Gefrorene Gewässer

DLRG warnt vor trügerischen Eisflächen auf Seen in Lünen

Gefrorene Seen und Flüsse im Winter verlocken zu einem Spaziergang auf dem Eis. Die DLRG in Lünen warnt, dass das Eis oft nicht tragfähig ist und gibt Tipps auch für den Notfall.
Der mit Eis und Schnee bedeckte Cappenberger See bot am Dienstagnachmittag (9. Februar) einen wunderschönen Ausblick. Die DLRG in Lünen warnt vor dem Betreten der Eisfläche. Es droht Lebensgefahr. © Thomas Wiewiora / DLRG

Der Frost hat auf einigen Seen eine Eisfläche entstehen lassen. Die DLRG Kreisgruppe Lünen warnt: Das Eis ist trügerisch und oft noch nicht tragfähig. Die einfachste Regel: „Eisflächen auf Gewässern überhaupt nicht betreten. Die winterliche Natur lässt sich auch auf dem sicheren Ufer genießen“, schreibt Thomas Wiewiora, Sprecher der Kreisgruppe.

Die DLRG rät dringend zur Vorsicht und gibt Sicherheits-Tipps. Wichtig sei es, erst viele Tage mit starkem Nachtfrost abzuwarten, bevor man eine Eisfläche betritt.

Bei Seen sollte die Eisdecke 15 cm stark sein, damit das Eis betreten werden kann. Und trotz einer vermeintlich dicken Eisschicht könnten an verschiedenen Stellen Gefahren lauern: „Über fließendem Wasser wächst die Eisschicht langsamer als auf stehendem. Daher besteht besondere Gefahr an Zu- und Abflüssen, an Quellen im See und an bewachsenen Uferstellen.“ Dunkle Stellen im Eis bedeuten eine besonders dünne Eisschicht.

Warnzeichen Knistern und Knacken

Eine Schneeschicht auf dem Eis verhindere zusätzlich das Anwachsen der Eisschicht. Eine letzte Warnung gebe es, wenn beim Betreten ein Knistern oder Knacken zu hören sei. Dann reiche die Tragkraft nicht aus.

Personen , dem bleiben nur wenige Minuten Zeit, sich selbst zu retten. Das eiskalte Wasser verursacht schneidende Schmerzen und raubt dem Körper Muskelkraft. Die Unterkühlung im eisigen Wasser bedeute Lebensgefahr.

Einem zehnjährigen Kind wurde das am Dienstag (9. Februar) fast zum Verhängnis, als es im Wieckenbuschteich in Oberaden einbrach. Das beherzte Eingreifen mehrerer Anwohner verhinderte Schlimmeres. Er eilte mit einer Leiter zu Hilfe.

Verhaltenstipps, wenn man selbst im Eis einbricht:

  • Ruhe bewahren und laut um Hilfe rufen
  • Die Arme über der Oberfläche des Eises ausbreiten. Wenn möglich, soll man versuchen sich langsam und flach auf die Eisfläche zu schieben und kriechend das Ufer zu erreichen.
  • Dabei unter allen Umständen vermeiden, unter das Eis zu geraten.
  • Heftige Bewegungen unterlassen, da sie zu noch mehr Wärmeverlust führen.
  • Verunfallte sollen, sobald sie in Sicherheit sind, sofort einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen.

Verhaltenstipps, wenn jemand anders ins Eis einbricht:

  • Laut um Hilfe Rufen und sofort den Notruf (112) verständigen.
  • Unter Umständen weitere Personen vom Eis winken. Sie sollen sich im Liegen von der Einbruchstelle wegbewegen.
  • Das Eis wenn möglich nicht selbst betreten, sondern vom Ufer aus Rettungsmittel (Leiter, Ast, Seil oder Schal etc.) reichen.
  • Wenn eine Rettung so nicht gelingt und der Retter selbst aufs Eis muss: Eigensicherung nicht vergessen, zum Beispiel mit einer Leine.
  • Der Einbruchstelle soll man sich nur flach auf dem Eis liegend nähern. Um den Druck auf eine größere Fläche zu verteilen, Hilfsmittel verwenden, etwa einen umgedrehten Schlitten oder ein Brett.
  • Die Einbruchkante sollte, wenn möglich ebenfalls abgedeckt werden, damit sie nicht nachbrechen kann.
  • Dem Verunfallten unbedingt ein Hilfsmittel als „verlängerten Arm“ zureichen (Leiter, starker Ast, Stange, Leine, Schal). Wer dem Eingebrochenen die Hand reicht, könnte mit ins Wasser gezogen werden.
  • Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte muss der Gerettete vor weiterer Auskühlung geschützt, aber nicht aufgewärmt werden. Es besteht die Gefahr von Herz-/Kreislaufversagen. Der Körper solle flach gelagert und möglichst wenig bewegt werden. Beim Aussetzen der Atmung Herz-Lungen-Wiederbelebung einleiten.

Hunden nicht auf das Eis folgen

Hunde sollen laut DLRG in der Nähe von Gewässern an die Leine genommen werden. Bricht ein Hund im Eis ein, sollten Besitzer auf keinen Fall selbst auf das Eis gehen, um ihn zu retten. „Eis, das einen Hund nicht trägt, trägt erst recht keinen Menschen. Rufe Rettungskräfte mit geeigneter Ausrüstung über Notruf 112“, rät die DLRG.

Eisregeln der DLRG im Netz abrufbar

  • Alle Eisregeln findet man auch auf der Internetseite der DRLG Kreisgruppe Lünen (www.luenen.dlrg.de).
  • Dort sind die Regeln auch als Video abrufbar.

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