Ein Hansa von 1938 blinkt nicht, er winkt

dzOldtimer-Serie

Eine Rarität mit nur 28 Pferdestärken schlummert in einer Garage in Brambauer. Keine Frage, dass Besitzer Karl-Wilhelm Hanning ziemlich stolz ist.

Brambauer

, 03.12.2018, 11:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Hansa 1100 Limousine, ein Mittelklassefahrzeug der Hans Lloyd- und Goliath-Werke Borgward & Tecklenborg in Bremen-Hastedt, steckt auch nach mehr als 80 Jahren voller Tatendrang und rollt ohne Murren über die Straßen Brambauers und Umgebung.

„Von diesem Exemplar gibt es neben meinem Schätzchen hier in Brambauer nur noch jeweils ein Fahrzeug in Rheinberg, Versmold und Langelsheim“, sagt Karl-Wilhelm Hanning voller Stolz.

Seit über drei Jahrzehnten ist das am 11. März 1938 gebaute Mittelklasseauto im Besitz des Oldtimerliebhabers.

Jede Menge Nostalgie

Vier Gänge, kein Radio, nur ein Scheibenwischer und kein eingebautes Bremslicht – aber dafür eine Menge Nostalgie. Das macht den Hansa aus.

„Das Bremslicht musste ich nachrüsten lassen. Auch Blinker fehlen an meinem Oldie, dafür gibt es sogenannte Winker.“ Eine 6-Volt-Anlage liefert Strom und der 28 Liter-Tank befindet sich vorne, direkt neben dem Motor. Der Motor leistet 28 PS.

„Besonders edel und elegant finde ich auch die beiden Scheunentüren“, sagt Hanning, „mit diesem Modell macht Autofahren echt viel Spaß. Bei 90 km/h ist das Ende erreicht. Aber Schnelligkeit zählt hier nicht. Der Genuss steht im Vordergrund.“

Längst vergessene Zeiten

Viergang-Getriebe mit Knüppelschaltung in der Wagenmitte, alles aus einer anderen, längst vergessenen Automobilzeit. Der Einfallsreichtum der Ingenieure war bei der damaligen Konstruktion des Modells „Hansa 1100“ bemerkenswert. Die Karosserie des Zweitürers ruht auf einem Zentralkastenrahmen, der vorne und hinten gegabelt ist. Die Vorderräder sind an zwei Querblattfedern aufgehängt, die hintere Pendelschwingachse an einer. Alle vier Räder wurden hydraulisch gebremst, die Handbremse wirkte auf die Hinterräder.

„Eigentlich fahre ich mit meinem Hansa 1100 nur in den Sommermonaten. Manchmal aber auch zum Einkaufen, manchmal kommen Sonntagsfahrten hinzu, aber keine Autobahn. Diese Rennstrecken sind tabu für meinen Oldtimer“, so der stolze Besitzer.

Eine Urlaubsfahrt nach Willingen, natürlich mit seiner Frau Erika auf dem Beifahrersitz, stand auch schon auf dem Tourenplan. Und auf dem Rücksitz fährt ein roter Stoffteddy mit.

Wir stellen in unserer Serie Oldtimer und ihre Besitzer aus Lünen vor. Wenn Sie auch ein altes Schätzchen in der Garage oder der Scheune stehen haben, melden Sie sich gerne bei uns: lokalredaktion.luenen@ruhrnachrichten.de
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