Gewerbegebiete, Verkehr, Schulen: Welche Themen Lünen 2020 angehen muss

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Neues Jahr, alte Herausforderungen? Die Redaktion hat sich aus der langen Aufgabenliste für 2020 die Themen herausgesucht, denen Lünen im neuen Jahr besondere Priorität beimessen sollte.

Lünen

, 02.01.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Abriss des ehemaligen Steag-Kraftwerks, Entwicklung der Victoria-Brache, neue Kitas und digitale Schulen: Das neue Jahr wird neue Herausforderungen bringen. Und mal ganz abgesehen davon, dass eine Kommunal- und eine Bürgermeisterwahl anstehen, ist die Liste der Dinge, die Lünen 2020 angehen muss, lang. Zwischen Wasserski auf dem Horstmarer See und einer achtmonatigen Sperrung der Bahnstrecke nach Münster hat die Redaktion sich für sieben Schwerpunkte 2020 entschieden:

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Ausblick auf 2020

Welche Themen muss Lünen 2020 angehen? Aus der langen Aufgabenliste hat die Redaktion sechs Punkte herausgepickt, die ihrer Meinung nach die höchste Priorität im neuen Jahr haben.
30.12.2019
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Gewerbeflächen: Wenn Lünen attraktiv für Fachkräfte bleiben will, müssen zuallererst die entsprechenden Arbeitsplätze her. Und dafür braucht es wiederum Gewerbeflächen, die Lünen aber derzeit nicht hat. Mit dem Abriss des ehemaligen Steag-Kraftwerks wird sich das ändern. Allerdings hat die Stadt die Chance verpasst, hier selbst Eigentümerin zu werden. Zwar will die Hagedorn-Gruppe die Fläche in enger Abstimmung mit der Stadt entwickeln. Aber ob sie sich im Ernstfall wirklich reinreden lässt? Die Stadt täte jedenfalls gut daran, ihren Einfluss maximal geltend zu machen.© Goldstein
Digitalpakt: Man mag ja über Sinn und Unsinn des Digitalpaktes für Schulen diskutieren. Die Grundabsicht, Schulen und Schüler fit für die Zukunft zu machen, ist in jedem Fall begrüßenswert. Wobei der Pakt in Lünen, wie in anderen Kommunen auch, vor allem eins gezeigt hat: Geld allein reicht nicht. Was nützen Lünen 4,2 Millionen Euro, wenn niemand da ist, der weiß, wofür man das Geld am besten ausgibt (und die dafür erworbene Technik nutzt und wartet)? Auch wenn es dem Haushalt weh tut: Mehr IT-Personal für die Schulen muss her.© Stachelhaus
Lükaz: Apropos Jugend - dass das Lükaz seit mehr als einem Jahr auf seine Wiedereröffnung wartet, ist blanker Hohn. Natürlich ist es nachvollziehbar, dass ein Brand auf den zweiten Blick mehr Schaden angerichtet hat als zunächst erwartet. Und niemand hat verlangt, dass das Lükaz nach einem Monat wieder einsatzbereit ist. Doch dass die Stadt es am Ende nicht einmal in zwölf Monaten hinbekommt, lässt nicht nur Jugendliche den Kopf schütteln. Das Lükaz muss 2020 schleunigst wiedereröffnen - und die Stadt den Jugendlichen signalisieren, dass sie ihr nicht egal sind.© Goldstein
Forensik: Noch länger als das Lükaz zieht sich die Forensik hin. 2020 sollte dieses Kapitel endgültig geschlossen werden. Schließlich existieren schon vielversprechende Pläne, die aus der Victoriabrache einen städtischen Hotspot machen könnten - trotz des Neubaus, den eigentlich alle Beteiligten (mittlerweile auch das Land NRW) mehr oder weniger offiziell auf der RWE-Fläche sehen. Das Baurecht dort ist geschaffen. Also bitte 2020 den Deckel drauf machen, damit das Projekt IGA 2027 weiter vorangetrieben werden kann.© Stadt Lünen
Innenstadt: Fußgängerzone, Altes Quartier, Willy-Brandt-Platz, Lippe-Kaskade - die Lüner Innenstadt hat wirklich einiges zu bieten. Dieser Standortvorteil ist jedoch durch wachsenden Leerstand bedroht - mit McPaper kommt im Januar ein weiterer hinzu. Die Händler (und Ketten) sind hier ebenso in der Pflicht wie die Stadt und die Eigentümer, schnell gegenzusteuern. Ein Quartiersmanager wäre ein Anfang, wichtiger wird jedoch 2020 die Klärung der Stadtmarketing-Frage. Die Kaufleute haben einen Vorstoß gewagt. Politik und Verwaltung sollten diesem Thema Priorität einräumen.© Maiwald
Verkehr: Ein Thema, das eigentlich jedes Jahr auf dieser Liste steht. Und auch 2020 werden Baustellen und erhöhtes Verkehrsaufkommen die Fahrt durch Lünen zu einer Nervenprobe machen. Mit neuen Ampelschaltungen und neuer Kreuzungsgestaltung will die Stadt hier Abhilfe schaffen - ein guter Ansatz, der aber nicht reicht. Es müssen mehr Fahrzeuge aus der Innenstadt verschwinden - ob durch mehr P+R-Parkplätze, Durchfahrtverbote für Lkw, mehr Anreize zum Radfahrern oder zur Nutzung des ÖPNV. Man darf gespannt sein auf die Ideen des Planungsamtes zu diesem Thema.© Stachelhaus
Energie und Umwelt: Die Stadt hat den Klimanotstand ausgerufen. Den Worten müssen nun Taten folgen. Das widerspricht übrigens nicht der Entwicklung neuer Gewerbeflächen oder einem Verkehrskonzept, in dem weiterhin Autos und Lkw vorkommen. An der A2 wird ein Solarpark gebaut - wenn die Stadtwerke hier schon nicht tätig wurden, können sie es vielleicht an anderer Stelle noch werden. Bei der Entwicklung neuer Wohngebiete zum Beispiel, die sich energetisch selbst versorgen, wie es SPD und CDU für die Sedanstraße schon einmal vorgeschlagen haben.© Fiedler

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