Hufschmied - ein schöner Knochenjob

Beruf und Berufung

Kalt ist es an diesem Morgen. Hufschmied Klaus Limberg lehnt sich an den Brennofen, in dem die Hufeisen auf bis zu 1200 Grad erhitzt werden. „Der Rücken“, sagt der 53-Jährige. Damit haben alle Hufschmiede nach ein paar Jahren zu tun. Für ihn ist es ein schöner Beruf - aber auch ein Knochenjob.

LÜNEN

von Von Dieter Hirsch

, 21.01.2012, 13:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hufschmied Klaus Limberg: Für ihn ist die Arbeit am Pferd mehr Berufung als Beruf.

Hufschmied Klaus Limberg: Für ihn ist die Arbeit am Pferd mehr Berufung als Beruf.

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Hufschmied Limberg

Klaus Limberg ist Hufschmied - und das schon seit über 15 Jahren. Für den 53-Jährigen ist die Arbeit mehr Berufung als Beruf. Probleme mache nur der Rücken, doch damit hätten alle in seiner Branche mit der Zeit zu tun.
20.01.2012
/
Das muss ein Schmied abkönnen: Es qualmt und stinkt, wenn das glühende Eisen angepasst wird.© Foto: Dieter Hirsch
Früher kamen die Pferde zum Dorfrschmied. Heute ist der Hufschmied mobil und fährt zu den Pferden.© Foto: Dieter Hirsch
Mit einer solche Raspel werden die Hufe gerade gefeilt.© Foto: Dieter Hirsch
Die Werkzeugkiste des Hufschmieds.© Foto: Dieter Hirsch
Schmiede das Eisen solange es heiß ist: Der Amboss gehört zu den wichtigtsten Werkzeugen eines Hufschmieds.© Foto: Dieter Hirsch
Hufschmied Klaus Limberg: Für ihn ist die Arbeit am Pferd mehr Berufung als Beruf. © Foto: Dieter Hirsch
"Schuhanprobe": Auch die Hufeisen müssen ausprobiert werden.© Foto: Dieter Hirsch
In diesem Brennofen werden die Hufeisen auf bis zu 1200 Grad erhitzt.© Foto: Dieter Hirsch
Mit der Hauklinge wird der Huf eingekürzt.© Foto: Dieter Hirsch
Mit dieser Zange werden die Hufeisen abgenommen.© Foto: Dieter Hirsch
Ein Sortiment unterschiedlichster Hufeisen hat der Hufschmid dabei.© Foto: Dieter Hirsch
Mit solchen Nägeln werden die Hufeisen am Huf befestigt. Jeder Hufschmied hat seine Art, wie der die Nägel hält. Klaus Limberg hat sie an einem Magneten an der Beschlagschürze befestigt.© Foto: Dieter Hirsch
Mit der Hornzange wird der Huf eingekürzt.© Dieter Hirsch
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Klaus Limberg ist Hufschmied - und das schon seit über 15 Jahren. Für den 53-Jährigen ist die Arbeit mehr Berufung als Beruf. Probleme mache nur der Rücken, doch damit hätten alle in seiner Branche mit der Zeit zu tun.
20.01.2012
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Das muss ein Schmied abkönnen: Es qualmt und stinkt, wenn das glühende Eisen angepasst wird.© Foto: Dieter Hirsch
Früher kamen die Pferde zum Dorfrschmied. Heute ist der Hufschmied mobil und fährt zu den Pferden.© Foto: Dieter Hirsch
Mit einer solche Raspel werden die Hufe gerade gefeilt.© Foto: Dieter Hirsch
Die Werkzeugkiste des Hufschmieds.© Foto: Dieter Hirsch
Schmiede das Eisen solange es heiß ist: Der Amboss gehört zu den wichtigtsten Werkzeugen eines Hufschmieds.© Foto: Dieter Hirsch
Hufschmied Klaus Limberg: Für ihn ist die Arbeit am Pferd mehr Berufung als Beruf. © Foto: Dieter Hirsch
"Schuhanprobe": Auch die Hufeisen müssen ausprobiert werden.© Foto: Dieter Hirsch
In diesem Brennofen werden die Hufeisen auf bis zu 1200 Grad erhitzt.© Foto: Dieter Hirsch
Mit der Hauklinge wird der Huf eingekürzt.© Foto: Dieter Hirsch
Mit dieser Zange werden die Hufeisen abgenommen.© Foto: Dieter Hirsch
Ein Sortiment unterschiedlichster Hufeisen hat der Hufschmid dabei.© Foto: Dieter Hirsch
Mit solchen Nägeln werden die Hufeisen am Huf befestigt. Jeder Hufschmied hat seine Art, wie der die Nägel hält. Klaus Limberg hat sie an einem Magneten an der Beschlagschürze befestigt.© Foto: Dieter Hirsch
Mit der Hornzange wird der Huf eingekürzt.© Dieter Hirsch
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Klaus Limberg ist selbstständig. Heute hat er mit seinem Gesellen Lukas Vierhaus auf der Reitanlage Hüser in Alstedde zu tun. „Früher kamen die Leute mit ihren Tieren zum Dorfschmied, heute ist es umgekehrt.“ In seinem Kastenwagen hat er alles dabei, was er braucht. Lukas Vierhaus hat derweil Pablos Hufe in der Mache. Spezialzange zum Abnehmen des Hufeisens, Hauklinge, Hornzange, Raspel – damit bringt der 24-Jährige die Hufe erstmal in Form. Ob ein Pferd Hufeisen bekommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wird das Tier häufig geritten, würde sich der Huf schneller abnutzen als er nachwachsen kann.

Manchmal sind es orthopädische Gründe, die ein Hufeisen erforderlich machen. Wenn das Pferd beispielsweise nicht richtig läuft. Dann wird das mit dem Tierarzt besprochen. Pablo braucht neue Hufeisen. Die hat Limberg in großer Zahl und ebenso vielen Größen in seiner rollenden Werkstatt immer dabei. „Jeder Huf ist anders.“ Heißt: Die Hufeisen müssen angepasst werden. Klaus Limberg schmeißt den Brennofen an und vier Eisen rein. Die Hufeisen kommen übrigens hauptsächlich aus den Niederlanden, Österreich und Schweden. Nach wenigen Minuten glühen sie. Das erste wird auf dem Amboss zurechtgeschlagen. Anprobe: Während Lukas Vierhaus Pferd und Huf hält, drückt Klaus Limberg das Eisen auf den Huf. Es zischt. Es qualmt. Es stinkt fürchterlich. „Das muss ein Schmied abkönnen.“

Limberg bearbeitet das Eisen erneut auf dem Amboss. Nächste Anprobe. So ganz ungefährlich ist das nicht. Pablo wirkt irgendwie nervös. „Wenn der das Bein jetzt lang macht, ist der Kopf dazwischen.“ Höchste Aufmerksamkeit. Alles geht glatt. Nächster Huf, dieselbe Prozedur. Limberg und Vierhaus sind ein eingespieltes Team. Seit vier Jahren ist der Geselle jetzt dabei. Um Hufbeschlagschmied zu werden, muss man zunächst eine Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. Es folgt ein vierwöchiger Einführungslehrgang, dann folgt ein zweijähriges Praktikum in einem Hufbeschlagbetrieb. Schließlich folgt darauf ein mindestens viermonatiger Vorbereitungslehrgang auf die Hufschmiedeprüfung. Um seine Zukunft macht sich Klaus Limberg keine Sorgen. Erstens sei das hier eine starke Reitsportregion. Und zweitens würden Maschinen einen Hufschmied nie ersetzen können. „Wer einmal Hufschmied war, kommt davon nicht weg. Manche sind noch im hohen Alter aktiv.“ Trotz Rückens. Klaus Limberg lehnt sich wieder an den Ofen. Es ist kalt an diesem Morgen.

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