Gewerkschaft Verdi streikt ab Dienstag in Westfalen - auch in Lünen?

dzWarnstreiks

Großflächige Streiks in Westfalen hat die Gewerkschaft Verdi ab Dienstag, 22. September, angekündigt. Wann in Lünen gestreikt wird, dazu nimmt Verdis Bezirksgeschäftsführer Stellung.

Lünen

, 21.09.2020, 16:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem die zweite Verhandlungsrunde für die rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten des Öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen ergebnislos geblieben ist, hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) ab diesem Dienstag, 22. September, Warnstreiks angekündigt.

Welche Bereiche des Öffentlichen Dienstes bestreikt werden, das hält Verdi bewusst offen. Kitas, Krankenhäuser, Ordnungsämter oder auch Straßenmeistereien könnten betroffen sein, wie der Chef des Beamtenbunds dbb, Ulrich Silberbach sagte.

Klar ist bereits, dass Verdi in Westfalen ab Dienstag, 22. September, in mehreren Kommunen in der Lüner Nachbarschaft streiken wird. Am 22.9, in Unna, am 23.9. in Bergkamen, Kamen, Hamm und Schwerte sowie am 24. September in Castrop-Rauxel. Das teilte die Gewerkschaft in einer Pressemitteilung mit. Auch die Kreisverwaltung in Unna wird von den Streiks betroffen sein. „Welche Bereiche in welchem Ausmaß betroffen sein werden, ist noch nicht absehbar. Wegen des Warnstreiks kann es zu Einschränkungen bei der Aufgabenerledigung kommen“, heißt es aus der Pressestelle des Kreises.

Keine Streiks in dieser Woche

Und Lünen? „In tariflichen Auseinandersetzungen ist es üblich, dass die Gewerkschaft den Arbeitgeber vorab über beabsichtigte Warnstreiks und Streiks informiert. Die Gewerkschaft wird im Regelfall aber mit nur ganz kurzem Vorlauf bekannt geben, wo gestreikt wird“, teilt Michael Kuzniarek, Fachbereichsleiter für Personal, Organisation und IT bei der Stadt Lünen, mit. Das bedeutet, die Stadt geht nicht von einem Verdi-Streik am Dienstag aus.

Tatsächlich gibt Verdi Entwarnung. „Wir schließen aus, dass in dieser Woche in Lünen gestreikt wird“, sagt Michael Koetzing, Bezirksgeschäftsführer von Verdi im Bezirk Westfalen auf Anfrage. „Aber ich gehe davon aus, dass dort nächste Woche was passiert.“

Wie die Stadt sich darauf vorbereitet, hänge davon ab, welche Bereiche bestreikt werden, so Kuzniarek: „Einem Streik in den Kitas müssten wir anders begegnen als einem Streik in der allgemeinen Verwaltung.“

„Wir haben bereits am vergangenen Donnerstag, 17. September, alle Führungskräfte auf die aktuelle Entwicklung bei den Tarifverhandlungen hingewiesen. Die Führungskräfte sind angehalten, sich Gedanken über mögliche Auswirkungen von Streikmaßnahmen zu machen. Wir sind also vorbereitet und werden nach der Ankündigung von Streiks die Bürgerinnen und Bürger und auch die Beschäftigten konkret informieren“, so der Fachsbereichsleiter.

Dritte Verhandlungsrunde in einem Monat

Verdi fordert für die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen eine Anhebung der Einkommen um 4, 8 Prozent, mindestens aber 150 Euro pro Monat, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro pro Monat angehoben werden.

Zudem erwartet die Gewerkschaft die Ost-West-Angleichung der Arbeitszeit. „Darüber hinaus soll in den Tarifverhandlungen das Thema der Entlastung der Beschäftigten behandelt werden. Die besonderen Themen des Gesundheitswesens und der Pflege werden an einem eigenen Tisch im Rahmen der Tarifrunde besprochen“, teilt die Gewerkschaft mit.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zeigte sich zuversichtlich, dass es in der nächsten Runde eine Einigung geben werde. Die steht allerdings erst in einem Monat an: Am 22. und 23. Oktober in Potsdam.

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