Ein Auto aus der ersten Liga der Dienstfahrzeuge

dzOldtimer Mercedes 280 SE

Für bekannte Politiker war er der Dienstwagen. Selbst Nelson Mandela fuhr einen Mercedes 280 SE. So wie Dr. Donat Romann, der seinen Oldtimer hegt und pflegt.

Lünen

, 08.04.2019, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Südafrikas Präsident und Freiheitskämpfer Nelson Mandela erhielt den Wagen als Geschenk von Arbeitern des Mercedes Werks in Südafrika. Deutsche Politiker von Bundeskanler Helmut Kohl über Bundespräsident Richard von Weizäcker bis Außenminister Hans-Dietrich Genscher wurden in ihm zu Terminen chauffiert. Das Mercedes Modell W126, im Volksmund auch S-Klasse genannt, gehörte zur damaligen Zeit weltweit zur ersten Liga der Dienstfahrzeuge.

Chefarzt Dr. Donat Romann aus dem Lüner St.-Marien-Hospital ist seit 1985 im Besitz des einstigen Flaggschiffs mit dem Stern auf der Motorhaube. Ein Mercedes 280 SE steht seit Jahren in seiner Garage.

„Der Wagen gehörte meinem 1985 verstorbenen Nachbarn Helmut Weber. Im Jahr 2006 hat mir seine Witwe das Auto verkauft. Es hatte zwar schon seit der Zulassung im Jahre 1982 102.000 Kilometer auf dem Tacho. Aber das war für mich kein Problem. Ich habe einfach zugeschlagen“, so der Lüner Oldtimerliebhaber.

Ein Auto aus der ersten Liga der Dienstfahrzeuge

Immer dabei, der Wackeldackel. © Foto: Michael Blandowski

Silbersdistelgrün die Lackfarbe, eigentlich keine sogenannte Mercedes-Farbe, Wackeldackel und Klopapierrolle als Markenzeichen der 80er Jahre auf der Heckablage, wenig Chrom, mehr Plastik als bei den Stuttgarter Autobauern üblich. Ein zweiter Außenspiegel, Drehzahlmesser sowie eine Klimaanlage mit Kühlung für die Vordertüren, nichts serienmäßig, sondern nur gegen Aufpreis erhältlich. Für die heutige Oberklasse ein Unding, damals aber durchaus handelsüblich, und das nicht nur bei Mercedes. Veloursitze und elektrische Fensterheber gab es nur auf Nachfrage und ebenfalls gegen Aufpreis.

Ein Auto aus der ersten Liga der Dienstfahrzeuge

Ein Blick in den Motorraum. © Foto: Michael Blandowski

„Damals war alles noch etwas spröde im Benz der Oberklasse. Erst die Nachfolgefahrzeuge des Modells W126 hatten mehr Serienausstattung. ABS und Airbag galten damals als Denkanstöße für die weiteren Autos von Mercedes und der anderen Automobilbauer in den anderen Preissegmenten. Nichtsdestotrotz hat mein Benz von seiner Schönheit nichts eingebüßt“, so Romann.

Ein kräftiger 2,8 Liter Motor mit 196 PS und 136 KW sorgt für Fahrkomfort und Schnelligkeit auf den Straßen.

Ein Auto aus der ersten Liga der Dienstfahrzeuge

Einfach und schlicht sieht das Cockpit im Mercdes 280 SE von Dr. Donat Romann aus. © Foto: Michael Blandowski

„In den vergangenen Jahren habe ich den Wagen für Ausflüge am Wochenende mit meiner Frau Christiane benutzt. Aber auch als Hochzeitsauto für meinen Neffen Maximilian Schäfer und dessen Ehefrau Stefanie sowie für die Hochzeitsfahrt meiner Patentochter Rahel Romann habe ich meinen Benz gerne eingesetzt“, erzählt der Mediziner.

Schätzungsweise wurden in der Zeit von 1979 bis 1992 über 800.000 Exemplare der Oberklasse von Mercedes-Benz produziert und abgesetzt. 13 Jahre ohne großen Wechsel, nur ein wenig Facelifting am Modell, für die heutigen Autobauer eine Besonderheit.

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