Gute Kameradschaft und unerlaubte Fahrten auf dem Transportband

dzErinnerungen an die Zeche Achenbach

26 Jahre nach der Schließung ihrer Zeche treffen sich die „Achenbacher“ in Brambauer. In ihren Erzählungen ging es um den Spaß an der Arbeit und die tragischen Momente unter Tage.

Brambauer

, 13.11.2018, 05:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Zeche Minister Achenbach in Brambauer wurde 1992 geschlossen. Zum 24. Mal kamen die früheren Arbeitskollegen im November 2018 zusammen. Der Abend begann natürlich mit einem „Glück auf“. Detlef Eilers begrüßte die ehemaligen Kumpel. Dann gedachte man der Bergleute, die bei Grubenunglücken auf Achenbach ihr Leben ließen und erinnerte an die Geschichte der traditionsreichen Zeche. Tradition hat auch ein besonderes Lied, von dem die Achenbacher stets alle sieben Strophen gemeinsam singen – „Glückauf, der Steiger kommt“.

„Ein wenig Blödsinn gemacht“

Die enge Verbundenheit mit ihrem Pütt war bei vielen Achenbachern zu spüren. „Ich wohne mit meiner Familie in der Nähe eines Förderturmes“, so Stefan Hubert. Und Peter Freiß meinte: „Wir haben hier noch so viel Kohle unter der Erde, das würde noch für einige Jahrzehnte reichen.“

Aber auch heitere Erinnerungen wurden ausgetauscht. So erzählte Wolfgang Schubert (59): „Ich hab auch manchmal ein wenig Blödsinn gemacht. So bin ich auf dem Kohletransportband mitgefahren. Das war aber verboten. Ehe die Kohle nach oben fuhr, bin ich noch abgesprungen und hab mich in Sicherheit gebracht.“

Tragische Erinnerungen

Aber es gab auch die andere, die tragische Seite des Bergbaus. Schubert: „Innerhalb von zwei Monaten habe ich drei tödliche Unfälle miterlebt. 1984 erwischte es meinen Freund Sahin Kavsak. Das hat mich richtig mitgenommen.“

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Der frühere Schlosser und spätere Aufsichtshauer Detlef Eilers lobte den Zusammenhalt und die Kameradschaft: „Kam mal ein Stein in einem schrägen Flöz ins Rollen, musste man aufmerksam sein. Hätte ich den Stein übersehen und ein Kumpel mich nicht gewarnt, stünde ich heute nicht mehr hier.“

Das 25. Treffen ist bereits geplant

Auch im nächsten Jahr werden sich die Achenbacher wieder treffen, am 22. November 2019. Dann zum 25. Mal. Und deshalb überlegt man, zum Jubiläum eine Kapelle oder einen Chor zu engagieren. Das Steigerlied wird sicher auch beim Jubiläumstreffen der Achenbacher gesungen.

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