Gegen die Stadttauben auf der Lippebrücke (Archivbild) will die Verwaltung mit Stromdrähten vorgehen. © Goldstein
Innenstadt

Gegen Taubenplage: Stromdrähte sind in Lüner City längst im Einsatz

Die Taubenplage in der City wird die Stadt weiter beschäftigen. Ihre Ankündigung, Stromdrähte einzusetzen, ist bei manchen Bürgern nicht gut angekommen. Dabei gibt es die in Lünen längst.

Für Ferdinand von Pfeffer ist es Zeit zu handeln. Er hatte die Zustände im Tunnel Stadttorstraße kritisiert. Hier verschmutzen Tauben den Bürgersteig derart, dass Passanten kaum gefahrlos gehen können. Die Stadt kennt die Situation. Mit den Wirtschaftsbetrieben Lünen (WBL) hat sie einen Reinigungsvertrag und jetzt nochmal Säuberung angefordert.

Doch das Problem liegt tiefer. Die erst vor einem halben Jahr unter der Brücke montierten Stacheln, die das Niederlassen der Tauben verhindern sollen, sind wirkungslos. Denn die Tauben nisten trotzdem. Sie füllen die Zwischenräume der Stacheln mit Nistmaterial auf und bauen weiter ihre Nester.

Tierliebhaber aufgebracht

Zur Plage sind sie auch an der Lippebrücke Lange-/Münsterstraße geworden. In Scharen bevölkern sie die Rundbögen und ein benachbartes Hausdach. Die Stadt prüft Lösungen, und zieht auch Stromdrähte und Gitter in Erwägung. Das allerdings hat einige Tierliebhaber aufgebracht.

Dabei wird in Lünen längst Strom gegen Tauben eingesetzt. Wie die Stadt am Freitag (15.1.) ergänzend mitteilt, sei eine solche Anlage unter dem Vordach des Technischen Rathauses am Marktplatz installiert. Es handele sich um ein zugelassenes Abwehrsystem, erklärt Stadtsprecher Benedikt Spangardt, und sei mit einem Weidezaun vergleichbar. „Den Tieren wird dadurch kein körperlicher Schaden zugeführt.“ Regelmäßig würden diese Stromdrähte an Gebäuden und Brücken im innerstädtischen Bereich eingesetzt.

Weitere Option prüfen

Bürger brachten auch ein Taubenhaus ins Gespräch, in dem die Tiere außerhalb der Fußgängerzone nisten könnten. Das habe die Stadtverwaltung laut Spangardt noch nicht konkret in Erwägung gezogen, wolle sich diese Option aber anschauen.

Einen anderen Vorschlag macht Michael Kranefoed, der seit drei Jahren in Lünen lebt. Der Geschäftsmann führte viele Jahre ein Juweliergeschäft in Gelsenkirchen und hat dort eine ähnliche Tauben-Problematik erlebt. Auch dort seien Versuche gescheitert, die Tiere mit ausgelegten Stacheln zu vertreiben.

Falke als natürliche Waffe

Geholfen habe letztlich eine natürliche Waffe: Ein Falke, Erzfeind der Tauben. Nachdem ein Falkner mehrfach mit seinem gefiederten Jäger aufgetaucht sei, hätten die Tauben Reißaus genommen. Nach mehrfachem Falkeneinsatz hätten die Taubenbestände in Gelsenkirchen deutlich reduziert werden können, ist sein Tipp auch für Lünen.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Lünen ist eine Stadt mit unterschiedlichen Facetten. Nah dran zu sein an den lokalen Themen, ist eine spannende Aufgabe. Obwohl ich schon lange in Lünen arbeite, gibt es immer noch viel zu entdecken.
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Magdalene Quiring-Lategahn

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