Hospiz am Wallgang: Würdigung für „tolle, emotionale Leistung“

dzAlfred-Meermann-Preis

Es war eine Gemeinschaftsleistung des Teams im Hospiz am Wallgang, die eine spontane Hochzeit für ein junges Ehepaar möglich machte. Diese Leistung wurde nun geehrt.

von Carina Strauß

Lünen

, 04.09.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war wohl eine der emotionalsten Geschichten, die die Corona-Zeit in Lünen geschrieben hat. Eine 27-jährige Frau und ihr Freund wollten heiraten. Doch die Frau litt anr Krebs, der sich sehr schnell ausbreitete. Ihr Zustand wurde schlechter, an dem Traum einer Hochzeit hielt das Paar aber dennoch fest.

Und so kam der junge Mann eines Tages zu Sebastian Roth, Leiter des Hospizes am Wallgang in Lünen, wo die Frau zu diesem Zeitpunkt lebte. „Er sagte, er würde gerne heiraten“, erklärt Sebastian Roth. „Da habe ich gesagt, dass das jetzt aber schnell gehen muss.“ Und so setzten Sandra Thomas, Pflegedienstleiterin im Hospiz, und ihr Team alles in Bewegung, um dem jungen Paar doch noch seine Hochzeit zu ermöglichen.

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Würdigung durch Alfred-Meermann-Preis

Am Donnerstag (3. September) wurde diese Leistung von Vertretern der CDU in Lünen mit dem Alfred-Meermann-Preis gewürdigt. Hierfür hatten die Christdemokraten eine Umfrage gestartet, in der vorgeschlagen werden konnte, wer eine Würdigung für besondere Leistungen in der Corona-Zeit verdient hätte. Das Preisgeld wurde von 1000 auf 2000 Euro aufgestockt, es verteilt sich zu je 250 Euro auf insgesamt acht Preisträger.

Sehr häufig sei bei den Vorschlägen auf die Arbeit des Hospizes aufmerksam gemacht worden, so Bürgermeisterkandidat Christoph Tölle, der zur Preisverleihung gekommen war. Er sprach dem Team seinen allerhöchsten Respekt und seine Anerkennung aus. „Sie haben das Herz am richtigen Fleck.“

Auch Europaabgeordneter Dennis Radtke war bei der kleinen Feierlichkeit anwesend und würdigte die Arbeit des Teams: „Es müsste eigentlich jeden Tag ein Politiker zu Dienstantritt hier erscheinen und ihnen für ihre Arbeit danken.“

Preis kommt dem Team zu Gute

Im anschließenden Gespräch erklärte Sebastian Roth, was nun mit dem Preis passieren soll: „Wir werden auf jeden Fall etwas für das Team machen. Was genau, das soll das Team entscheiden.“ Besonders gefreut habe ihn aber nicht das Geld, sondern die Würdigung der Arbeit seines Teams. „Ich finde es toll, dass sich Leute in der heutigen Zeit auf den Weg machen, um eine solche Arbeit zu würdigen.“

Es sei eine Gemeinschaftsleistung des ganzen Teams gewesen, jeder habe seinen Teil dazu beigetragen. „Es war eine tolle, emotionale Leistung des Pflegeteams“, lobt der Hospizleiter.

Mittlerweile weiß man auch, wie knapp es wirklich war: „Die Frau ist wenige Tage nach der Hochzeit gestorben“, so Roth. Doch ihr Wunsch und der ihres Ehemannes wurde noch erfüllt. „Wir wollten, dass sie als meine Frau stirbt“, erklärte der Bräutigam nach der Hochzeit im Juli.

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