Wer in Lünens Innenstadt einkaufen will, kann das nur mit Termin in den Geschäften tun. © Tatenhorst
Meinung

Ein Jahr für ein Schutzkonzept, zwei Stunden für eine Verordnung

Morgens so, mittags ganz anders: Das Hin und Her bei der Corona-Schutzverordnung für den Einzelhandel verärgert unseren Autor. Vor allem eine Sache stößt ihm ziemlich sauer auf.

Das Problem ist ja nicht der Lockdown an sich. Wer auf die Entwicklung der Infektionszahlen schaut und nicht vollends den Verstand verloren hat, wird zwangsläufig auf die Idee kommen, dass Lockerungen vielleicht nicht gerade die beste Idee sind.

Ich gebe zu, mir gehen Kontakt- und Freizeitbeschränkungen auch mächtig auf den Keks. Aber offensichtlich ist es ja nicht anders möglich, das Virus einzudämmen – falls wir je eine Chance dazu hatten, wäre die nun wohl verstrichen.

Das Problem ist eher das mittlerweile bedauernswerte Bild, das die Politik abgibt. Da werden allen Ernstes Flüge nach Mallorca (wo die Ausgangssperre übrigens auch für Deutsche gilt) erlaubt, Fahrten an die Nord- und Ostsee aber verboten. Schulen und Kitas sollen Kinder testen, aber womit und wie, hat sich niemand überlegt.

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Und nun stellt sich raus, dass die bisherige Corona-Schutzverordnung für den Einzelhandel nicht rechtens ist – und keine zwei Stunden später zaubert das Land eine neue, juristisch wasserdichte Verordnung aus dem Ärmel. Zur Erinnerung: Für das Erstellen eines Konzept für den Wechselunterricht hat die Landesregierung rund ein Jahr gebraucht.

Wenn man wüsste, woran man ist, wäre das Ganze vielleicht besser zu ertragen. So bleibt uns aber keine andere Wahl, uns an die Regeln zu halten – und zu hoffen, dass viele Menschen es uns gleichtun.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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