„Es wird wirklich schwierig“: Lüner Gastronomen vor dem Corona-Herbst

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In der Corona-Pandemie haben viele Gastronomen verstärkt auf ihren Außenbereich gesetzt. Doch jetzt kommt der Herbst und das Wetter wird ungemütlich - wie reagieren Lüner Lokale?

von Julian Beimdiecke

Lünen

, 28.09.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange durften Gastronomen in der Corona-Pandemie nicht öffnen, dann nur mit vermindertem Platzangebot. Deswegen boten Gastronomen zuletzt vermehrt Außen-Plätze an und empfingen dort ihre Gäste - doch nun steht mit dem Herbst nicht gerade das klassische Biergartenwetter vor der Tür.

Das bereitet unter anderem dem Lüner Gastronom Bob Michaels Sorgen. „Es wird schwierig, wirklich schwierig“, prophezeit der Inhaber des Lokals „Das Greif“. 90 Prozent der Einnahmen habe er zuletzt im Außenbereich erzielt: „Die Biergärten haben uns auf gut Deutsch den Arsch gerettet.“ Er habe darüber nachgedacht, den Biergarten nun mit Heizpilzen auszurüsten, um dort auch im Herbst und Winter Plätze anbieten zu können - diese würden aber Kosten von 300 Euro pro Stück verursachen. „Dann stellt man sich natürlich Fragen: Wie viele brauche ich denn? Lohnt sich das wirklich? Und nehmen die Gäste das Angebot denn auch an?“ Deswegen glaube er nicht, dass das eine Option sei - auch wenn die Entscheidung final noch nicht getroffen ist.

Luftreiniger im „Extrablatt“

Im Außenbereich des Cafés „Extrablatt“ wird es keine Heizpilze geben. „Da verzichten wir aus Umweltschutzgründen drauf. Wir stellen stattdessen Decken zur Verfügung, die dann natürlich gewaschen und desinfiziert werden“, so Inhaber Christian Merten. Außerdem werden die Sonnenschirme mit mobilen, durchsichtigen Trennwänden versehen, sodass für die Besucher einzelne Bereiche darunter entstehen. Vorrangig setzt das Café aber darauf, den Innenbereich Corona-sicher zu gestalten: Hier steht seit Kurzem ein Luftreiniger, der einmal in der Stunde die komplette Raumluft reinigt. Insgesamt schaut er etwas optimistischer in den Herbst als Michaels: „Ich denke, wir sollten gut durch den Winter kommen.“

Keine Planungssicherheit

Auf Lüftung der Innenräume setzt auch Frank Teschler vom „Brauhaus Drei Linden“: „Wir haben glücklicherweise schon eine passende Lüftungsanlage verbaut gehabt“, so der Lokal-Inhaber. Inwiefern er den Außenbereich des Restaurants auch in der anstehenden kalten Jahreszeit nutzen kann, sei noch nicht ganz klar - den kleinen Weihnachtsmarkt, den er vor seinem Lokal veranstaltet hatte, wird es aber höchstwahrscheinlich nicht geben. Lediglich kleine, private Weihnachtsfeiern könne er in diesem Jahr anbieten: „Dafür gibt es auch schon Anfragen und auch über Weihnachten selbst sind wir schon ausgebucht“, sagt Teschler. Insgesamt mache ihm - wie den anderen Gastronomen auch - aber vor allen Dingen die Planungsunsicherheit zu schaffen.

Immerhin: Zumindest bis Jahresende bleibt die Kulanzregelung der Stadt bestehen, was die Mitbenutzung öffentlicher Flächen besteht. Das bestätigte Stadt-Sprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage.

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