Nach wie vor ist es aufgrund hoher Infektionszahlen nicht erlaubt, im Geschäft einzukaufen. Das Land NRW hat die entsprechende Verordnung nachgebessert. © picture alliance/dpa
Einzelhandel

Geschäfte in Lünen müssen am Dienstag zu „Click & Meet“ zurückkehren

Die Freude über das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster währte nur kurz: Die Lüner Läden müssen aufgrund einer angepassten Verordnung am Dienstag (23. März) zum Termingeschäft zurückkehren.

Für einen kurzen Moment war so etwas wie Euphorie zu spüren – doch dann wurden der City-Ring und die Innenstadthändler schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: Hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster zunächst die Beschränkungen für den Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen für unzulässig erklärt, konterte das Land NRW postwendend mit einer neuen Corona-Schutzverordnung. Die Freude über die Ladenöffnungen währte damit nur kurz.

Das OVG hatte unter Verweis auf die Ungleichbehandlung verschiedener Branchen die Einschränkungen für den Einzelhandel in NRW gekippt. Damit konnten alle Läden wieder öffnen und mussten nicht mehr auf Terminvergabe und „Click & Meet“ setzen. „Wir freuen uns natürlich sehr darüber“, sagte City-Ring-Vorsitzender Helmut von Bohlen in einer ersten Reaktion am Montagmittag.

Der City-Ring sei gerade dabei gewesen, eine Übersicht für Lünen zu erstellen, wo man bei welchen Händlern Termine ausmachen kann. „Das hat sich erstmal erledigt, wir können wieder so arbeiten wie früher“, so von Bohlen. Mit „wie früher“ meint er die Zeit vor dem zweiten Lockdown, als sich eine begrenzte Anzahl von Kunden mit Maske in einem Geschäft aufhalten durfte. „Die Maskenpflicht und die Einhaltung der AHA-Regeln sind weiter selbstverständlich.“

Rückkehr zum Termingeschäft

Doch das Land NRW war von dieser Selbstverständlichkeit wohl nicht überzeugt. Wenige Stunden nach Bekanntgabe des OVG-Urteils erklärte die Landesregierung, dass es eine neue Corona-Schutzverordnung geben wird: „Damit werden aus Gleichheitsgründen auch für Schreibwarenläden, Buchhandlungen und Gartenmärkten Terminvereinbarungslösungen vorgesehen“, teilte NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) mit. Anstatt spontaner Shopping-Ausflüge kehrt der Handel also ab Dienstag (23. März) zum reinen Termingeschäft zurück.

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Für die Stadt Lünen bleibt das Hin und Her folgenlos. Da das Urteil ab sofort galt, konnten die Läden auch zunächst umgehend ihre Türen wieder öffnen. Seitens der Stadt seien keine Maßnahmen erforderlich gewesen, wie Stadtsprecher Benedikt Spangardt erklärte. Besondere lokale Regelungen gebe es in Lünen nicht, auch wenn die Stadt als Ordnungsbehörde grundsätzlich solche Maßnahmen anordnen könnte. Daran werde aber im Moment nicht gedacht. Die Stadt Lünen sei an dieser Stelle lediglich insofern involviert, „als sie als Ordnungsbehörde für die Einhaltung der Regeln zuständig ist“.

Helmut von Bohlen reagierte am späten Nachmittag fassungslos: „Ich weiß nicht, wie man das noch vermitteln will. Erst ist es himmelhochjauchzend, nun zu Tode betrübt.“ Der City-Ring-Vorsitzende wünschte allen Händlern viel Kraft. Die Abfrage zu „Click & Meet“ wird der City-Ring nun doch umsetzen. Müssen.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben den Text im Laufe des Montags (22. März) um weitere Informationen und Entwicklungen aktualisiert.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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