Impfpatienten bei der Anmeldung in einem Impfzentrum. Für über 80-jährige Ehepartner ist es bislang nur schwer möglich, einen gemeinsamen Impftermin zu bekommen. © dpa
Impftermin-Vergabe

Gemeinsame Impftermine für Ehepartner: KVWL arbeitet an Online-Lösung

Wie kommen über 80-jährige Ehepartner an einen gemeinsamen Impftermin? Telefonisch klappt das mit etwas Glück. Online bislang gar nicht. Das sagen Ministerium und Kassenärztliche Vereinigung.

Der Auftakt zur landesweiten Impfterminvergabe an über 80-Jährige vor gut einer Woche (25.1.) verlief chaotisch – sowohl per Telefon als auch online. Teilweise brachen die Leitungen zusammen. Zudem war – und ist es bis heute – technisch nicht möglich, dass Ehepartner im Internet gemeinsame Termine buchen können. Das soll sich von Ende Februar an ändern.

„Wir gehen davon aus, dass das System gemeinsame Buchungen ab ca. Ende Februar ermöglichen wird.“ Das teilte eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung (KVWL, Dortmund) der Redaktion am Dienstag (3. Februar) auf Anfrage schriftlich mit.

Zuvor hatte es im Düsseldorfer Gesundheitsministerium geheißen:

„Ja, das Problem ist bekannt. Es wird von den Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe mit Hochdruck an einer pragmatischen Problemlösung gearbeitet.“

Die von Vereinigungen jeweils genutzte Software/Webanwendung solle sobald wie möglich so angepasst werden, dass beide Ehepartner gemeinsam Termine beziehungsweise zusammenhängende Termine erhalten können.

Wie es weiter hieß, müsse bis „dahin die Hotline 080011611702 für den Bereich KVWL und für den Bereich Nordrhein die 080011611701 angerufen werden. Dann können gemeinsame Termine über das Callcenter ausgesucht werden.“

Was aber auch nicht immer klappt, wie das Lüner Ehepaar Ernst (84) und Elfriede Beiteke (85) unserer Redaktion am Dienstag (26.1.) erklärte:

„Das kann doch wohl nicht sein, dass wir als Ehepaar keinen gemeinsamen Termin bekommen haben. Das ist doch ein Witz. Ich bete zum lieben Gott, dass die das noch irgendwie ändern.“

Weil eine gemeinsame Terminbuchung online nicht möglich war, hatte es Beitekes Tochter über die Hotline versucht und am Ende vier getrennte Termine (Erst- und Zweitimpfung) für ihre Eltern bekommen. Die Callcenter-Mitarbeiter seien nicht in der Lage gewesen, einen gemeinsamen Erst- beziehungsweise Zweittermin zu vergeben, hatte Ernst Beiteke seinerzeit gesagt.

Wie viele andere über 80-Jährige in NRW diese leidliche Erfahrung gemacht haben, ist derweil nicht bekannt.

Auftrag der Bundesregierung

„Die Bundesregierung hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die kv.digital, das ist eine Tochtergesellschaft der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, mit der Entwicklung einer bundeseinheitlichen Terminsoftware für alle Impfzentren beauftragt“, teilte uns die KVWL weiter mit:

„Leider hat das von der kv.digital entwickelte Buchungssystem im Moment keine Funktion, um automatisch zwei ‚benachbarte‘ Termine zum Beispiel für Ehepaare zu buchen.“

Bei der Terminvergabe würden in der Regel mehrere Terminvorschläge gemacht, sodass hier gegebenenfalls zeitlich aufeinander abgestimmte Termine ausgewählt werden könnten – sofern diese vorhanden sind, hieß es bei der KVWL weiter:

„Wie Sie wissen ist die Menge des Impfstoffs im Moment begrenzt und damit auch die zur Verfügung stehenden Termine, gleichzeitig ist die Nachfrage aber sehr groß.“ Der Spielraum für eine abgestimmte Terminvergabe sei daher nicht ausgeschlossen, aber begrenzt.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks

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