Bergkamens Museumschef Mark Schrader hat mit den Kolleginnen und dem Kollegen aus Lünen, Werne und Kamen einen mittelalterlichen Escaperoom entwickelt, der seine Premiere im Römerpark in Oberaden erlebt. © Johannes Brüne
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Escaperoom statt Ausstellung: Museen inszenieren mittelalterlichen Spionage-Fall

Die Museen aus Bergkamen, Werne, Lünen und Kamen greifen einen Trend auf: Mit einem Escaperoom im Zelt unternehmen sie eine Zeitreise ins Mittelalter. Das lockt auch Museumsmuffel an.

Eigentlich geht es im Römerpark in Bergkamen-Oberaden um die Antike. Das sagt ja schon der Name. An diesem Wochenende allerdings steht das Spätmittelalter im Mittelpunkt. Graf Adolph III. von der Mark schlägt sein Feldlager auf. Das besteht zwar nur aus einem weißen Zelt, aber das hat es in sich: Einen mobilen Escape-Room.

Den hat der Leiter des Bergkamener Stadtmuseums Mark Schrader mit seinen Kolleginnen und Kollegen Dr. Constanze Döhrer (Werne), Dr. Katja Stromberg (Lünen) und Robert Badermann (Kamen) entwickelt. Er trägt den Namen „Das Schwarze Kreuz“ und wird in allen vier Städten und den dazugehörigen Museen Station machen. Premiere ist ab diesem Freitag bis zum Sonntag, 26. September, im Bergkamener Römerpark.

Die fünf bis sechsköpfigen Teams, die an der Aktion teilnehmen, unternehmen eine etwa einstündige Zeitreise in das Jahr 1388. Sie basiert auf historischen Ereignissen, die sich in der hiesigen Region abgespielt haben.

Mitmachen können Jugendliche, Familien mit Kindern ab acht Jahren, Vereine, Gruppen aus Firmen und ähnlichem.

Vier Museumsleiterinnen und -leiter haben kooperiert: (v.l.) Robert Badermann (Kamen), Dr. Katja Stromberg (Werne), Mark Schrader (Bergkamen) und Dr. Constanze Döhrer (Werne) © Johannes Brüne © Johannes Brüne

Sie bilden den namensgebenden Spionagering „Das schwarze Kreuz“, der im Auftrag des Bischofs von Köln, Friedrich von Saarweden, unterwegs ist. Der liegt im Streit mit den den Herren von der Mark um Ländereien und Macht. Deshalb hat er seine Spione in dessen Feldlager entsandt. Damit sie nicht enttarnt und gefangen werden, müssen sie diverse Rätsel lösen und auf diese Weise aus dem Escape-Room entkommen.

Wernes Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer erläutert die historischen Details des Escaperooms.

Bei den Lösungen geht es um Fragen aus dem Mittelalter. „Es kommt aber auch auf die richtige Kommunikation innerhalb der Gruppen an“, sagt Mark Schrader. Er hat sich mit den Kolleginnen und dem Kollegen aus den anderen Museen zusammen getan, weil sie neue Formen der Vermittlung historischer Themen entwickeln wollten.

„Das Schwarze Kreuz“

Mittelalter-Escaperoom in vier Städten

Der Escape-Room steht an folgenden Orten:

  • 24. bis 26. September: Bergkamen: Römerpark, Am Römerberg 1a, 59192 Bergkamen, Anmeldung: Tel. 02306 306021-11
  • 1. bis 3. Oktober: Werne: Karl-Pollender-Stadtmuseum, Am Kirchhof 13, 59368 Werne, Anmeldung 02389 780773 oder museum@werne.de
  • 8. bis 10. Oktober: Lünen: Museum der Stadt Lünen, Schwansbeller Weg 32, 44532 Lünen, 02306 497441 oder museum@luenen.de
  • 29. bis 31. Oktober: Kamen: Haus der Stadtgeschichte, Bahnhofstraße 21, 59174 Kamen, Tel. 02307 553412 oder -13 oder museum@stadt-kamen.de Verfügbare Termine an jedem Tag: 10 Uhr, 11.30 Uhr, 13 Uhr, 14.30 Uhr, 16 Uhr, 17:30 und 19 Uhr.
  • Preis: Der Preis pro Gruppe (bis 6 Personen, bis 7 Personen, wenn zwei Personen unter 12 Jahren teilnehmen) liegt bei 40 Euro.
  • Es gilt die 3-G-Regel, die Teilnehmenden müssen geimpft, getestet (Schnelltest, nicht älter als 24 Stunden) oder genesen sein. Schulkinder gelten als getestet. Eine Maskenpflicht besteht nicht.

Und dass das Ganze den Teilnehmern Spaß macht, ist ein ausdrücklich erwünschter Neben-, wenn nicht sogar Haupteffekt. Mit ihrem Konzept und ihrer Zusammenarbeit haben die vier Museen auch das Landesministerium für Kultur und Wissenschaft überzeugt, das ihnen Fördermittel zusprach.

Ein großer Vorteil des musealen Escaperooms besteht darin, dass er mobil ist und so ohne großen Aufwand in allen vier beteiligen Städten zum Einsatz kommen kann. Bei der Premiere im Römerpark wird die Gruppe „Die Knippenburger“ aus Bottrop und Oberaden zusätzliches Mittelalter-Flair verbreiten. In Werne und Lünen wird das Escaperoom-Zelt direkt an den Museen stehen, der Kamener Robert Badermann holt es sogar in den großen Saal ins Haus der Stadtgeschichte. „Es passt hervorragend zu unserer Ausstellungsfläche“, sagt er.

Diese Werkezeuge brauchen die Gruppen, um die Rätsel im mittelalterlichen Escaperoom zu lösen.

Mit dem Escaperoom wollen die vier Museen Menschen ansprechen, die sonst vielleicht nicht unbedingt für historische Ausstellungen interessieren. Mit dem spielerischen Format, so die Hoffnung der Museumsleiterinnen und -leiter, wecken sie womöglich Neugier und weitere Wissbegier. „Die Fortsetzung findet sich dann in unseren Museen“, sagt Mark Schrader.

Auch der Spionagering „Das schwarze Kreuz“ hat womöglich eine Zukunft. Wenn das Escaperoom-Zelt Ende Oktober in Kamen abgebaut wird, wird es nicht einfach ausrangiert. „Wir werden es in Werne und Bergkamen einlagern“, kündigt Schrader an. Spätestens im nächsten Jahr soll es dann wieder zum Einsatz kommen.

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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