Händeringend sucht das DRK Bergkamen für die Fahrzeuge seiner Katastrophenschutzkomponente Unterstellmöglichkeiten. Der öffentliche Hilferuf zeigt erste Wirkung: Das DRK Lünen bietet Hilfe an.

Bergkamen, Lünen

, 21.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Suche nach Räumlichkeiten beim DRK Bergkamen geht weiter. Jahrelang hatten die Fahrzeuge des Katastrophenschutzes eine Bleibe auf dem Dr. Nüsken-Gelände an der Werner Straße, waren vor einiger Zeit jedoch in eine Halle an der Industriestraße in Rünthe umgezogen.

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Pläne für Blaulicht-Zentrum zerschlagen

Bis Anfang des Jahres, so bestätigte die städtische Beigeordnete und zuständige Dezernentin Christine Busch, hatte man noch gehofft, dort eine Art Katastrophenschutzzentrum aufbauen zu können. Nicht nur die eine DRK-Komponente sollte dort eine Heimat finden, sondern mittelfristig auch die DRK-Abteilungen, die derzeit noch am Hallenbad in Mitte eine Bleibe haben. Auch die für Rünthe benötigte neue Rettungswache hätte in dem Bereich angesiedelt werden sollen. Auch von einem THW-Umzug wurde geträumt, doch dessen Statuten als Organisation des Bundes lassen Kooperationen nicht zu.

Involviert waren in diese Pläne daher die unterschiedlichsten DRK-Abteilungen auf Stadt-, Kreis- und Landesebene sowie die Stadt, der Kreis und unterschiedlichste Kooperationspartner. Doch die Pläne zerschlugen sich.

Zur Sache

Platz für vier Fahrzeuge gesucht

  • Konkret geht es um Unterstellmöglichkeiten für die Fahrzeuge der in Bergkamen stationierten Komponente für die Patientenversorgung beim kreisweit tätigen Katastrophenschutz.
  • Der ist eigentlich beim Kreisverband Unna angesiedelt, doch um die vom Land dafür zur Verfügung gestellten Fahrzeuge müssen sich die DRK-Ortsvereine kümmern.
  • In Bergkamen stehen daher ein Lastwagen, ein Anhänger und zwei Mercedes Vido, alle im bekannten DRK-Beige und mit Blaulicht auf dem Dach.

Die einzige, die in Treu und Glauben auf eine Umsetzung der Idee schon dort einzog, war die Katastrophenschutzkomponente des DRK Bergkamen - und die steht nun nahezu vor dem Nichts, da der Vermieter seine umfassenden Hallen anderweitig nutzen will.

Stadt will versuchen zu helfen

„Dass es da nun so brennt, was uns nicht bekannt“, sagt Christine Busch. Bürgermeister Roland Schäfer griff den Faden daher auf und setzte die Bergkamener Wirtschaftsförderung darauf an, das DRK bei der Suche nach Räumlichkeiten zu unterstützen. „Wir haben da als Stadt doch ganz andere Beziehungen zu Wirtschaftsbetrieben und Besitzern von Hallen als ein Verein wie das DRK“, sagt Schäfer - und es stünde ja immer mal wieder etwas leer. Doch versprechen will und kann der Bürgermeister nichts. „Unsere Wirtschaftsförderung wird sich kümmern, aber das ist keine Garantie“, betont Schäfer. „Wir schauen einfach, ob wir da Hilfe leisten können.“

DRK-Kreisverband Lünen bietet Hilfe an

Eine Option hat das DRK Bergkamen aber in jedem Fall, auch wenn es diese Karte aufgrund der Entfernung nicht ausspielen möchte. Der DRK-Kreisverband Lünen, zu dem man aufgrund der Zusammenarbeit im Katastrophenschutz, aber auch sonst freundschaftliche Bande hält, würde Platz auf seinem eigenen Gelände in Lünen anbieten. „Wir würden natürlich Schützenhilfe leisten“, sagt Matthias Stiller, Vorstand vom DRK-Kreisverband Lünen, doch er weiß auch um die Probleme, die das mit sich bringen würde: „Die Kreisverbände sind eigenständig. Strukturell sind wir nicht zuständig. Dass zwei Kreisverbände zusammenarbeiten, ist an sich nicht normal, und die Vereinsstatuten sehen da eine klare Trennung vor“, erklärt Stiller - auch wenn man im Katastrophenschutz eine gemeinsame Einsatzeinheit bilde und „super zusammenarbeitet“. Intensive Gespräche stünden daher noch an, sollten die Fahrzeuge nach Lünen kommen.

Standort in Bergkamen bleibt ein Wunsch

Der an sich zuständige DRK-Kreisverband Unna ist mit seinem Latein jedoch am Ende. „Wir waren lange auf der Suche, haben monatelang diverse Gespräche geführt. Nun ist es der letzte Versuch, in Bergkamen etwas zu finden.“ Und das liegt vor allem den Ehrenamtlichen Kräften vor Ort am Herzen, um rechtzeitig einsatzbereit sein zu können. „Lünen wäre eine Behelfslösung für uns“, sagt Andreas Muß, Gruppenführer der Betreuungs-Einsatzeinheit Unna 01. „Selbst bei guter Verkehrslage brauchen wir 25 Minuten dorthin. Da wird die Einsatzzeit knapp.“

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Die Hoffnung aufgeben wollen Muß und seine Mitstreiter daher nicht. Denn eines stellten sie bei der bisherigen Suche fest: „Corona-bedingt haben viele Marktbeschicker, Schausteller oder Standbetreiber ihre Anhänger in den vorhandenen Hallen untergestellt. Da stehen auch Campingwagen von Zirkus- und Kirmesleuten, die derzeit nicht reisen dürfen“, berichtet Muß. Wenn die mal wieder unterwegs sind, dürfte wieder Platz vorhanden sein. Und diese Zeit muss nun schlicht überbrückt werden.

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