City-Ring-Vorsitzender Helmut von Bohlen lässt sein Haar wachsen. Das empfindet er auch als Ausdruck der Solidarität. © von Bohlen
Friseure im Lockdown

Friseure geschlossen: Was Lüner Promis jetzt mit ihren Haaren machen

Dass Friseursalons im Lockdown sind, wird auf den Köpfen mancher Lüner Promis sichtbar. Es zeigt sich der Corona-Look. Nicht nur der Bürgermeister legt ab und zu morgens mal selbst Hand an.

Seit Mitte Dezember haben die Friseure geschlossen. Das stellt viele vor haarige Probleme. Denn die Frisur gerät aus der Form. Die Redaktion hat bei einigen in der Öffentlichkeit stehenden Lünern nachgefragt, wie sie es mit ihren Haaren halten. Die Strategien sind unterschiedlich.

„Ich habe sozusagen Glück gehabt: Ich war Anfang Dezember beim Friseur, als noch gar nicht klar war, ob der ‚harte Lockdown‘ kommt“, schildert Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns. „Bei dem Friseurbesuch ist der Haarschnitt jedenfalls für meine Verhältnisse ziemlich kurz geraten – ich war tatsächlich sogar ein bisschen erschrocken.“

Jetzt allerdings profitiere er davon, weil die Haare noch nicht wieder so lang seien. „Ab und zu greife ich morgens selbst zum Haartrimmer und sorge an der einen oder anderen Stelle der Frisur für ein bisschen Ordnung. Das wird auch noch ein paar Wochen funktionieren, glaube ich.“

Kämmerin Bettina Brennenstuhl sagt zu dem Thema: „Ich fände es schon gut, wenn ich mal wieder zum Friseur käme, vor allem, weil in der Frisur mittlerweile kein Schnitt mehr drin ist. Aber es ist ja ganz klar, dass wir da alle noch ein bisschen Geduld haben müssen. Die Konsequenz bei mir persönlich ist, dass ich im Moment oft mit zusammengesteckten Haaren oder einem Dutt zu sehen bin.“

Wachsen lassen als Ausdruck der Solidarität

Helmut von Bohlen, Vorsitzender des City-Rings Lünen, würde inzwischen gerne zum Friseur gehen. Dass er es nicht kann, findet er auch richtig in der aktuellen Corona-Situation. „Ich empfinde es als einen Ausdruck der Solidarität, die Haare wachsen zu lassen. Kein Verständnis habe ich für diejenigen, die sich heimlich in irgendwelchen Privatwohnungen oder Kellern die Haare schneiden lassen.“ Von Bohlen war noch einen Tag vor dem Lockdown beim Friseur, „als hätte ich es geahnt.“ Beim Blick in den Spiegel sagt er: „Es passt noch.“

An seine Haare lässt Christoph Tölle, CDU-Fraktionschef, nur einen Profi und noch nicht mal seine Frau. Er lässt sie wachsen, „es bleibt mir nichts anderes übrig.“ Noch sei es auszuhalten und kleine Korrekturen nehme er auch mal selber mit dem Langhaartrimmer vor.

Hunde dürfen und Menschen nicht

Auf ein Öffnen der Salons Mitte Februar hofft Michael Mombauer, Pfarrer der katholischen Großgemeinde St. Marien. „Sonst habe ich ein Problem.“ Er merke schon so langsam, dass die Haare länger werden und mag es eigentlich lieber kürzer. Ein richtiger Schnitt tue auch der Seele gut. Aber er arrangiert sich mit der Situation: „Es ist wie es ist“. Dass allerdings Hunde zum Friseur dürfen und Menschen nicht, das ist für ihn ein Rätsel.

Annette Droege-Middel, CDU-Stadtverbandvorstand, lässt außer ihrer Stammfriseurin niemanden an ihr Haar. Das trägt sie jetzt länger und zu Hause auch zusammengebunden zum Pferdeschwanz. „Getönt habe ich selber. Ob das geglückt ist, ist eine andere Frage.“

Bart wie während der Ferienfreizeiten

Dirk Berger, Gemeindepädagoge der Evangelischen Kirchengemeinde Lünen, sieht verändert aus. Das habe aber nichts mit dem Friseur-Lockdown zu tun. Er lässt sich einen Bart stehen, wie sonst im Sommer während der Ferienfreizeiten. Mit dem Haupthaar habe er ohnehin keine Probleme. „Das ist bei mir ja überschaubar“, sagt er. Das kürzt seine Freundin alle paar Wochen mit dem Rasierer auf neun Millimeter.

Gemeindepädagoge Dirk Berger hat ein ähnliches Problem - mit seiner Hausnummer.
Gemeindepädagoge Dirk Berger hat ein ähnliches Problem – mit seiner Hausnummer. © Jankord © Jankord

Auch bei Joachim Horn, Chef von Reisebüros in Lünen und Selm, sorgt seine Frau für die richtige Fasson. „Es ist gut geworden“, sagt er. Dass er sich einen Bart wachsen lässt, habe nichts mit der Corona-Krise zu tun. Wenn die Friseure wieder öffnen, ist es für Joachim Horn „eine Selbstverständlichkeit, das Handwerk zu unterstützen.“ Für ihn ist der Friseurbesuch mit den hygienischen Standards auch ein Ort der sozialen Kontakte. „Jeder Schritt in die Normalität ist wichtig für uns.“.

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Lünen ist eine Stadt mit unterschiedlichen Facetten. Nah dran zu sein an den lokalen Themen, ist eine spannende Aufgabe. Obwohl ich schon lange in Lünen arbeite, gibt es immer noch viel zu entdecken.
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Magdalene Quiring-Lategahn

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