„Fridays for Future“: Seniorenchor will Jugendliche mit einem Lied in Lünen unterstützen

dzChor Jungbrunnen

Nur einfach fröhlich gemeinsam singen, das ist dem Seniorenchor „Jungbrunnen“ zu wenig. Die Sänger lieben Auftritte und planen einen besonderen. Der hat was mit „Fridays for Futures“ zu tun.

Nordlünen

, 16.02.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dieser Chor macht seinem Namen alle Ehre - die Sängerinnen und Sänger, Durchschnittsalter knapp 82 - haben ihren Seniorenchor „Jungbrunnen“ getauft, Eigentlicht nach einem Brunnen auf dem Außengelände der Servicewohnanlage an der Gertrud-Bäumer-Straße in Nordlünen. Aber der Name scheint auch im übertragenen Sinne Programm für die Senioren zu sein.

Wer ihnen bei ihren Proben, die einmal in der Woche stattfinden, zuhört, bekommt sofort gute Laune. Mit viel Schwung und Stimmkraft singen sie „Wir werden jünger jedes Jahr“, ein Lied, das sicher jeder gerne zu seinem Geburtstag hören möchte.

„Stage Piano“ ist transporabel

Geleitet wird der Chor mit Mitgliedern zwischen 59 und über 90 von Marita Pechr und Stefanie Gatz. Beide sind Mitarbeiterinnen des Caritas-Verbandes. Marita Pechr ist für die soziale Betreuung im Service-Wohnen an der Cappenberger Straße zuständig. Ihre Kollegin für die soziale Betreuung an der Gertrud-Bäumer-Straße. Während Marita Pechr eine Ausbildung zur Diplom-Musikpädagogin absolviert hat, singt Stefanie Gatz privat gerne.

Sie begleitet den Chor auf dem „Stage Piano“. Das Instrument bekam der Chor gesponsert - durch Mittel einer Stiftung der Caritas und von den beiden Besitzern der Wohnanlage in Nordlünen, Norbert und Karl Schürmann. „Das Instrument können wir zu unseren Auftritten mitnehmen, das ist wirklich praktisch,“ freut sich Stefanie Gatz.

Sie leiten den Seniorenchor: Diplom-Musikpädagogin Marita Pechr (l.) und Stefanie Gatz (am Klavier), beide vom sozialen Dienst des Caritasverbandes.

Sie leiten den Seniorenchor: Diplom-Musikpädagogin Marita Pechr (l.) und Stefanie Gatz (am Klavier), beide vom sozialen Dienst des Caritasverbandes. © Beate Rottgardt

Wenn das Wetter endlich beständiger wird und die Temperaturen steigen, wollen die Senioren mit ihren beiden Chorleiterinnen gerne zu „Fridays for Future“ am Europaplatz gehen und die Jugendlichen dort musikalisch unterstützen. Denn sie haben ein passendes Lied dazu: „Bunte Blumen blühen“. Ein Lied, das sich mit der Natur beschäftigt und ihrem Erhalt. „Das passt genau zu den Anliegen der ,Fridays for Future`-Bewegung“, so Marita Pechr.

Einer der wenigen Männer kam im Kleid zur Probe

Mehr als 20 Sängerinnen und Sänger gehören mittlerweile zum „Jungbrunnen“. Die meisten wohnen in den Anlagen Gertrud-Bäumer- und Cappenberger Straße. Aber einer der Sänger kommt auch wöchentlich aus Horstmar zu den Proben.

Männer sind eher rar im Chor gesät. Und weil Sänger Ferdinand Mutzke, genannt Ferdi, immer den Schalk im Nacken hat, kam der 85-Jährige zur zweiten Probe im Kleid: „Damit wir alle Spaß haben.“ Im Sommer, wenn einige der Sänger gerne draußen sitzen und einfach so miteinander singen, holt Mutzke seine Mundharmonika und begleitet die Mitbewohner.

Die Sängerinnen und Sänger des Chores haben merklich Spaß am gemeinsamen Gesang und den meist fröhlichen Texten der Lieder.

Die Sängerinnen und Sänger des Chores haben merklich Spaß am gemeinsamen Gesang und den meist fröhlichen Texten der Lieder. © Beate Rottgardt

Spaß hat der Chor vor allem bei den Liedern. Seit der Gründung 2017 gehören inzwischen fast 40 Lieder zum Repertoire. Darunter auch eins, das mittlerweile das Lieblings-Lied der Sängerinnen und Sänger geworden ist. Obwohl sie sich anfangs gar nicht dran getraut hatten - weil es einen afrikanischen Text hat. Den beherrschen sie beim Kanon perfekt. Ilse Dittmann (82) hat das Lied sogar schon bei einem Krankenhausaufenthalt ihren Mitpatienten vorgesungen.

Neu mit dabei sind Karin Saatkamp (82) und Hannelore Kött (81). Sie fühlen sich offensichtlich sofort wohl im Kreis des „Jungbrunnens“.

Der nun das Lieblingslied von Marita Pechr singt, den Schlager „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“. Und bei „Eine Oma ging spazieren“ wird dann auch noch ein bisschen mitgehüpft.

Weitere Auftritte sind geplant

Die Musik des „Jungbrunnens“ kommt an. Bei einem Auftritt in der Stadtkirche St. Georg gab es „standing ovations“. Auch in diesem Jahr sind wieder einige Auftritte geplant, in Lüner Service-Wohnanlagen - und eben bei „Fridays for Future“. Dort beweisen die Senioren, von denen viele früher schon in Chören gesungen haben, dass Freude an Musik und gemeinsames Singen tatsächlich jung hält.

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