Event-Unternehmer aus Lünen zu Corona: „Die Lage ist prekär“

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Die Firma Late Night Concepts kommt aus Werne und baut gerade eine neue Zentrale rund um die alte Westfalia-Kantine in Wethmar. Der Bau geht weiter - Aufträge gibt es aber erst einmal nicht.

Lünen

, 18.03.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bauarbeiten rund um die alte Westfalia-Kantine in Wethmar schreiten gut voran. Momentan hat sogar der Chef persönlich Zeit, mit Hand an zu legen. Denn die Firma, die dort baut, Late Night Concepts aus Werne, ist bei Messen, Tagungen Kongressen und Co. für die technische und bauliche Umsetzung zuständig. Und solche Veranstaltungen fallen gerade reihenweise aus.

„Kenne keinen, der nicht betroffen ist“

„Unsere Branche trifft das Virus extremst hart“, sagt Geschäftsführer Ingo Kaiser: „Ich kenne keinen, der nicht betroffen ist.“ Auch Late Night Concepts habe viele Absagen bekommen, könne das aber momentan noch gut kompensieren. „Wenn aber im Mai und im Juni auch noch Projekte storniert werden, wird das Problem noch größer“, sagt Kaiser, der selbst in Lünen aufgewachsen ist.

Ingo Kaiser hat das Gelände gekauft - und die denkmalgeschützte Kantine gleich mit.

Ingo Kaiser hat das Gelände gekauft - und die denkmalgeschützte Kantine gleich mit. © Fröhling

Noch versuche er, das ganze positiv zu sehen: Zwei Mitarbeiter nutzen die Zeit für eine Ausbilder-Eignungsprüfung. Intern würden ansonsten Sachen abgearbeitet, die im stressigen Alltag sonst auch Mal liegenbleiben. „Aber das kann man auch nicht ewig machen.“

Deutschlandweit klagen gerade alle Unternehmen, die rund um Messen und ähnliche Veranstaltungen beschäftigt sind, über die vielen Absagen: „Die aktuelle Lage ist dramatisch“, sagte Jan Kalbfleisch vom Fachverband Messe- und Ausstellungsbau dem Online-Portal T-Online. „Wenn eine große Messe abgesagt wird, reißt das ein Riesenloch in die Auftragsbücher.“

Pläne an der alten Kantine

Das Unternehmen beschäftigt gerade rund 20 Mitarbeiter, Kurzarbeit ist momentan kein Thema. Im Schatten der 1870 gebauten Kantine der Eisenhütte Westfalia entsteht momentan ein Campus, der offen ist für kreative Köpfe. „Campus Erlebnisreich“ heißt das Projekt, mit dem Ingo Kaiser Tradition und Innovation verbinden will.
Das Bauprojekt in Lünen sei übrigens schon durchfinanziert, dafür habe er extra eine eigene Firma gegründet, sagt Kaiser. Corona-Folgen hin oder her: „Da kann nichts schiefgehen.“

Aus 20 werden 50 Mitarbeiter

Der Unternehmer Ingo Kaiser hatte die alte Kantine und das Gelände im Umfeld im Gewerbegebiet Westfalia im Frühjahr 2018 gekauft. Aus den bisher rund 20 Mitarbeitern sollen in Lünen nach früheren Angaben bis zu 50 werden. In Werne war damals kein Platz für die Expansion - daher der Umzug nach Lünen.

Die ehemalige Kantine ist das letzte erhaltene Gebäude der ehemaligen Eisenhütte. Es steht unter Denkmalschutz - eine Instandsetzung ist äußerst aufwendig. Das hatte jahrelang Investoren vom Kauf abgehalten.

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