Geschäftsinhaber an der Bäckerstraße rufen neuen Stammtisch ins Leben

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Einige Einzelhändler der Bäckerstraße in Lünen fühlen sich wegen ihrer Lage benachteiligt. Daher haben sie einen Stammtisch gegründet. Sie möchten den Publikumsverkehr und die Gemeinschaft fördern.

von Kimberly Becker

Lünen

, 13.08.2020, 15:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Vergleich zur großen Fußgängerzone an Münsterstaße und Lange Straße in der Lüner Innenstadt geht es in den Seitengassen ruhiger zu. Das ein oder andere Lädchen wird so schnell mal übersehen und rückt bei den Kunden neben den Ketten und größeren Geschäften in den Hintergrund. Diesem Problem sehen sich auch die Einzelhändler der Bäckerstraße ausgesetzt. Sie wollen jetzt mehr Präsenz zeigen und haben einen Stammtisch ins Leben gerufen.

Vorbild aus einer Buchreihe

Eines der Gründungsmitglieder der Interessengemeinschaft Bäckerstraße ist die Inhaberin von Die Praline, Susanne Seepe. Die Idee eines gemeinschaftlichen Zusammenschlusses mit anderen Inhabern kam ihr wegen der Buchreihe "Der kleine Teeladen zum Glück" von Manuela Inusa. „Darin geht es auch um eine Gasse wie die Bäckerstraße, in der viele verschiedene kleine Läden sind. Dort gibt es auch so eine Gemeinschaft und ich finde, dass wir auch ein bisschen so sind", erzählt Susanne Seepe.

Inhaberin von Die Praline, Susanne Seepe, hat mit anderen Geschäftsinhabern einen Stammtisch an der Bäckerstraße gegründet. Das Ziel: Mehr Kunden locken.

Inhaberin von Die Praline, Susanne Seepe, hat mit anderen Geschäftsinhabern einen Stammtisch an der Bäckerstraße gegründet. Das Ziel: Mehr Kunden locken. © Kimberly Becker

Zufälligerweise hat sich bei einem Gespräch mit der Filialleiterin von Eckmann, Heike Schmidt, ergeben, dass auch sie die Reihe gerne liest. Damit war der erste Schritt in Richtung Stammtisch getan. Heike Schmidt erinnert sich: „Damals haben wir uns noch gesiezt, jetzt sind wir natürlich beim Du." Sie wünsche sich auch so eine idyllische Gasse wie im Buch. Das sei jedoch eine zu romantische Vorstellung. „Aber man darf ja noch ein bisschen träumen", sagt Schmidt.

Erst einmal sechs Geschäfte dabei

Neben der Gemeinschaft und der Kommunikation unter einander ist es ihnen besonders wichtig, dass mehr Aufmerksamkeit auf die Straße gelenkt wird. „Wir haben hier verschiedene Kundenströme, da wir auch unterschiedliche Geschäfte hier führen und diese Ströme kann man bündeln und sich somit gegenseitig helfen", so die Filialleiterin. Vor wenigen Jahren sei die Situation noch schlechter gewesen, weil die Bushaltestelle noch nicht dort platziert worden ist. Jetzt sei es etwas besser geworden. „Trotzdem sind auf der anderen Seite der Passage alle Parkplätze. Dieser Verkehr fehlt hier", sagt Heike Schmidt.

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Das soll sich ändern, weshalb die Inhaber und Filialleiter von Die Praline, 3design, Eckmann, RTS Reisen, Goldbörse Thiel und Bilder Oase sich in Zukunft alle sechs Wochen zusammensetzen und ein Mal im Quartal Aktionen planen wollen. Weitere Interessierte hielten sich die Teilnahme noch offen, sagt Susanne Seepe. „Mir ist es wichtig, dass viele verschiedene Geschäftsinhaber aber auch unterschiedliche Kulturen zusammen kommen, wie die deutsche und türkische. Wir können viel von einander lernen und das stärkt auch die Gemeinschaft", erklärt Seepe.

Der Weihnachtszeit voraus

Susanne Seepes erste Idee ist eine Adventskalender-Aktion, die zur Weihnachtszeit stattfinden soll, wenn für viele das Hauptgeschäft läuft. Auch wenn zunächst manche gezögert hätten, am Stammtisch teilzunehmen - das Interesse am Adventskalender sei groß gewesen, freut sich Susanne Seepe. Das liege auch daran, dass in der Weihnachtszeit keine Buden in der Bäckerstraße stehen und viele sich wieder ab vom Schuss fühlen. Außerdem planen sie, ein weihnachtliches Gesamtbild mit allen Geschäften zu schaffen.


Das nächste Mal treffen sich die Stammtisch-Mitglieder am 21. August. Es soll nun organisierter und offizieller werden. „Das Grundgerüst steht schnell, aber die Feinheiten kommen erst Stück für Stück dazu", sagt Inhaberin Seepe. Jeder soll eine Aufgabe haben und die Arbeit soll geteilt werden. „Für uns alle ist das ganze noch Neuland, also schauen wir mal, wo uns der Stammtisch noch hinführen wird. Aber die einfache Idee, hat inzwischen richtig Fahrt aufgenommen."

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