Eichenprozessionsspinner in Lünen: Sind die Apotheken vorbereitet?

dzEichenprozessionsspinner

Auch in diesem Jahr sind die gefährlichen Härchen der Eichenprozessionsspinner wieder ein Problem. Wie gehen Lüner Apotheken damit um? Gibt es einen Ansturm auf Medikamente gegen den Ausschlag?

von Nick Gehrmann

Lünen

, 13.07.2020, 09:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Juckreiz und schlimmer Ausschlag: Die feinen Härchen der Eichenprozessionsspinnerrraupen fliegen auch dieses Jahr wieder durch die Luft - und sind nicht ungefährlich. Im vergangenen Jahr gab es in einigen Apotheken sogar einen Engpass an Medikamenten. Wie sieht das in diesem Jahr aus? Sind Apotheken auf den Ansturm vorbereitet?

„Der große Ansturm an Personen, die Medikamente gegen Eichenprozessionsspinner brauchten, ist noch nicht eingetreten“, sagt Fabienne Morgenroth, Apothekerin in der Süggel Apotheke an der Bebelstraße, auf Anfrage der Redaktion. Sowohl die Medikamente, für die man kein Rezept braucht, als auch die, für die man sich ein Rezept vom Arzt besorgen muss, seien noch vorrätig. „Wir können aber auch Tagesbestellungen machen. Das heißt: Wenn an einem Tag viele mit solchen Beschwerden kommen, können wir für den nächsten Tag mehr Medikamente bestellen“, so Morgenroth. Bisher seien es aber sehr wenig Patienten gewesen.

Kortisonhaltige Cremes oder Fenistil

Auch bei der Apotheke am Lippepark ist die Situation ähnlich. „Bisher hatten wir nur vereinzelt Personen mit diesen Beschwerden“, so Beate Molitor, Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA) in der Apotheke. Auch dort sind noch alle Medikamente vorrätig. Bei Beschwerden empfiehlt sie kortisonhaltige Cremes gegen die Entzündung und die Hautreizung, ansonsten helfe auch Fenistil gegen den Juckreiz, sagt sie.

Allerdings glaubt sie nicht, dass noch ein großer Ansturm kommt. Ihrer Einschätzung nach habe die Stadt das Problem dieses Jahr gut im Griff.

Diese Einschätzung bestätigt auch die Stadt selbst. Eine Maßnahme gegen die Raupen, so erklärt es Alexander Dziedeck, Sprecher der Stadt Lünen, sei das Aufhängen von Nistkästen für Meisen gewesen. Diese Vögel sind natürliche Fressfeinde der Eichenprozessionsspinnerraupen. 100 Kästen hat die Stadt laut Alexander Dziedeck aufgehängt. Ob diese wirklich geholfen haben, wird man allerdings erst gegen Ende des Sommers erkennen können. Ebenso weiß man erst dann, ob die Bekämpfung dieses Jahr weniger kostet als 2019. Damals hatte die Stadt rund 300.000 Euro für die Bekämpfung der Schädlinge ausgeben müssen.

Stadt rät davon ab, Nester selbst zu entfernen

Das Absaugen in diesem Jahr klappe gut, sagt Alexander Dziedeck. Kindertagesstätten, Schulen und Spielplätze sind priorisiert, aber auch an Straßen, Friedhöfen und Parkanlagen werden die Raupen zeitnah abgesaugt, wenn der Befall gemeldet wird, erklärt er weiter.

Falls die Raupen einen Baum im eigenen Garten befallen, rät die Stadt davon ab, sie selbst zu bekämpfen. Denn angeblich wirksame Haushaltsmittel, wie die Nester mit kochendem Wasser zu überkippen, schade mehr dem Baum als den Raupen. Man soll sich dann an die Abteilung Stadtgrün der Stadt Lünen wenden. Diese kann dann auch die Bäume von Privatbesitzern in die Route der Nestbeseitiger einplanen, die Kosten liegen dabei aber bei etwa 300 Euro.

Haben Sie auf Stadtgebiet Eichenprozessionsspinner entdeckt? Wir sammeln befallene Stellen auf einer Karte. Senden Sie uns die Stelle einfach per Mail an luenen@ruhrnachrichten.de

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