Geburtstagsparty in Lünen endet mit Prügelei: Zeugen sind sich uneinig

dzProzess am Amtsgericht

Es sollte eine fröhliche Geburtstagsparty in Lünen werden, endete aber mit Gewaltausbrüchen und Verletzungen. Bereits am ersten Verhandlungstag gibt es etliche Versionen, was passiert sein soll.

von Sylvia Mönnig

Alstedde

, 23.10.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine fröhliche Geburtstagsparty endete mit Verletzten und Gewaltausbrüchen. Nun befasst sich das Amtsgericht mit der Novembernacht vor zwei Jahren in Lünen. Und, bereits nach dem ersten Verhandlungstag gibt es etliche Versionen, was sich abgespielt haben soll.

Novembernacht 2018 sorgt immer noch für Emotionen

Die Fronten sind verhärtet, nach wie vor kochen immer wieder Emotionen hoch. Ein friedliches Verhältnis zwischen dem angeklagten Paar aus Bergkamen und ihrem mutmaßlichen Opfer, einer 33-Jährigen aus Lünen, wird es in diesem Leben wohl nicht mehr geben. Dem Prozess, der nun begann und in dem der 31-Jährigen aus Bergkamen und ihrem Freund (27) gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt wird, ging die Nacht auf den 18. November 2018 voraus.

Die Angeklagte und eine Freundin feierten ihre Geburtstage in einem Vereinsheim in der Nähe der Alstedder Straße. Bereits dort soll es zum Streit und zu einem ersten Angriff auf die Lünerin gekommen sein. Vor der Hütte, so der Vorwurf, soll ihr die Angeklagte eine Kopfnuss gegeben und dann mit mehreren Freundinnen auf die am Boden liegende Frau eingetreten haben.

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Die Betroffene, so der weitere Vorwurf, flüchtete und wurde auf der Alstedder Straße von dem Paar, das ihr mit dem Auto folgte, gestellt. Bei der Gelegenheit soll der angeklagte Bergkamener dem Opfer in den Rücken gesprungen sein und beide sollen auf die Frau eingetreten haben. Fakt ist, dass die 33-Jährige aus Lünen unter anderem Prellungen und eine Gehirnerschütterung erlitt.

Verteidiger liest Erklärung vor

Soweit zu dem, was dem Paar aus Bergkamen zur Last gelegt wird. Beide wollten sich zu Verhandlungsbeginn nicht äußern, später gab es eine Verteidigererklärung. Demnach sei das mögliche Opfer die eigentliche Aggressorin gewesen – bereits vor der Hütte und auch später auf der Alstedder Straße, wo die Frau nur hätte zur Rede gestellt werden sollte. An der Stelle, an der die Lünerin die Angeklagte erneut mit Tritten attackiert habe, habe er, der Angeklagte, dann auch mehrfach zugetreten. Ein Attest zu den Verletzungen, die die Bergkamenerin davongetragen habe, sei vorhanden.

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Die mutmaßlich Geschädigte wurde gehört und machte ihrerseits dem Paar massive Vorwürfe. Wobei sie immer wieder andere Angaben als damals bei der Polizei machte. Und auch die unbeteiligten Zeugen vom Tatort Alstedder Straße, die sich alle durch Zivilcourage auszeichneten, schilderten unterschiedliche Wahrnehmungen – zum Beispiel wenn es um die Anzahl der Personen oder den Ablauf ging. Mitte November wird der Prozess fortgesetzt. Dann sollen weitere Zeugen Licht ins Dunkel bringen.

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