Eiscafé Dolomiti in Lünen setzt beim Kampf gegen Wespen auf süße Soße

dzEisessen in Lünen

Wespen auf dem Eis: Das geht gar nicht für Ines Scussel vom Eiscafé Dolomiti. Sie hat zusammen mit ihrem Mann eine Lösung gefunden, die für spürbare Entlastung sorgt - und viel Gesumme.

Lünen

, 27.07.2020, 20:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wespen lieben Süßes. Wurst und Grillfleisch mögen sie zwar auch. Aber da bedienen sie sich nicht, um ihren eigenen Appetit zu stillen, sondern den des Nachwuchses. Die Brut braucht Protein, um heran zu wachsen. Die erwachsenen Wespen ziehen dagegen Kuchen, Saft und andere Süßigkeiten vor für ihre eigene Versorgung: besonders gerne auch Eis. Eine Vorliebe, die sie mit vielen Menschen teilen. „Leider“, sagt Ines Scussel.

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Wie die Eisdiele Dolomiti in Lünen Wespen ablenkt

Die Italienerin betreibt seit rund 30 Jahren zusammen mit ihrem Mann Eisdiele an der Marktstraße. Früher, sagt sie, seien Wespen gerne schon mal durch die offene Tür ins Café geflogen: je näher ans Eis, desto besser. Auch wer an einem der Tische draußen saß, habe regelmäßig Besuch von den schwarzgelben Mitessern bekommen: Insekten, die zwar gar nicht auf Kontakt zu Menschen aus sind, aber auch nicht zögern zuzustechen, wenn sie sich bedroht fühlen. Heute lässt es sich bequem bei Dolomiti Eis essen ohne den unerwünschten Besuch - dank einer Eigenkreation der Scussels.

Alternative Nahrungsquelle für Quälgeister

Gewalt ist nicht die Lösung. Chemie auch nicht. „Wir haben einen Deal gemacht“, sagt Ines Scussel und lächelt. „Wir geben den Tieren, was sie wollen, und die lassen unsere Gäste und uns dafür in Ruhe.“ Damit die summenden Quälgeister nicht naschen, wo sie nicht sollen, bietet das Ehepaar aus Venezien ihnen eine alternative Nahrungsquelle an.

Es summt und brummt im hinteren Bereich der Mauerstraße. Ein weißer, runder Tisch mit klebrigem Dekor zieht Hunderte von Insekten magisch an. „Amarenasoße“, sagt Ines Scussel. „Sie sind ganz verrückt danach.“ Zusammen mit Zucker scheint das unwiderstehlich zu sein für Wespen und Co.. „Wir hatten vorher mit anderen Soßen getestet. Das hier kam mit Anstand am besten an.“ Seit drei Jahren setzen die Scussels schon auf die Methode.

Ausreichend Entfernung wählen

Nicht nur der Geschmack macht`s, auch die Entfernung. Wer einen Süßigkeiten-Köder zu nahe platziert, lädt die hungrigen Arbeiterinnen aus dem Wespenvolk nur dazu ein, das weitere Angebot näher in Augenschein zu nehmen. „Dahinten bleiben sie aber“, sagt Scussel und zeigt auf die mehr als fünf Meter vom nächsten Tisch entfernt stehende, beeindruckend stark frequentierte Futterstelle: ein Platz, zu dem die Insekten immer wieder zurückkehren - ohne Zwischenstopp in und vor der Eisdiele.

Auch der Naturschutzbund (Nabu) rät zum Anlegen alternativer Fressplätze. Von Amarenasoße ist nicht die Rede, aber von einer „abseits stehenden Flasche mit süßem Inhalt“. „Nach dem Essen den Kindern den Mund gründlich abwischen“, heißt es auf der Homepage. Und: Obst rechtzeitig abernten.

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