Eltern sauer: „Stadt weiß seit acht Jahren, dass ein Klassenraum fehlt“ - Lösung in Sicht

dzKardinal-von-Galen-Schule

Eltern an der Kardinal-von-Galen-Schule sind sauer. Seit Jahren klagen die Schüler über Platznot. Und die Stadt, heißt es, reagiert nicht. Die Stadt widerspricht. Eine Lösung ist in Sicht.

Lünen

, 10.07.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich sollte eine mobile Trennwand Abhilfe schaffen: Sie sollte die Aula der Kardinal-von Galen-Schule teilen: Ein Raum für sonderpädagogische Förderung, ein anderer für die Übermittagsbetreuung. Die nämlich soll ausgebaut werden, von 25 auf 40 Kinder, der Bedarf ist hoch.

Das ganze sollte zum neuen Schuljahr starten. Deswegen, erklärt Schulpflegschaftsvorsitzender Daniel Magalski, habe er sich Ende Juni mal bei der Stadt erkundigt, wie es denn um diese Lösung bestellt ist. Die Antwort kam vom städtischen Eigenbetrieb Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL): „Aus bauordnungsrechtlichen Gründen“ könnte eine solche Lösung nicht realisiert werden.

Befürchtung: Muss die Bücherei aufgelöst werden?

Was heißt das für die Schule? Muss die Schulbücherei aus Raumnot aufgelöst werden? Wo kommen die Kinder unter? Die Schulpflegschaft war sauer, auch Mutter Nina Rodegro: „Die Schule platzt aus allen Nähten und die Stadt weiß seit 8 Jahren, dass hier ein Klassenraum fehlt“, sagt sie. Das schlimmste: „Am Ende leiden doch die Kinder darunter.“

Also schreibt die Schulpflegschaft die Fraktionen an, die Zeit drängt ja schließlich, und schaltet auch die Presse ein. Beim Pressetermin am Montagnachmittag erzählt Daniel Magalski, dass am Morgen diese Nachricht von der Stadt gekommen sei: Ein Container soll als Übergang für die Übermittagsbetreuung dienen, die sonderpädagogische Förderung könnte dann in der ehemaligen Bücherei stattfinden. Die wiederum findet Platz in einem Nebenraum der Aula.

In der Tat sei momentan eine „Modullösung“ eine Möglichkeit, sagt Stadt-Sprecher Benedikt Spangardt. Das ganze würde wohl rund 50.000 Euro kosten. Der Stadt sei „selbstverständlich daran gelegen, die Schließung der Bibliothek (...) zu verhindern.“

Zweifel an Aufstellung des Containers

Also alle zufrieden? „Es ist nicht ganz das, das wir uns vorgestellt hatten“, sagt Magalski. Außerdem zweifele die Schulpflegschaft, ob der Container tatsächlich pünktlich aufgebaut würde: mit Strom, Wasser und Möbeln. Schließlich sei ja auch erst Bewegung in die Sache gekommen, als die Schulpflegschaft wegen der Trennwand nachgefragt und die Politik eingeschaltet habe.

Endgültig Abhilfe schaffen soll der Neubau der Ogata auf dem Gelände der Schule. Oder besser gesagt: Sollte. Denn laut Rodegro sollte das Gebäude längst stehen - die Stadt verneint das. Anvisierter Termin sei jetzt der Sommer 2020. Nur: Schon jetzt sei klar, dass der Neubau für den Betreuungsbedarf zu klein sein wird. Geplant sei die Ogata für 150 Kinder, schon jetzt sei klar, dass dort rund 165 Kinder betreut werden müssen. „Diese Einschätzung teilt die Stadtverwaltung nicht“, sagt Spangardt.

Die CDU hat das Thema schon aufgegriffen und einen Eilantrag für die Ratssitzung am Donnerstag gestellt. Nötig ist ein politischer Beschluss für die Lösung des Problems an der Schule jedenfalls nicht: Die Stadt werde auf jeden Fall eine Lösung finden, sagt Stadtsprecher Spangardt, dazu reichten auch die bisherigen Beschlüsse aus.

Die Schulpflegschaft der Kardinal-von-Galen-Schule ist insgesamt unzufrieden mit der Betreuung von ZGL: Probleme würden eher ausgesessen statt behoben, lange beantragte Mülleimer seien nicht geliefert worden. Dazu sagt ZGL-Betriebsleiter Marc Stoverock: Das entspricht so nicht den Tatsachen. Wir haben in den letzten gut 10 Jahren mehr als 3 Millionen Euro in das Schulgebäude und die Turnhalle investiert, beispielsweise in eine Deckenheizung in der Turnhalle und in die energetische Sanierung etc. Dazu kommen etwa 1,6 Millionen Euro, die in die Erweiterung der OGS fließen. Das Gebäude ist in einem guten Zustand. Mängel werden in Abhängigkeit von Zeit, Geld und Risiken abgearbeitet.“
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