Die Skulptur „Europa“ ist noch nicht sehr bekannt. © Görlich
Europaplatz

Flaschenöffner oder Basketballkorb? Rätselraten um Skulptur in Lünen

Die neu errichtete Lichtskulptur „Europa“ auf dem gleichnamigen Platz am Rathaus wird am Freitag (23.7.) der Lüner Bevölkerung übergeben. Viele von ihnen können damit noch nichts anfangen.

Es ist viel los am späten Donnerstagnachmittag in der Lüner Innenstadt. Auch über den Europaplatz schlendern einige Menschen. Immer wieder fragende Blicke in Richtung der blauen Riesen-Skulptur, die seit wenigen Tagen mitten auf dem Platz steht.

Was ist das nur für ein Gebilde? Ein Vater bleibt mit seinem Kind an der Treppe vor dem Platz kurz stehen, schaut interessiert in Richtung Stahlkonstruktion und setzt seinen Weg fort mit dem Kommentar: „Entweder ist das Kunst, oder es kann weg.“

Basketballkorb ohne Netz

Zwei Männer laufen quer über den Platz. Schon von weitem hört man sie über die Skulptur reden, die sich ihnen in den Weg stellt. Einen der beiden erinnert das Gebilde beim ersten Anblick an einen Basketballkorb. „Man müsste nur noch ein Netz dranmachen“, sagt er sichtlich amüsiert.

Mitten auf dem Europaplatz steht die Lichtskulptur „Europa“ © Görlich © Görlich

Ein junges Paar, das ebenfalls den direkten Weg quer über den Platz wählt, wird ebenfalls auf das Kunstwerk aufmerksam. Auf Nachfrage sagt der junge Mann: „Es ist direkt ins Auge gesprungen, als wir hier lang gelaufen sind. Für mich sah es erstmal aus wie ein großer Flaschenöffner.“

Aufgeklärt über den Hintergrund der Installation folgt ein ernüchterndes Fazit: „Die Idee finde ich gut, aber die Umsetzung finde ich mager.“ Wie hätte es denn besser werden können? „Wenn die Sterne auf dem Boden aufleuchten würden, hätte das für meinen Geschmack besser ausgesehen.“

Seine Freundin ist da nicht ganz so kritisch: „Ich finde das schön. Der Platz war immer so leer und jetzt sieht das ein bisschen hübscher hier aus.“

„Bereicherung für den Platz“

Auf einer Bank auf dem Europaplatz, mit direktem Blick auf die Skulptur, haben zwei junge Männer Platz genommen. Auch sie wissen zuerst nicht, was es mit dem Kunstwerk auf sich hat. Nichtsdestotrotz sagt einer von ihnen: „Über Kunst kann man ja streiten, aber ich glaube, es ist eine Bereicherung für den Platz.“ Er ergänzt „Vielleicht sollte man aber irgendwo erklären, was das Kunstwerk zu bedeuten hat.“

Immer wieder ist an diesem Nachmittag der Wunsch zu vernehmen, dass nicht nur die zwölf Gründerstaaten der EU an diesem Kunstwerk mit eigenen Sternen vertreten sein sollten, sondern sämtliche Mitgliedsstaaten. Viele konnten sich aber dennoch mit dem neuen Stahlriesen anfreunden.

Vom Förderverein Kunst und Kultur initiiert

In Auftrag gegeben wurde die Europa-Skulptur vom Förderverein Kunst und Kultur in Zusammenarbeit mit der Europa Union, Stadtverband Lünen. Der Berliner Künstler Jan-Peter E.R. Sonntag gestaltete die Lichtplastik. In dem Lichtkranz leuchten in unregelmäßigen Abständen zwölf Sterne auf – in Anlehnung an die Europaflagge und „angetrieben“ von Sonnenenergie. Am Freitag (23.7.) wird das Kunstwerk offiziell übergeben.

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1989 im Ruhrgebiet geboren, dort aufgewachsen und immer wieder dahin zurückgekehrt. Studierte TV- und Radiojournalismus und ist seit 2019 in den Redaktionen von Lensing Media unterwegs.
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