenen Jahr hat Schulze Froning das Feld in Lünen zum Selbstpflücken gepachtet und dort Ferdinands Blumenparadies angelegt. Vorher ist dort jahrelang Getreide angebaut worden. Jetzt stehen die Blumen in Knospe und Blüte. Bis Ende Oktober kommen noch Sonnenblumen, Gladiolen und Dahlien dazu.

Tulpen frisch vom Feld: Blumenbauer Ferdinand Schulze Froning kommt mit seiner Idee in Lünen gut an.
Tulpen frisch vom Feld: Blumenbauer Ferdinand Schulze Froning kommt mit seiner Idee in Lünen gut an. © Quiring-Lategahn © Quiring-Lategahn

Die Nachfrage ist da. Täglich machen dort Kunden Halt, die individuell ihre Sträuße zusammenstellen. „Ich hole die immer, weil sie frisch sind“, sagt ein Lüner. So müsse er sich in Corona-Zeiten nicht im Laden in die Schlange stellen. Seit 14 Tagen hat Schulze Froning an der Gahmener Straße seine Kasse installiert. Auch kleine Messerchen finden die Kunden dort vor. Damit können sie die Blumen direkt abschneiden.

Bezahlen ist Vertrauenssache

Blumenpflücken und auch das anschließende Bezahlen ist Vertrauenssache. Ob die Kunden auch wirklich den vollen Preis einwerfen, kann der Blumenbauer nur abschätzen. Die Lüner erlebt Schulze Froning als „sehr ehrlich“, wenn er die Kasse leert. Bei den Messern allerdings musste er für die neue Saison insgesamt 500 nachkaufen. Er geht davon aus, dass die kleinen Werkzeuge einfach verloren gehen, wenn ganze Familien zum Pflücken kommen.

Leben kann der junge Landwirt von dem Modell noch nicht. Seine Zukunft stellt er sich aber schon als Blumenbauer vor. Dafür müsste er aber noch mehr Felder zum Blühen bringen. Zurzeit sind sie für ihn ein weiteres Standbein. Denn er ist im Nebenerwerb weiterhin in der Landwirtschaft tätig. „Ich habe lange über diesen Schritt nachgedacht“, berichtet er. 2018 habe Schulze Froning mit 1000 Quadratmetern auf dem heimischen Hof in Werne begonnen und das Projekt ein Jahr später breiter aufgestellt. Auf einigen Feldern habe er auch schon Pfingstrosen gepflanzt. Die brauchen zwei Jahre, bis sie blühen.

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Redaktion Lünen
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Magdalene Quiring-Lategahn
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