Ein Teil der Apotheker will an diesem Montag mit dem Ausstellen des neuen digitalen Impfnachweises starten. Dabei wird für vollständig Geimpfte ein QR-Code erstellt, der in Apps mit dem Handy verwendet werden kann. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Digitaler Impfpass: Serverprobleme bei Apotheken in Lünen und Selm

Seit Montag (14.6.) stellen Apotheken in Lünen und Selm den digitalen Impfpass aus. Das klappte nicht überall auf Anhieb. Zudem kam der erwartete Ansturm nur bedingt.

Wer am Montagmorgen mit langen Schlagen vor den Lüner Apotheken rechnete, lag falsch. Der erwartete Ansturm wegen des digitalen Nachweises für die Corona-Schutzimpfung kam nicht überall. Personen, die einen vollständigen Impfschutz vorweisen, können die Daten nun in der Corona-Warn-App oder der App Cov-Pass speichern lassen. Rund 1500 von 1800 Apotheken in Westfalen-Lippe führen diesen Service durch. Auf dem Portal www.mein-apothekenmanager.de finden Interessierte alle teilnehmenden Apotheken.

Keine Probleme in der Apotheke am Lippepark

Yahia Arabi, Leiter der Apotheke am Lippepark, berichtet von 32 Menschen, die im Laufe des Tages wegen des Impfnachweises für das Smartphone angefragt hätten. „Wir haben mehr erwartet“, sagt er gegenüber dieser Redaktion. Arabi ist sich aber sicher, dass in den nächsten Tagen und Wochen noch mehr Menschen kommen werden. Technische Probleme seien nicht aufgetreten.

Mehr Personen meldeten sich im Tagesverlauf bei der Bären-Apotheke von Dagobert Ullrich. Er schätzt, dass zwischen 50 und 100 Menschen seine Filiale mit dem digitalen Impfnachweis auf dem Smartphone verließen. „Ich hatte die Nachfrage in dieser Form erwartet“, sagt Ullrich. Erst am Nachmittag seien größere Probleme aufgetreten. Der Server war überlastet. Bis dahin habe das System gut funktioniert.

Obwohl Volker Brüning seine vier Apotheken in Lünen und Selm bestmöglich vorbereitet hatte, verlief der Start nicht nach Plan. „Wir konnten um acht Uhr morgens zum ersten Mal das Modul aufrufen. Zwischenzeitlich sah man dann aber nur einen schwarzen Bildschirm“, erzählt Brüning ebenfalls von Serverproblemen.

Die hohe Nachfrage habe sein Team aber trotzdem bewältigen können. „Wir sind diesen Andrang schon gewöhnt, da wir ja bereits die FFP2-Masken ausgegeben haben“, beschreibt der Inhaber. Um die technischen Probleme aufzufangen, habe man sich mit den Kundinnen und Kunden darauf verständigt, die Identität mit einem Ausweis zu überprüfen und dann den analogen Impfpass vor Ort zu behalten. „Teilweise konnten die Menschen das Impfbuch und den digitalen Nachweis heute schon wieder abholen“, führt er aus.

Serverüberlastung: System funktioniert bei Stephanus-Apotheke nicht

Mit mehr Problemen kämpfte die Stephanus-Apotheke in Selm-Bork. Leiter Torsten Heckenberg bat seine Kundinnen und Kunden, im Laufe der nächsten Tage wiederzukommen. „Bei uns war das System so überlastet, dass es nicht funktioniert hat“, führt er aus. Auch bei der Freischaltung seiner Apotheke habe es Probleme gegeben. Die Menschen hätten ihm dafür allerdings viel Verständnis entgegen gebracht. Der postulierte Ansturm sei ebenfalls ausgeblieben. Dementsprechend erlebten die Apotheken in Lünen und Selm einen durchwachsenen Start des digitalen Impfnachweises.

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