Abgesagt: Am Dienstag (9.2.) konnte Händlerin Annika Fränzer (2.v.l.) nicht auf den Wochenmarkt. Stattdessen hat sie Obst und Gemüse ausgeliefert. © Quiring-Lategahn (A)
Wochenmarkt

Eier platzen und Kartoffeln werden süß: Kältesorgen einer Markthändlerin

Harte Zeiten für Markthändler: Nicht nur, weil Eier bei Kälte platzen oder Blumen erfrieren. Die Absage des Lüner Wochenmarktes ist auch ein Problem. Eine Händlerin hatte schon eingekauft.

Dass sie mit ihrem Lkw samt Hänger nicht durch den Schnee zum Lüner Wochenmarkt kommen würde, hatte Gemüsehändlerin Annika Fränzer schon geahnt.

Doch sie hatte sich einen Notfallplan zurechtgelegt: Sie wollte den Transit nehmen. Daraus wurde allerdings auch nichts: Die Stadt hat den Markt am Dienstag (9.2.) abgesagt. Auch die Märkte am Freitag (12.3.) und Samstag (13.3.) stehen auf der Kippe. Sie sind „vorerst“ gestrichen, wie es heißt.

Die Stadt argumentiert mit der Sicherheit der Marktbesucherinnen und -besucher. Einige Händler hatten sich auch abgemeldet. Blumen können bei Minusgraden nicht verkauft werden, Händler mit offenen Theken hätten das Problem, dass die Ware gefriert, weiß Annika Fränzer.

Sie allerdings wäre gekommen und hatte schon eingekauft. Nicht so viel wie sonst. Auch keine Avocaods, Mangos oder Bananen, die bei Kälte schwarz würden. Aber eben Gemüse und anderes Obst.

Als der Anruf aus Lünen kam, musste sie schnell umdisponieren. Der Einkauf wanderte in die hauseigene Lagerung. Und wo sonst gekühlt wird, war jetzt wichtig, dass es nicht zu kalt wird.

Markt in Iserlohn noch nicht abgesagt

Vor zehn Jahren, erinnert sich Annika Fränzer, sei der Markt auch aufgrund des Winters ausgefallen. Ansonsten sei sie bei Wind und Wetter da. „Den Verlust können wir jetzt gar nicht wieder auffangen“, sagt sie. Mit ihrer Ware ist sie donnerstags auch in Iserlohn. Da habe es bisher noch keine Absage gegeben.

Drei Stunden in Lünen ausgeliefert

Viele Lüner Kunden hätten sich bei ihr schon am Montag telefonisch gemeldet. Mit ihrem Auslieferungsservice habe sie versucht, „die Ware unter die Leute zur kriegen“.

Auf dem Lüner Ring sei es wie auf einem Eispanzer gewesen, oft hätten die Reifen durchgedreht. Dennoch habe Annika Fränzer drei Stunden lang Obst und Gemüse durch Lünen gekarrt, von Gahmen durch das Geistviertel bis nach Alstedde. Senioreneinrichtungen und Privatkunden wollten frische Ware von Fränzer. „Wir haben versucht, so viel wie möglich anzupreisen“, sagt die Markthändlerin, damit sie nicht auf allzu viel sitzen bleibt. Eier hatte sie auch dabei. Geschützt passiert ihnen nichts.

Ein Heizofen hilft

Sollte der Wochenmarkt in Lünen am Freitag doch erlaubt werden, ist Annika Fränzer vor Ort. „So lange wir nicht stecken bleiben, kommen wir“, sagt sie. Ihren Stand kann sie mit Planen umgeben, ein Heizofen hilft gegen die beißende Kälte und schützt auch die empfindlichen Kartoffeln, die bei Kälte süß werden. Mit Ware ist Annika Fränzer noch gut eingedeckt. Es sei schon eine schwierige Zeit und so viel Schnee wie seit Langem nicht mehr.

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Redaktion Lünen
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Magdalene Quiring-Lategahn

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