Immer öfters kommt es in Freibädern zu Pöbeleien unter den Badegästen und manchmal sogar zu Angriffen auf Bademeister. Das führt mitunter zum Einsatz von Sicherheitspersonal. Auch in Lünen.

Lünen

, 03.07.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Egal ob in Gelsenkirchen, Werl, Essen oder Düsseldorf: In den vergangenen Tagen häuften sich Meldungen über Prügeleien unter Badegästen und Übergriffe auf Bademeister in Freibädern im Ruhrgebiet.

Die Sportwelt Dortmund setzte am letzten Juni-Wochenende in vier Freibädern Security-Personal ein. Wie Sportwelt-Chef Michael Dominik in einem Rundfunk-Interview sagte, sei dieser Schritt wegen der steigenden Aggressivität mancher Badegäste unumgänglich. Und auch im Freibad Cappenberger See führt kein Weg am Einsatz von Sicherheitspersonal vorbei. Anders sieht es im Freibad Brambauer aus.

„Sicherheitspersonal leider Standard“

„Sicherheitspersonal gehört leider mittlerweile in vielen Bädern zum Standard, so auch im Freibad Cappenberger See, welches wir seit zwei Jahren einsetzen und das für unsere Mitarbeiter vor Ort eine große Unterstützung darstellt.“

Das teilte die Bädergesellschaft Lünen, eine Tochter der Stadtwerke Lünen GmbH, unserer Redaktion am Dienstag (2.) auf Anfrage mit.

Wie eine Stadtwerke-Sprecherin für die Bädergesellschaft sagte, „müssen wir tatsächlich feststellen, dass sich das Verhalten in den letzten Jahren zu einer größer werdenden Respektlosigkeit gegenüber Ordnungs- und Badpersonal entwickelt hat“.

Beleidigungen, Drohungen

Physische Gewalt sei bisher zum Glück ausgeblieben, jedoch sehe sich das Personal oft verbalen Entgleisungen, Beleidigungen und auch direkten Drohungen ausgesetzt, sagte die Stadtwerke-Sprecherin weiter:

„Die Häufigkeit dieser Vorkommnisse richtet sich je nach Wetterlage und dementsprechender Besucherstärke. Ebenso richtet sich die personelle Besetzung natürlich nach dem Gästevolumen, sodass wir hier keine fixen Zahlen nennen können.“

Das Aufsichtspersonal im Freibad Cappenberger See wird den Angaben zufolge von DLRG-Mitarbeitern in der Badeaufsicht unterstützt. Der Sicherheitsdienst vor Ort hat das weitere Umfeld auf den Liegewiesen im Blick und erteilt unter Umständen auch Platzverweise für den jeweiligen Tag. Hausverbote werden ausschließlich durch unser Personal ausgesprochen.

Jugendliche bereiten meiste Probleme

„Das Fehlverhalten geht überwiegend von Gruppen im Alter von 15/16 bis etwa 25 Jahren aus. Es gibt aber auch Ältere ab 40 Jahren, die sich nicht gesellschaftskonform verhalten“, sagte die Stadtwerke-Sprecherin.

Auf die Frage, wie es im Lippe Bad aussieht, antwortete sie wie folgt:

„Im Lippe Bad haben wir derzeit kein Sicherheitspersonal, obwohl wir auch dort öfter mit zunehmender Respektlosigkeit und bewussten Fehlverhaltens konfrontiert werden. Daher ist der zukünftige Einsatz von Sicherheitspersonal im Lippe Bad nicht grundsätzlich auszuschließen.“

Beleidigungen und Drohungen im Freibad Cappenberger See: Bei Hitze liegen die Nerven blank

Paul Jahnke ist seit 2003 Vorsitzender des Trägervereins des Freibads Brambauer © Schnitzler (A)

Davon ist man im Freibad Brambauer meilenweit entfernt. „Das ist für uns überhaupt kein Thema“, sagte Paul Jahnke am Dienstag (2.) im Gespräch mit unserer Redaktion.

Seit 2003 ist der 65-Jährige Vorsitzender des Trägervereins des Freibad Brambauers. Er könne nicht bestätigen, dass die Gewaltbereitschaft unter den Badegästen in den vergangenen 16 Jahren spürbar zugenommen habe, sagte Jahnke weiter. In dieser Zeit sei es vielleicht drei oder vier Mal vorgekommen, dass Badegäste das Freibad auf Anweisung des Personals vorzeitig verlassen mussten. Meistens sei Alkohol im Spiel gewesen. Paul Jahnke: „Da haben wir von unserem Hausrecht Gebrauch gemacht. Wer nicht hören will, muss fühlen und das Schwimmbad verlassen.“

An normalen Tagen ist eine Schwimmaufsicht, ein Bademeister, im Freibad Brambauer unterwegs, an Spitzentagen - wie am vergangenen Sonntag mit rund 1300 Besuchern - sind es vier bis sechs. „Die haben die ganze Anlage im Auge. Etwaiger Ärger unter Badegästen wird vom Personal im Keim erstickt. Das klappt eigentlich immer“, sagte Jahnke - und: „Wenn gar nichts mehr geht, bin ich ja auch noch da.“

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