Ausgerollte Plakate, Sprechchöre und gemeinsam gesungene Lieder für mehr Umweltschutz sorgten während der Mahnwache von FFF-Lünen am Samstagnachmittag, auf dem Lüner Marktplatz, für ein lautes Stimmungsbild. © Michael Blandowski
Mahnwache

FFF geht bei Mahnwache in Lünen „Auf die Barrikaden“ für mehr Klimaschutz

Lautstarker Protest ist am Samstag der Lüner Politik vor dem Rathaus entgegengeschlagen. Mit Abstand, Masken und deutlichen Botschaften forderten Klimaschützer auf dem Marktplatz den Kurswechsel.

Sie waren nicht zu überhören und brachten ihren Unmut zum Ausdruck. Die Sprechchöre „Lünen 2035“, „Lünen sei fleißig für 2035“ oder das angestimmte Lied „Auf die Barrikaden“ in Richtung Lüner Rathaus sorgten am Samstagnachmittag (22.5.) für ein starkes Meinungsbild.

Mitglieder der Lüner „Fridays For Future“ (FFF) Gruppe, der Lüner Initiative gegen globale Armut (LIGA) sowie weitere interessierte und engagierte Jugendliche und junge Erwachsene setzen auf dem Lüner Marktplatz ein Signal für den Klimaschutz.

Gleichzeitig protestierten sie gegen die Zielsetzungen des Pariser Klimaabkommen bis ins Jahr 2050. Nicht die grundsätzliche Forderung nach Klima- und Umweltschutz sei die Wurzel des Übels, sondern die Laufzeit für die Klimaneutralität bis ins Jahr 2050 reiche nicht aus sowie die dort festgehaltenen Verbesserungsvorschläge seien bei weitem unzureichend.

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FFF und LIGA protestieren auf Markplatz in Lünen

Nach Auffassung von FFF sei nur mit einem radikalen Wechsel der derzeitigen Politik der Klimawandel noch aufzuhalten. Und das bis ins Jahr 2035 mit viel weiterreichenden Maßnahmen, als bisher verabschiedet.

Last für Klimaschutz ungerecht verteilt

„Wir müssen alle an einem Strang ziehen. Sollten wir so weitermachen wie bisher, steigt die weltweite Erderwärmung um drei Grad Celsius an“, so die deutliche Kritik von Emily Platte. „Kipppunkte in unserem Ökosystem, beispielweise die voranschreitende Polareisschmelzung in der Antarktis oder die fortschreitende Abholzung der Regenwälder, verbunden mit weniger Sauerstoff die gesamte Weltbevölkerung, sind nur zwei von vielen schädlichen Indikatoren. So vernichten wir auch den Lebensraum der dort lebenden Tiere.“

Auch die derzeitige ungerechte Lastenverteilung für den Klimaschutz auf dem privaten Sektor, gegenüber der Industrie, seien Kritikpunkte. Dafür trage auch die Lüner Politik Verantwortung.

Deutliche Kritik gab es bei der Mahnwache auf dem Lüner Marktplatz auch an der Politik.
Deutliche Kritik gab es bei der Mahnwache auf dem Lüner Marktplatz auch an der Politik. © Michael Blandowski © Michael Blandowski

Außerdem sollte für einen besseren und schnelleren Klimaschutz die Meinung der Wissenschaft eingeholt werden.

Insbesondere der individuelle Umstieg, etwa der Wechsel vom Auto auf die Bahn oder der Konsum von weniger Fleisch könne durchaus ein Anfang sein. Sozusagen als Signalwirkung für die Gesellschaft.

„Ich denke, wir müssen Aufklärung betreiben, Widerstand und Protest leisten. So darf es mit unserer Umwelt einfach nicht weitergehen“, so die Forderung von FFF-Koordinatorin Ruth Kirschbaum.

Gemeinsam „Auf die Barrikaden“

Auch ein Plakat über das Korallensterben lieferte ein einprägsames Bild. Bei einem weltweiten Temperaturanstieg von 1,5 Grad liege die Sterbequote zwischen 70 und 90 Prozent. Bei einem halben Grad mehr steige die Zahl auf über 99 Prozent.

Mit Bannern machten FFF-Mitglieder in Lünen auch auf das globale Artensterben durch den Klimawandel aufmerksam.
Mit Bannern machten FFF-Mitglieder in Lünen auch auf das globale Artensterben durch den Klimawandel aufmerksam. © Michael Blandowski © Michael Blandowski

„Ich finde, die heutige Veranstaltung ist sehr wichtig. Wir müssen endlich handeln und aktiv werden. Sonst laufen wir in eine große Gefahr, welche wir gemeinsam nicht mehr beheben können“, so die Meinung von Besucherin Hanna Eike (15).

Das mit viel Euphorie gemeinsam gesungene Lied „Auf die Barrikaden“ spiegelte das Meinungsbild sowie die Kernbotschaft der Zusammenkunft, beziehungsweise der Mahnwache, wieder.

Um sich mit der deutlichen und berechtigten Kritik auseinanderzusetzen hat die Stadt Lünen am 1. Juni, ab 18 Uhr, zu einem Online-Zoom-Meeting eingeladen.

Auch der Klimatag, organisiert von der LIGA und Fridays for Future Lünen, widmet sich am 10. Juni unter dem Motto „Lünen fürs Klima – kleine Schritte, viele Wege“ dem Umweltthema.

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