Giftiger Rauch: Feuer im Remondis-Lippewerk lässt Warn-App anschlagen

dzRecycling-Anlage

Im Bereich der Elektrorecycling-Anlage im Lippewerk ist in der Nacht zu Mittwoch (18.11.) ein Feuer ausgebrochen. Verletzt wurde niemand. Für die Anlage selbst hat Remondis neue Pläne.

Lünen

, 18.11.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Dienstagabend (17. November) fiel Anwohnern in Alstedde ein seltsamer Geruch auf. Auf Facebook häuften sich die Fragen, woher der Gestank nach Plastik kam - und die naheliegende Vermutung war dann auch korrekt: Auf dem Gelände des Lippewerks von Remondis war ein Feuer ausgebrochen. Mittlerweile hatte auch die Warn-App „Nina“ angeschlagen und Bürgerinnen und Bürgern geraten, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Um 20.14 Uhr, so Remondis-Sprecher Michael Schneider, habe man das Feuer unter einem Vordach der Anlage für Elektrorecycling bemerkt. „In dem Bereich wird der angelieferte und noch nicht sortierte Schrott gelagert.“ Vor allem letzteres könnte für das Feuer entscheidend gewesen sein: „Nach der Anlieferung kommt der Schrott auf ein Fließband und wird dann von vier Mitarbeitern manuell sortiert.“ Dabei nehmen diese Mitarbeiter Elektrokleinteile auseinander, die noch Akkus enthalten. „Das muss nicht heißen, dass Leute etwas weggeworfen haben und zu faul waren, die Akkus auszusortieren“, sagt Schneider.

Vielmehr sei es durchaus üblich, dass es fest verbaute Batterieeinheiten gibt. „Wie in Computern. Wenn ein solcher Akku leer ist, wird beispielsweise die Uhr zurückgesetzt.“ Ein normaler Nutzer komme an solche Akkus, die es mittlerweile auch in vielen Haushaltsgeräten gibt, gar nicht ran.

Feuerwehr Lünen kam zur Unterstützung

Und diese Lithium-Inonen-Akkus seien in einem solchen Haufen eigentlich die einzig mögliche Feuerquelle. „Es kann ja sein, dass es beim Wegwerfen oder bei der Anlieferung zu einer Beschädigung gekommen ist, die Akkus dann zum Beispiel freiliegen“, erläutert der Remondis-Sprecher. Im ungünstigsten Fall passiert dann das, was vermutlich auch am Donnerstag geschah: Das Teil fängt Feuer, und dann brennt schnell ein ganzer Haufen.

In der Elektro-Recyclinganlage sortieren Mitarbeiter von Remondis den Schrott per Hand und bauen Akkus aus.

In der Elektro-Recyclinganlage sortieren Mitarbeiter von Remondis den Schrott per Hand und bauen Akkus aus. © Stretz / Remondis

Um 20.50 Uhr rief Remondis die Feuerwehr Lünen als Unterstützung hinzu, so dass das Feuer schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte. Die Befürchtung, dass sich die vier Mitarbeiter der Recycling-Anlage Verletzungen durch giftigen Rauch zugezogen hätte, bestätigte sich glücklicherweise nicht: „Es hat keine Personenschäden gegeben“, so Michael Schneider.

Wie hoch der Schaden ist, konnte der Sprecher am Mittwoch (18. November) noch nicht sagen. Auch ob und wann die Anlage wieder in Betrieb genommen werden kann, stand am Mittag noch nicht fest.

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Für das Elektroschrott-Recycling hat Remondis übrigens neue Pläne: Laut Michael Schneider soll die Anlage im Jahr 2021 modernisiert werden. „Wir investieren weiter in den Standort“, so der Sprecher. Gemeinsam mit der GWA wird zudem bis 2022 auf dem Gelände eine Wertstoff-Recyclinganlage errichtet.

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