Zwei Mehrfamilienhäuser in Brambauer mussten evakuiert werden, nachdem dort Kohlenmonoxid ausgetreten war. Die Feuerwehr hat die Ursache gefunden. © Markus Wüllner
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Drei Personen im Krankenhaus nach CO-Austritt in Brambauer

Nach Austritt von Kohlenmonoxid in einem Haus in Brambauer müssen drei Personen im Krankenhaus behandelt werden. Zwei Häuser mussten wegen des Gasaustritts evakuiert werden.

In einem Mehrfamilienhaus in Brambauer hat es am Donnerstagmorgen (11. März) einen Austritt von Kohlenmonoxid gegeben. Drei Personen mussten deswegen zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden.

Wie die Pressestelle der Stadt Lünen erklärt, begann der Einsatz eigentlich als rein internistischer, medizinischer Einsatz. Um 8.17 Uhr wurde ein Rettungswagen in die Ottostraße gerufen. Vor Ort hätten dann die CO-Messgeräte an der Ausrüstung der Sanitäter ausgeschlagen. Da auch die Symptome des Bewohners zu einer Kohlenmonoxid-Vergiftung passten, wurde nachgemeldet.

Defekte Heizungsanlage sorgt für CO-Austritt

Gegen halb neun seien dann mehrere Rettungsfahrzeuge gerufen worden, erklärt Stadtsprecher Benedikt Spangardt weiter. Unter anderem zwei Löschzüge der Feuerwehr, vier Rettungswagen, zwei Notarztfahrzeuge und der leitende Notarzt im Kreis Unna waren im Einsatz.

Mehrere Rettungsfahrzeuge waren am Donnerstagmorgen in Brambauer im Einsatz.
Mehrere Rettungsfahrzeuge waren am Donnerstagmorgen in Brambauer im Einsatz. © Markus Wüllner © Markus Wüllner

Insgesamt mussten zwei Gebäude evakuiert werden. Die Einsatzkräfte konnten die Ursache des Gasaustritts bald finden. Ein Defekt in der Heizungsanlage hatte dafür gesorgt, dass sich das Gas in den Häusern ausbreiten konnte.

Wie Pressesprecher Benedikt Spangardt weiter erklärte, habe danach der Schornsteinfegermeister die Lage übernommen. Das Haus werde nun gelüftet und regelmäßig werden Messungen durchgeführt. Zwei Kinder wurden von Nachbarn betreut, darum habe sich die Polizei gekümmert.

Tödliche Gefahr Kohlenmonoxid

Unfälle mit Kohlenmonoxid gibt es immer wieder. Auch in Lünen und der Umgebung. Dabei muss es sich nicht um eine defekte Heizung handeln. Bei allen Verbrennungsprozessen, bei denen nicht ausreichend gelüftet wird, verbraucht sich mit der Zeit der Sauerstoff und der Kohlenmonoxidanteil in der Atemluft steigt.

Auch Kaminöfen können bei nicht ordnungsgemäßer Wartung oder falschem Betrieb zur Gefahrenquelle werden. Darauf weißt die Feuerwehr auch bei bundesweiten Aktionen immer wieder hin. Sicherheitsrisiken bergen auch technische Defekte oder verstopfte Abluftrohre von Gasthermen und Ölheizungen. Dann kann Kohlenmonoxid austreten, wie im aktuellen Fall in Brambauer.

Das tückische dabei: CO-Gas ist farb- und geruchslos, kann aber innerhalb von kurzer Zeit zu schweren Vergiftungen bis hin zum Tod führen. Übelkeit, Kopfschmerzen, Herzrasen, Benommenheit, Halluzinationen, Apathie, Krampfanfälle und Atemnot sind typische Symptome einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Tritt die Vergiftung während des Schlafes ein, wird der Betroffene bewusstlos, die Atmung setzt aus.

Für Stephan Dörnbrock von der Feuerwehr Lünen sind Einsätze im Zusammenhang mit Kohlenmonoxid keine Seltenheit: „Es passiert schon immer mal wieder. In Lünen haben wir solche Einsätze ungefähr ein bis zwei Mal im Jahr.“

Immer wieder gibt es aber auch tragische Vorfälle. Dörnbrock: „Das kann auch im Zusammenhang mit Suiziden stehen. Da stellen Leute sich dann einen Grill in die geschlossenen Wohnung und lassen den laufen. Sowas passiert leider auch.“

Das Vorgehen für die Feuerwehr ist immer das Gleiche: „Dann muss ein Haus natürlich evakuiert werden. Das CO kann nämlich auch durch Decken oder Beton diffundieren.“ Danach wird gelüftet und freigemessen. Bedeutet, dass die Räume erst wieder betreten werden können, wenn die Messgeräte nicht mehr ausschlagen.

CO-Warnmelder retten Leben

Präventiv hilft ein sogenannter CO-Warnmelder. Dieser überprüft ständig die Konzentration von Kohlenmonoxid in der Umgebungsluft und kann bereits geringe Mengen des Atemgiftes erkennen und gibt eine lauten Warnton ab. Sobald das schrille Signal zu hören ist sollten umgehend die Räumlichkeiten verlassen werden und die Feuerwehr über den Notruf 112 verständigt werden.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben den Text nach der ersten Meldung am Donnerstagvormittag um weiter Informationen aktualisiert.

Über die Autorin
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga

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