Eine Begegnung am Nürburgring verändert ein ganzes Autofahrerleben

dzOldtimer-Serie

Die Liebe zu alten Autos wird in dieser Familie vererbt. Für Reinhard Meise ist daraus ein Hobby geworden, das den 79-Jährigen seit Jugendtagen begleitet. Sein Fuhrpark ist beeindruckend.

Wethmar

, 10.12.2018, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit viel Liebe zum Detail pflegt Reinhard Meise Motorräder, Motorroller und Autos. „Das Hobby habe ich von meinem Vater Hubert übernommen. Er hat mich früher oftmals zum Nürburgring mitgenommen. Deshalb habe ich auch Benzin im Blut“, so der fast 80-jährige Oldtimerfreund. Schon als gerade 15-Jähriger war er auf der legendären Rennstrecke in der Eifel, traf hier sogar noch den Rennfahrer Graf Berghe von Trips. Meises Vater hatte eine Borgward Isabella, mit der es zur Rennstrecke ging. Zu seinem 18. Geburtstag bekam Meise dann von seinem Vater sein erstes Auto geschenkt, einen Lloyd.

Mittlerweile acht Exponate, über den materiellen und immateriellen Liebhaberwert schweigt der Rentner aus Wethmar, sind im Besitz des Autoliebhabers und stehen sicher in den Garagen.

Meises Lieblingsstück ist der 17M

Ein Opel Irmscher Cabriolet, ein BMW Baur, ein alter VW Käfer, ein Morris Minor 1000, ein Ford Prefect, zwei Ford 17M und ein Ford Taunus 12M stehen aufbereitet und startbereit in den Garagen.

„Mein Lieblingsstück ist der Ford Taunus 17M, Baujahr 1962. „Man nannte das Auto damals auch Badewanne“. Der Wagen hat vorne und hinten eine durchgezogene Sitzbank, mit guten und bequemen Polstern, Viergang-Lenkradschaltung, einen großen Kofferraum, ein Dreispeichenlenkrad, jeweils ein Ausstellfenster an den beiden Seitentüren und Stahlstoßstangen. Der Wagen verfügt über einen 55-PS-starken Motor.

Eine Begegnung am Nürburgring verändert ein ganzes Autofahrerleben

Der Ford Taunus 17M, auch "Badewanne" genannt, ist ein Lieblingsstück von Oldtimer-Sammler Reinhard Meise. © Blandowski

„Ich habe den Wagen komplett überarbeiten lassen. Der Ursprung ist aber weiterhin unverändert. Sogar der Reserveflaschentank liegt noch im Kofferraum. Ebenso der Ersatzreifen, anders als in der heutigen Zeit“, gab Reinhard Meise.

Eine Begegnung am Nürburgring verändert ein ganzes Autofahrerleben

Badewanne, grüner Frosch und Blumenvase gehören im Ford Taunus 17M einfach dazu. © Blandowski

Nicht fehlen darf die Standardausstattung mit einem Frosch in der Badewanne an der Frontscheibe sowie direkt daneben die kleine Blumenvase.

Starten mit der Handkurbel

Wenige Schritte weiter geht es zurück in die Zeit des Dritten Reiches. Der Ford Prefect, Baujahr 1939, muss noch mit einer Handkurbel gestartet werden. Der schwarz lackierte Oldtimer, ohne Wasserpumpe, dafür aber mit einer selbstumlaufenden Wasserkühlung, drei Gängen, nicht synchronisiert, dafür mit einer Zwischengasschaltung ausgestattet und keiner Servolenkung, nimmt es immer noch locker mit den heutigen Autos im Straßenverkehr auf.

Eine Begegnung am Nürburgring verändert ein ganzes Autofahrerleben

Manuelle Regler für Luft und ein gutes altes Radio. © Blandowski

„Der Wagen hat keine Blinker. Der TÜV hatte bisher auch keine Einwände. Aber bei einem späteren Verkauf muss ich den Wagen mit Blinker oder Winker ausstatten.“ Besonders gefallen Meise im Innenraum die Cord-Polster. Der Oldie habe einen Hauch von Adel. „Aber in der deutschen Autogeschichte war der Prefect stets ein Alltagsfahrzeug“, so Reinhard Meise.

Britischer Wagen mit Picknickkorb

Äußerst britisch und elegant aufgestellt, zeigt sich dagegen der „Morris Minor 1000“. Echte weiße Ledersitze, eine Viergangknüppelschaltung, Kopfstützen, Armaturen mittig, mit der Option einer Rechts- oder Linkslenkerstellung, je nach Ausfertigung für den deutschen- oder englischen Markt, dazu ein schwarzes Verdeck zum Umklappen. Insbesondere für die Luft nach Freiheit und Abenteuer sowie einem Ausflug ins „Grüne“. Nicht zu vergessen der festgeschraubte Picknickkorb auf der Kofferraumhaube.

„Der Morris ist im Volksmund der englische Käfer. Er hat zwar nur 48 PS. Aber wie bei all meinen Oldtimern ist die Geschwindigkeit nicht der entscheidende Parameter. Man fährt gemütlich und langsam. Eben der Genuss steht im Mittelpunkt.

Meise sagt über seine Schätze, dass sie in ihrer Zeit alle zur „Butterbrotklasse“ gehören. Alle Fahrzeuge sind auch heute verkehrssicher und können noch lange über die Straßen rollen.

Wir stellen in unserer Serie Oldtimer und ihre Besitzer aus Lünen vor. Wenn Sie auch ein altes Schätzchen in der Garage oder der Scheune stehen haben, melden Sie sich gerne bei uns: lokalredaktion.luenen@ruhrnachrichten.de
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