Für den Oldtimer von Onkel Manfred interessiert sich schon die nächste Generation

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Der Kilometerstand ist rekordverdächtig, die Ausstattung original erhalten: Der Mercedes 230 E von Manfred Kolodziejski ist ein echtes Schätzchen.

Lünen-Süd

, 01.04.2019, 12:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als kleiner Junge saß er auf der Rückbank eines Mercedes 180 seines Onkels Artur Schulz und hatte den Stern vor Augen. Heute, mehr als 50 Jahre später, sitzt Manfred Kolodziejski selber am Steuer und lenkt seinen Oldtimer Mercedes 230 E, das Modellreihe W124, Baujahr 1987, über die Straßen des Lüner Südens.

„Eigentlich bin ich ein echter Mercedes-Fan, aber ehe ich mir das Schätzchen im Jahre 1999 zulegte, hatte ich einen alten BMW 520. Das Auto war aber dauernd kaputt. Also habe ich mir meinen Traum erfüllt.“

Für den Oldtimer von Onkel Manfred interessiert sich schon die nächste Generation

Der Mercedes hat schon über 200.000 Kilometer zurückgelegt. © Blandowski

Der Traum ist ein Mercedes 230 E mit 130 PS, der beim Kauf 120.000 Kilometer auf dem Tacho hatte. Der frühere Steiger der Zeche Haus Aden hat diese Entscheidung nicht bereut.

Fünfgang-Schaltung und Servolenkung

Nimmt der aufmerksame Autoliebhaber Platz auf den blau-metallic-farbigen Stoffsitzen, scheint es, als sei die Zeit stehen geblieben. Alle Armaturen sind natürlich analog. Fünfgangschaltung und Servolenkung waren zwar serienmäßig, dafür waren die Fensterheber manuell zu bedienen. Und der Feuerlöscher hat seinen Platz unter dem Fahrersitz.

Für den Oldtimer von Onkel Manfred interessiert sich schon die nächste Generation

Die Anzeigen im Mercedes 230E. © Blandowski

„Damals war mein Mercedes ein Modell der oberen Mittelklasse. An dem Wagen sind noch alles Originalteile. Nur das obligatorische Becker-Radio von Mercedes habe ich gegen eine moderne Variante eingetauscht.“ Die Reifen auf Stahlfelgen werden von den Original-Radkappen von Mercedes bedeckt.

Die nächste Generation hat Interesse

Fast 240.000 Kilometer sind hinzugekommen, seit der Wagen im Besitz von Manfred Kolodzieski ist. Aber der Benz ist einfach nicht kaputt zu kriegen. Ein kräftiger Tritt aufs Gaspedal verspricht nach wie vor puren Fahrspaß. Bei etwa elf Liter Super bleifrei auf 100 Kilometer liegt der Verbrauch.

„Mein Neffe Marcus hat schon seinen Bedarf für das Fahrzeug angemeldet“, berichtet der stolze Besigtzer, Er habe ihn gebeten, möglichst wenig mit dem Wagen zu fahren, weil er ihn später mal übernehmen will. „Onkel Manfred“ freut diese Begeisterung für seinen Oldtimer.

Mit Schlägel und Eisen am Kühlergrill

Als Zeichen der Verbundenheit mit dem Bergbau, dem einstigen Brötchengeber des Steigers aus dem Lüner Süden, hat der heute 60-jährige Schlägel und Eisen, die Bergbauzeichen, am Kühlergrill installiert. Mit dem Oldtimer-Kennzeichen „LÜN-MK 58H“ hat Manfred Kolodziejski seinen Wohnort, sein Namenskürzel und Geburtsjahr in sechs Buchstaben und zwei Ziffern in Kurzform zusammengefasst.

Wir stellen in unserer Serie Oldtimer und ihre Besitzer aus Lünen vor. Wenn Sie auch ein altes Schätzchen in der Garage oder der Scheune stehen haben, melden Sie sich gerne bei uns: lokalredaktion.luenen@ruhrnachrichten.de
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