Nachdem die Geschäfte der Lüner Innenstadt wieder mit "Click and Collect" geöffnet haben, kehrt langsam das Leben in der Einkaufspassage zurück. © Julian Preuß
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Einkaufen mit Termin und Corona-Test: Kunden in Lünen reagieren zögerlich

Seit Freitag (14.5.) dürfen die Geschäfte in Lünen unter bestimmten Voraussetzungen öffnen. Die City war auch wegen des Wochenmarktes gut gefüllt. Inhaber und Kunden bleiben aber skeptisch.

Wer am Freitagvormittag auf der Lange Straße in Lünen unterwegs war, konnte eine Veränderungen wahrnehmen. Es war mehr Menschen in der Fußgängerzone als in den letzten Tagen. Das mag auch am Wochenmarkt gelegen haben. Neu waren allerdings die kleinen Schlangen, die sich vor einigen Läden bildeten. Denn Kunden haben wieder Zutritt zu den Geschäften.

Inzidenzwert liegt an mehr als fünf Werktagen unter 150

Mit einem Termin, einem negativen Schnelltest, einem Nachweis über den vollständigen Impfschutz oder eine überstandene Corona-Infektion ist das Shoppen und Bummeln wieder erlaubt – denn der Inzidenzwert im Kreis Unna blieb seit mehr als fünf Werktagen in Folge unter der Marke von 150. Dementsprechend können Geschäfte wieder das Einkaufen per „Click and Meet“ möglich machen.

„Zumindest optisch war die Frequenz in der Fußgänger höher als in den letzten Tagen und Wochen“, sagte Gero Lang, der gemeinsam mit seiner Frau das Sportgeschäft „Sport Duwe“ betreibt. Bislang sei der Ansturm auf den Sportartikelhändler überschaubar gewesen.

Unsicherheit zeigte sich ebenfalls bei Daniela Große Kleimann, Inhaberin der Filiale von Street One Cecil. „Ich weiß nicht, ob die Lockerungen von der Kundschaft angenommen werden“, meinte sie. „Click and Meet“ sei keine optimale Lösung, sagte Kleimann weiter, die noch einen weiteren Landen in Soest betreibt: „In Soest war es zuletzt kurzzeitig möglich, ohne Einschränkungen einkaufen zu gehen. Da war die Resonanz zwei- bis dreimal so hoch.“ Sie werde mit ihrem Team nach dem Wochenende ein Fazit ziehen und schauen, ob es sich lohne, die Geschäfte zu öffnen. Notfalls werde sie wieder schließen.

Auch einige Passanten blieben trotz der neuen Lockerungen skeptisch, das Shoppingfieber brach noch nicht vollständig aus. „Ich möchte noch nicht mit einem Test einkaufen gehen“, sagte beispielsweise Gisela Lichtbaum am Rande des Markplatzes.

Ähnlich sah es eine weitere Passantin, die sich trotz zweifacher Impfung nur auf die wesentlichen Einkäufe im Supermarkt oder in der Drogerie beschränkt. „Das macht keinen Spaß. Ich habe langsam die Schnauze voll. Meinen Impfpass habe ich auch gar nicht dabei“, führte sie aus. Außerdem sei es besonders für die älteren und weniger Technik-affinen Menschen schwierig, im Internet Testtermine zu vereinbaren.

Kundschaft nimmt zentrales Schnelltestzentrum gut an

Einen Termin braucht man beim Corona-Schnelltestzentrum vor Peek und Cloppenburg nicht, um sich die notwendige Bescheinigung zu holen. Etwa ein Dutzend Menschen stand kurzzeitig vor dem Eingang des Zeltes, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen.

Eine Passantin mit Papiertüte in der Hand fand „es toll, dass man wieder einkaufen darf. Es ist schön, mal wieder mehr Leute zu sehen“. Sie wäre bereits in zwei Geschäften gewesen, erklärte die Mitarbeiterin im Solebad Werne und deutete auf die Tragetasche.

Bis Kundschaft die Verkaufsräume von „Sport Duwe“ mit gefüllten Einkaufstüten verlässt, werde es noch dauern, meinte Gero Lang: „Wir nehmen alle Lockerungen dankend an.“ Aktuell laufe „Click and Collect“ parallel zum Terminshopping. „Das nimmt die Kundschaft etwas besser an. Die neuen Lockerungen müssen sich noch einspielen“, fand Lang.

Das Sportartikelgeschäft sei zudem davon abhängig, dass bald wieder Sport getrieben werden darf. „Wir warten auf die Saisonstarts in den verschiedenen Sportarten – beispielsweise Fußball oder Volleyball“, erklärte Lang. Auch diese Tatsache trägt dazu bei, dass sich bei ihm nur ein vorsichtiger Optimismus zeigt. Denn trotz der neuen Lockerungen benötigt die Shoppingbegeisterung noch etwas Anlauf.

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