Gastronomen in Lünen reagieren zurückhaltend auf neue Chance im Freien

dzSondernutzungsgebühren

Die Stadt Lünen will den Gastronomen für 2020 keine Sondernutzungsgebühren in Rechnung stellen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass viele ihre Außenflächen erweitern könnten. Tun sie aber nicht.

Lünen

, 02.06.2020, 16:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gastronomie zählt zu den Branchen, die besonders stark unter der Corona-Krise zu leiden hatten - und immer noch haben. Um den Restaurants unter die Arme zu greifen, will die Stadt Lünen für 2020 keine Sondernutzungsgebühren einziehen. Diese Gebühr bezahlen Restaurants, Kneipen und Cafés, die neben dem Lokal auch Außenflächen nutzen.

Dabei kommt es auf die Fläche an, die man für die Außengastronomie in Anspruch nehmen möchte. Da die Gebühren für 2020 entfallen sollen, können Restaurants also theoretisch deutlich mehr Tische und Stühle im Freien aufstellen - und so zumindest in der Theorie mehr Gäste bewirten als es in geschlossenen Räumen, wo strengere Hygieneregeln gelten als im Freien.

Politischer Beschluss fehlt noch

In der Praxis sieht das Ganze allerdings anders aus. Wer seine Außenfläche vergrößern möchte, muss das bei der Stadt beantragen. Das Ordnungsamt prüft dann, ob die Erweiterung problematisch ist - was zum Beispiel in der Fußgängerzone passieren kann, wo es sonst zu eng werden würde.

Doch die Gastronomen in Lünen zeigen sich in dieser Sache eher zurückhaltend. „Bisher liegt uns ein einziger Antrag auf eine solche Erweiterung vor“, erklärte Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage. Grundsätzlich würde die Verwaltung solche Anträge noch gar nicht bescheiden, denn es fehlt noch der politische Beschluss. Der fällt aller Voraussicht nach in der Ratssitzung am 25. Juni. Es zeichnet sich allerdings bereits eine politische Mehrheit für den Verzicht ab.

Solange es den Beschluss jedoch noch nicht gibt, haben Gastronomen trotzdem die Chance, ihre Außenflächen zu erweitern. „Sofern es ordnungsbehördlich keine Einwände gibt, dulden wir das und sagen: Macht erst mal“, sagt Benedikt Spangardt.

Auch Parkgebühren weiter ausgesetzt

Während die Erweiterung der Außengastronomie in jedem Fall beantragt werden muss, läuft der Verzicht auf die Sondernutzungsgebühren von alleine. „Da erreichen uns deutlich mehr Anfragen von Gastronomen, die das beantragen wollen“, berichtet der Stadtsprecher. Da die Initiative hier jedoch von der Stadt ausgehe, sei kein Antrag notwendig: „Die Gebühren werden einfach nicht eingezogen.“

Für das laufende Jahr hatte die Stadt Lünen mit rund 50.000 Euro Einnahmen kalkuliert. Es wäre nicht der Einzige „Ausfall“ auf der Habenseite: Ebenfalls am 25. Juni soll der Rat über das Aussetzen der Parkraumbewirtschaftung entscheiden. Wie berichtet werden seit Beginn der Corona-Pandemie keine Parkgebühren mehr erhoben. Diese Praxis soll bis zum 31. August 2020 fortgesetzt werden. Die Stadt rechnet mit möglichen Einnahmeverlusten von rund 160.000 Euro.

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