Billiges Auto mit falschem Job: 33-jähriger Lüner kommt mit blauem Auge davon

dzAmtsgericht

Falsche Angaben in Kreditverträgen für ein Auto brachten einen 33-Jährigen vor Gericht. Ein neuer Bekannter hatte ihn darauf gebracht. Allerdings las der Angeklagte die Verträge nicht genau.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 15.02.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Aussicht auf ein schönes Auto ließ einen 33-Jährigen in Lünen alle Bedenken beiseite schieben. Quasi blind unterschrieb er einen Antrag für die Finanzierung bei einer Bank und übersah die falschen Angaben darin. Das hatte jetzt Folgen.

Der neue Bekannte, den er 2017 in einem Café traf, wusste offenbar ganz genau, welche Strippen er ziehen musste. Der Fremde fragte ihn, ob er Interesse habe, ein Auto auf Raten zu kaufen. Der 33-jährige Dortmunder, der damals schon finanziell nicht auf Rosen gebettet war, hakte nach, ob das denn gehe.

Sein Gesprächspartner versicherte ihm, dass eine negative Schufa-Auskunft, ein Ausweis und eine EC-Karte ausreichten. Er biss an. Bei zwei Autoverkäufern in Lünen erwarb er daraufhin einen gebrauchten Ford S-MAX für knapp 11.500 Euro. Bei der Gelegenheit unterschrieb er den Finanzierungsantrag. Dabei entging ihm offenbar, dass auf dem Dokument vermerkt war, er arbeite für einen Gerüstbauer in Dortmund und verdiene monatlich etwa 2000 Euro netto.

Rate immer pünktlich gezahlt

Eine glatte Lüge. Der Betrieb kannte ihn gar nicht. Später, nachdem augenscheinlich einige Verträge im Zusammenhang mit den Lüner Verkäufern nicht in Ordnung waren, geriet auch der 33-Jährige in den Fokus der Ermittlungen. Und da half es auch nicht, dass er die Raten in Höhe von 188 Euro stets bezahlte. Ihm wurde ein Betrug vorgeworfen.

Nun saß er im Amtsgericht auf der Anklagebank und versicherte, völlig arglos gewesen zu sein. Der neue Bekannte habe ihm versichert, dass er sich um alles kümmern werde. „Ich sollte nur unterschreiben – und das habe ich auch getan.“ Von der Lüge, was den Job betraf, habe er nichts gewusst. „Ich habe gedacht: Okay, wenn das möglich ist.“ Aber in Zukunft, so beteuerte er, werde er nicht mehr so leichtfertig handeln.

Mit bedingtem Betrugsvorsatz gehandelt

„Sie hätten wissen müssen, dass das zu schön war, um wahr zu sein“, hielt ihm Richter Ulrich Oehrle vor. Er habe zumindest billigend in Kauf genommen, dass etwas nicht stimmte, habe also mit bedingtem Betrugsvorsatz gehandelt. „So etwas darf sich nicht wiederholen“, mahnte Oehrle. Allerdings erhielt der 33-Jährige mit Blick auf ein komplett leeres Strafregister und seine Einlassung, die bedingt als Geständnis gewertet werden konnte, eine Chance. Er wurde verwarnt und das Gericht behielt sich die Verurteilung zu 800 Euro Geldstrafe für die Dauer von drei Jahren vor. Auflagen: Er soll die Raten weiter zahlen und 60 Sozialstunden ableisten. Derweil kassierten die Autoverkäufer, die als Zeugen geladen waren und nicht erschienen, jeweils 150 Euro Ordnungsgeld.

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