Die Unternehmensgruppe Reiling investiert fünf Millionen Euro am Standort Frydagstraße in Lünen. © Goldstein
Kreislaufwirtschaft

Glas-Recycling Reiling investiert fünf Millionen Euro am Standort Lünen

Fünf Millionen Euro investiert die Unternehmensgruppe Reiling in Lünen in eine Trocknungsanlage. Damit soll noch effektiver Glas recycelt werden. Das Projekt hat einen weiteren Vorteil.

Scherben sind für die Unternehmensgruppe Reiling ein glasklarer Wertstoff. Flaschen und Gläser, die Bürger zu den Containern bringen, werden in der Niederlassung an der Frydagstraße in Lünen verarbeitet. Sie sind der Rohstoff für Neues aus Glas. Um noch effektiver recyclen zu können, investiert der Lüner Betrieb fünf Millionen Euro in eine neue Trocknungsanlage.

Bisher wurde das Altglas sortiert und gebrochen. Mit Magneten, optischen Sensoren oder Luftdruck werden Verunreinigungen aussortiert. „Unsere größten ‚Feinde‘ sind Steine, Keramik und Porzellan, von denen am Ende nur Spuren in unserem Produkt sein dürfen“, berichtet Betriebsleiter Daniel Rottwinkel.

In dem bisherigen Ablauf blieben am Ende erhebliche Restmengen, „die wir bisher zu einem unserer anderen Betriebe zur weiteren Aufarbeitung abtransportieren mussten“.

Viele Lkw-Fahrten einsparen

Das wird mit der neuen Anlage wegfallen und spart viele Lkw-Fahrten ein. In dem großen Neubau, von dem jetzt das Stahlskelett steht, wird unter anderem ein neun Meter langer Trommeltrockner untergebracht. Darin sollen diese verunreinigten Reste, die zu 90 Prozent noch aus Glas bestehen, aufbereitet werden. Eine starke Gasfeuerung erhitzt das Material und trennt Gutes von Schlechtem, so dass am Ende eine Menge weiterverwendbares Material gewonnen werden kann. Die neue Trocknungsanlage soll laut Plan im Juni in Betrieb gehen. Zu den rund 50 Arbeitsplätzen sollen dann weitere hinzukommen.

„Dass wir hier in Lünen nur Hohlgläser verarbeiten, hat den Grund, dass unser Hauptabnehmer die Lüner Glashütte ist, die aus unserem Material wieder Flaschen und Behälter macht“, erklärt Rottwinkel. Für sie sei wichtig, hochwertiges Recyclingmaterial zu bekommen, weil sich das positiv auf die Produktion von neuen Gläsern auswirke. Es spare Energie und den immer weniger werdenden Rohstoff Sand.

Betriebsleiter Daniel Rottwinkel zeigt die Scherben, die wieder zu Glas geschmolzen werden. © Goldstein © Goldstein

Scharfe Granaten im Container

Rottwinkel wünscht sich von den Bürgern, dass sie an Glascontainern die Farbtrennung einhalten. „Lassen sie auch die Deckel auf den Gläsern, wir verwerten sie ebenfalls. Und auf gar keinen Fall Steine, Porzellan oder Keramik mit einwerfen, wir müssen es mühsam aussortieren“. Von dem, was nicht in die Behälter gehört, kann der Betriebsleiter ein Lied singen. „Im Letzten Jahr hatten wir ein paar scharfe Granaten in einer Anlieferung und deswegen den Kampfmittelräumdienst auf dem Gelände.“ Eigentlich sei die Regel ganz einfach: In den Altglascontainer gehöre nur Glas und nichts anderes. Denn nur aus Glas könnten wieder Scherben für die Glasschmelze hergestellt werden.

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Redaktion Lünen
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Günther Goldstein

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