Lünen wird Angler-Hochburg im Kreis Unna: Boom bei der Fischereiprüfung

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2019 haben mehr Menschen aus dem Kreis Unna die Fischereiprüfung abgelegt als noch im Jahr zuvor. Besonders viele kommen dabei aus Lünen. Ausbilder Willi Pietschmann verrät, warum.

Lünen

, 17.05.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie stelle ich eine Angel zusammen? Und welche Fische und Krebse gibt es in den Flüssen im Kreis Unna? Solche Fragen muss beantworten, wer einen Fischereischein haben möchte. 60 Fragen aus sechs Sachgebieten werden gestellt. Außerdem gibt es einen praktischem Test. 2019 haben mit 323 mehr Petrijünger bestanden als noch 2018 (272); die meisten von ihnen, 51, kommen aus Lünen, gefolgt von Unna (38) und Bergkamen (30).

Gewaltige Veränderungen an der Lippe

Dafür, warum sich gerade Lünen zur neuen Angler-Hochburg entwickelt, gibt es Gründe, sagt Willi Pietschmann, seit 40 Jahren Ausbilder an der Angelschule LueKa (Lünen/Kamen) und Ehrenvorsitzender des Fischereivereins Lünen. „In den letzten 40 Jahren gab es gewaltige Veränderungen an der Lippe, so dass man jetzt tatsächlich seine Nahrung aus ihr gewinnen kann“, sagt er voller Begeisterung.

„Zum einen ist es uns gelungen, die Quappe, einen Süßwasserdorsch, wieder in der Lippe anzusiedeln.“ Vor zehn Jahren habe man erste Versuche gemacht.

Nach vielen Rückschlägen gebe es nun seit zwei bis drei Jahren einen sehr guten Quappen-Bestand. Aber auch Karpfen, Zander oder Barsche hätten sich vermehrt angesiedelt. „Der Fischereiverband hat gemeinsam mit dem Lippe-Verband dafür gesorgt, dass die Lippe für Wanderfische wieder durchgängig ist. Das heißt: Sie fließt von der Quelle bis zur Mündung. Das hat auch die Wasserqualität verbessert.“

Gute Angelverhältnisse in Lünen

Insgesamt träfen Angler in Lünen mit seinen Seen und Fließgewässern auf relativ gute Verhältnisse. Immer mehr Familien und auch zunehmend Frauen entdeckten das Angeln für sich. Dabei ist Pietschmann wichtig zu betonen: „Die Jagd auf Tiere, egal ob in Gewässern oder im Wald, ist kein Sport, sondern eine Art der Lebensmittelbeschaffung.“

Auch wenn nicht alle Angler, die ihre Fischereierlaubnis neu in der Tasche haben, in einem der Lüner Verein Mitglied werden, so kann der Angelprofi doch von einer klaren und kontinuierlichen Steigerung der Mitgliederzahlen im Fischereiverein Lünen berichten.

Mitgliederschwund beim ASV Brambauer

Ganz anders beim ASV Brambauer 1920, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert). Von 550 Mitgliedern in Hochzeiten ist ist die Zahl der Vereins-Angler auf 260 zusammengeschrumpft, berichtet Geschäftsführer Benedikt Wieczorek. Hier sei vor allem der demographische Wandel unter den Vereinsmitgliedern, aber auch die Auflösung des alten Vorstands vor drei Jahren, in Folge dessen es viele Austritte gab, verantwortlich.

Allerdings sieht Wieczorek auch einen neuen Trend zu Innehalten und Gelassenheit als Ausgleich zum stressigen Alltag. Außerdem sei ein Grund für mehr Angler-Prüfungen, dass es seit etwa fünf Jahren nicht mehr erlaubt ist, ohne Berechtigung in den Forellenteichen zu angeln.

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