Gold spurlos verschwunden: Freispruch für den Angeklagten in Lünen

dzDiebstahl

Ein in Lünen gestohlener Umschlag mit kostbarem Gold ist unauffindbar. Der Kurierfahrer sollte ihn liefern - doch die wertvolle Fracht kam nie an.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 03.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die wertvollen Goldbarren verschwanden, offenbar ganz plötzlich, im August 2019 auf dem Weg zu ihrem Besitzer. Transportiert wurden diese durch ein Logistikunternehmen, verpackt in einem Umschlag. Dieses Verschwinden brachte nun einen 37- jährigen Lüner auf die Anklagebank, denn der genaue Wert des Goldes beläuft sich auf 4317 Euro.

Filmaufnahmen zeigen den Umschlag zuletzt

Auf dem Film der Überwachungskamera sei der Umschlag ein letztes Mal zu sehen, so schildern es die beiden Zeugen und Vorgesetzten des Angeklagten Lüners dem Gericht. Danach verschwindet der Umschlag spurlos, inklusive des wertvollen Inhalts. Die Kamera zeige, wie der Angeklagte andere Sendungen und Kisten seiner Kollegen durchsuche, anschließend einen Umschlag an sich nehme, ohne diesen vorab mit einem entsprechenden Gerät zu scannen.

Der 37-jährige Angeklagte aus Lünen schwieg vor Gericht zunächst, erklärte sich dann doch. Nach seiner Aussage, habe er in den Kisten seiner Kollegen lediglich etwas gesucht, was ihm gefehlt habe. Der Lüner machte auch ohne viele Worte vor dem Amtsgericht deutlich, den aktuell bestehenden Tatverdacht nicht auf sich sitzen lassen zu wollen.

Beweislage als ungenau eingestuft

Die beiden Zeugen sagten vor Gericht aus, was auf dem Film der Videoüberwachung zu sehen war. Doch ob es sich dabei wirklich um den besagten Umschlag mit den Goldbarren handelt, ist den Bildern nicht zu entnehmen.

Auch Anklage und Gericht sahen zu viele Möglichkeiten bei diesem Vorfall. Es bleibt ungeklärt, wo, wann oder von wem der Umschlag geklaut wurde, oder ob dieser bereits im Vorfeld gestohlen wurde. Ebenso hielt das Gericht es für denkbar, dass der Umschlag in eine andere Kiste geladen wurde. Es ergeben sich unzählige Möglichkeiten.

Freispruch für den Lüner

„Es spricht vieles dafür, dass es der Angeklagte war…“, erklärte der Vertreter der Anklage. Der Richter vervollständigte jedoch diesen Satz: „… aber auch manch anderer.“ Es konnte dem 37-jährigen Lüner keine vollständige Schuld zu der Tat nachgewiesen werden, er wurde freigesprochen.

Es sei möglich, dass der Angeklagte nur etwas gesucht habe, was falsch einsortiert worden sei. Es seien viele Personen in dem Logistikzentrum unterwegs. „Es war alles unsicher“, betonte Richter Ulrich Oehrle in der Begründung des Urteils und fügte hinzu: „Es reicht nicht, um die letzten Zweifel zu beseitigen. Es ist durchaus möglich, dass der Angeklagte Lüner die Tat begangen hat. Es ist aber auch möglich, dass er es nicht war.“ Deshalb gelte der Grundsatz: Im Zweifel für den Angeklagten.

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