Der KMC1600S arbeitet sich durch die Trümmer der Denox-Anlage. © Goldstein
Ex-Kraftwerk

Großer Kran unterstützt großen Bagger auf dem Steag-Gelände

Neben Deutschlands größtem Abrissbagger ist in diesen Tagen ein weiteres großes Arbeitsgerät am alten Steag-Kraftwerk eingetroffen. Dessen Einsatz ist wichtig für die Sprengung am 28. März.

Wenn am Sonntag, 28. März, die große Sprengung erfolgt auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände der Steag an der Moltkestraße, werden drei Bauwerke einstürzen, die für Jahrzehnte als weithin sichtbare Landmarken die Lüner Skyline bestimmten: In einem Zug werden der große Schornstein, der mit seinen 250 Metern das höchste Bauwerk der Lippestadt ist, der Kühlturm mit 90 Metern und eines der beiden Kesselhäuser verschwinden.

Doch bis es dazu kommt, sind noch eine Menge Vorarbeiten durch die Firma Hagedorn zu bewältigen. Einen Großteil der Abräumarbeiten im Umfeld der Sprengarbeiten vollbringt der „Goliath“ unter den Abbruchbaggern. Vor kurzem erst vor Ort in Dienst gestellt, ist der „KMC1600S“ ein wahres Kraftpaket.

23 Liter Hubraum und 771 PS

Er schöpft seine Kraft aus einem Motor mit mehr als 23 Litern Hubraum, die daraus 771 PS zaubern. Die gesamte Hydraulik hat 1700 Liter Spezialöl im System. Und das wird mit einem Arbeitsdruck von 370 bar eingesetzt. Zur allgemeinen Fortbewegung, zur Bewegung der Ausleger und letztendlich zum Zupacken und Zubeißen. Die Reißkräfte betragen 324 kN, damit bekommt der Bagger alles klein.

So räumt er gerade die Überreste der Denox-Anlage samt Luftvorwärmer ab – jede Menge Metallschrott, der zur weiteren Zerlegung abtransportiert wird. Zuvor hatte er kurzen Prozess mit der Außenhülle des zweiten Maschinenhauses gemacht. Dort stehen jetzt nur noch die beiden Turbinentische, die nach der Sprengung angegangen werden.

Die Rückbauarbeiten gehen schnell voran.
Die Rückbauarbeiten gehen schnell voran. © Goldstein © Goldstein

Mobilkran bring Sprengladungen in der Höhe an

In den letzten Tagen ist noch eine weitere große Baumaschine auf das Gelände gekommen: Ein Mobilkran mit besonderen Maßen. Auf den unteren Teleskoparm haben die Monteure einem sehr langen Gittermast aufgesetzt, der aufgerichtet, dem Kran Arbeiten in großer Höhe ermöglicht. Jetzt ist er aufgerichtet und sein Ausleger erreicht rund die Hälfte der Höhe des großen Schornsteins. Damit können aus einem Fahrkorb heraus die Vorarbeiten für die Sprengung erledigt werden.

Der Kran zur Vorbereitung der Sprengladungen liegt bereit.
Der Kran zur Vorbereitung der Sprengladungen liegt bereit. © Goldstein © Goldstein

Denn der Schornstein soll so gesprengt werden, dass er sich in drei Teilen zusammenklappt und zu Boden geht. In seiner ganzen Länge könnte er in keine Richtung „abgelegt“ werden. Für dieses Vorhaben müssen natürlich auch in großer Höhe Sprengladungen angebracht werden. Das soll der Kran ermöglichen.

Bei den anderen Bauwerken ist das Anbringen der Bohrlöcher für die Sprengladungen einfacher und vom Boden aus zu machen. Für die Vorbereitungen und das Sprengen selber gelten die höchsten Sicherheitsvorkehrungen auf und um das Gelände. Alle Vorgänge werden von der zuständigen Behörde bei der Bezirksregierung Arnsberg begleitet und überwacht.

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Günther Goldstein

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