Erst Moonlight-Shopping, dann verkaufsoffener Sonntag: Da machen nicht alle Händler mit

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Nur eine Woche zwischen Moonlight-Shopping und verkaufsoffenem Sonntag: Eine anstrengende Zeit für Händler und ihre Angestellte. Doch nicht jeder aus der Lüner City zieht mit.

Lünen

, 02.09.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst am Samstag (31.8.) lockte die schön illuminierte Innenstadt zum „Moonlight-Shopping“ mit Musik, Stadtführungen und Fabelwesen - und bereits am nächsten Wochenende folgt ein verkaufsoffener Sonntag. Beide Veranstaltungen werden vom City-Ring organisiert - doch warum so kurz hintereinander?

„Manchmal geht es nicht anders. Wir müssen uns ja mit den verkaufsoffenen Sonntagen an Veranstaltungen anschließen. Und weil die Lünsche Mess ist, haben wir den verkaufsoffenen Sonntag dazu“, erklärt Helmut von Bohlen, Vorsitzender des City-Rings, auf Anfrage.

Einige Geschäfte werden Sonntag nicht öffnen

Schon beim Moonlight-Shopping blieben einige Läden geschlossen, und auch am Sonntag werden nicht alle Geschäfte in der Lüner Innenstadt geöffnet haben.

Optik und Hörakustik Schnurbusch beispielsweise. Sie hatten auch beim Moonlight-Shopping geschlossen. „Wir sind wegen Urlaub und Krankheit schlecht besetzt, deshalb werden wir am Sonntag nicht öffnen“, so Thomas Göcke, Geschäftsführer von Optik Schnurbusch.

Das war in vergangenen Jahren noch anders. „Früher haben wir uns immer an solchen Aktionen beteiligt. Aber das letzte Mal standen wir mit vier Leuten im Laden und es kam kein Mensch“, so die Erfahrungen von Fred Kowalski, Geschäftsführer von Hörakustik Schnurbusch.

„Leute gehen lieber in Cafés und Lokale“

Und hat für die Entscheidung, das Geschäft am Sonntag nicht zu öffnen, positive Reaktionen bekommen: „Viele Kunden haben uns gesagt, dass sie das gut finden.“

Erst Moonlight-Shopping, dann verkaufsoffener Sonntag: Da machen nicht alle Händler mit

Lünsche Mess und verkaufsoffener Sonntag lockten im vergangenen Jahr viele Menschen in die Innenstadt. © Victoria Maiwald

Anita Mahnert hatte ihren Handarbeitsladen „Flinke Nadel“ an der Bäckerstraße beim Moonlight-Shopping nicht geöffnet, will sich aber am verkaufsoffenen Sonntag beteiligen. „Ich war zwei Mal beim Moonlight-Shopping dabei, aber die Leute gehen da nur in Cafés und Lokale.“ Am Sonntag erwartet sie auch keine großen Kundenzahlen: „Viele Leute kommen nur wegen der Kirmes und für die, die einkaufen wollen, gibt es dann kaum noch Parkplätze.“

Noch nicht sicher, ob sie am Sonntag öffnet, ist Heidi Vakilzadeh, Inhaberin der Lippe-Buchhandlung. Sie hatte beim Moonlight-Shopping eine eigene Aktion mit drei Lüner Autoren. „Durch meinen Newsletter habe ich meine eigenen Kunden erreicht, die auch kamen.“ Zur Lünschen Mess kommen ihrer Meinung nach eher Besucher in die Stadt, die sich nicht für die Geschäfte interessieren, sondern nur für Kirmes und Programm.

„Öffnen schon aus kollegialer Sicht“

Irene Krampe, die vor vier Jahren ihr Schmuckgeschäft „Incognito“ an der Langen Straße eröffnet hat, wird auf jeden Fall am Sonntag öffnen. „Schon aus kollegialer Sicht zu den anderen Geschäften ringsherum.“

Ihrer Meinung nach ist der verkaufsoffene Sonntag zur Lünschen Mess „besser als zur Himmelfahrtskirmes, denn da kommen Leute, die die Geschäfte nicht frequentieren.“ Der allerbeste Termin für verkaufsoffene Sonntage sei aber definitiv in der Adventszeit zum Weihnachtsmarkt.

Wenn sie nicht auf ihre Heimatinsel fliegt, will auch Eva Romanaki ihr Geschäft „Kretas Schätze“ im Lippezentrum am Sonntag öffnen. Obwohl sie beim Moonlight-Shopping nur wenige Kunden hatte: „Ich wollte eigentlich eine Verkostung anbieten, aber dann kamen gerade mal fünf Stammkunden.“

City Ring will Koordinierungsstelle für Termine

Helmut von Bohlen ärgert sich über die Kritik der Veranstalter des Sternenkinos: „Unser Termin war auch schon über ein Jahr lang bekannt. Wenn mich die Organisatoren angesprochen hätten, hätten wir das Sternenkino mit einbeziehen können.“

Der City Ring will nun einen Antrag bei der Stadt einreichen. Ziel ist eine Koordinierungsstelle einzurichten, die künftig Terminüberschneidungen verhindert.

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