Grünes Licht für die Bluetooth-Ampel in Lünen

Von Lehrern gesteuert

Sollten Lehrer per Bluetooth eine Ampel steuern können, damit Schüler sicher über die Straße kommen? Diese Frage hat in Lünen für große Diskussionen gesorgt. Nun entschied der Rat der Stadt: Ja, Deutschlands wohl erste Bluetooth-Ampel wird kommen. Doch nicht alle Ratsmitglieder waren damit einverstanden.

LÜNEN

, 13.10.2017, 11:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Grünes Licht für die Bluetooth-Ampel in Lünen

Die Kreuzung Kurt-Schumacher-Straße / Viktoriastraße / Kamener Straße: Hier soll demnächst ein Lehrer per Bluetooth die Ampel steuern dürfen, wenn Schüler über die Straße müssen.

Nach langer Diskussion ist es seit Donnerstabend beschlossene Sache: An der Kreuzung Kurt-Schumacher-Straße / Kamener Straße / Viktoriastraße wird es bald Deutschlands wohle erst per Bluetooth gesteuerte Fußgängerampel geben. 

Lehrer der Geschwister-Scholl-Gesamtschule sollen mit ihrem Smartphone per Bluetooth steuern können, dass die Ampel länger grün bleibt. Denn noch nutzen die GSG-Schüler die Fußgängerbrücke über die Kurt-Schumacher-Straße, um zum Sportunterricht in der Rundturnhalle zu kommen. Die Brücke ist aber marode und muss kurzfristig abgerissen werden. Seitdem das bekannt ist, wird in der Politik über Ersatzlösungen diskutiert.

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Die Bluetooth-Ampel, das haben die Politiker in der Ratssitzung am Donnerstag mehrfach betont, soll nur als Übergang gelten. Zur Sicherheit wurde in den Beschlussvorschlag das  Wort „übergangsweise“ eingefügt.

Weil Christoph Tölle (CDU) das immer noch nicht reichte, wurde ins Protokoll noch die Formulierung „als Testphase“ aufgenommen. Nach einem Jahr wird die Verwaltung im Fachausschuss von ihren Erfahrungen berichten.

Nur eine Übergangslösung

Carsten Wolkenar, einer der Schulpflegschaftsvorsitzenden der GSG, war am Donnerstag extra vor Ort, um die Politiker noch einmal darauf hinzuweisen, dass die manuelle Ampelschaltung nur eine Übergangslösung sein kann: Es sei „sehr fraglich“, ob diese Lösung „auf Dauer ausreichend Sicherheit für Schülerinnen und Schüler bietet“ angesichts des hohen Verkehrsaufkommens, heißt es von der Schulpflegschaft.

Dass diese Übergangslösung aber durchaus ein paar Jahre Bestand haben könnte, darauf wies der Technische Beigeordnete Arnold Reeker hin: „Es muss klar sein, dass man hier nicht nur über ein Jahr redet“, erklärte er. Er ließ auch durchblicken, dass er eine Unterführung ebenfalls nicht für eine dauerhafte Lösung hält. Bleibt: Eine neue Ampel auf Höhe Neuberinstraße, wie die Verwaltung sie von Beginn an ins Spiel gebracht hatte oder ein teurer Brückenneubau. „Wir werden das genau abwägen und ernsthaft prüfen“, sagte Reeker.

GFL: "Kreuzung wird in Stoßzeiten stillgelegt"

Unzufrieden mit der Übergangslösung Bluetooth-Ampel war GFL-Fraktionsvorsitzender Dr. Johannes Hofnagel. Die 25.000 Euro für die Testphase könne man sich sparen, meinte er, denn das Ergebnis sei abzusehen: „Die vielbefahrene Kreuzung wird in Stoßzeiten stillgelegt“, meinte er. Dem entgegnete Uwe Walter (SPD): „Ich stehe lieber im Stau, bevor da ein Kind überfahren wird.“ 

Am Ende stimmte das Plenum bei zwei Gegenstimmen aus der GFL und einer Enthaltung für die kurzfristige Bluetooth-Lösung.

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