Die Vermessung von Lünen

LÜNEN Wolfgang Babilon hat eine gesunde Gesichtsfarbe. Wahrscheinlich liegt es daran, dass er so oft an der frischen Luft unterwegs ist. Der Vermessungsingenieur der Bezirksregierung Arnsberg durchquert das Lüner Stadtgebiet von Süden nach Norden, immer auf der Suche nach bestimmten Vermessungspunkten.

von Von Peter Fiedler

, 16.07.2008, 12:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vermessungsingenieur Wolfgang Babilon bestimmt mit Hilfe von  Satelliten-Technik Messpunkte, hier an der Lippe mit der Marienkirche im Hintergrund.

Vermessungsingenieur Wolfgang Babilon bestimmt mit Hilfe von Satelliten-Technik Messpunkte, hier an der Lippe mit der Marienkirche im Hintergrund.

„Es handelt sich um die Umstellung vom Gauß-Krüger-Koordinaten-System in der Gauß-Krüger-Abbildung auf das Europäische Terrestrische Referenzsystem (ERTS 89) in der Universalen Transversalen Mercatorprojektion, kurz UTM, dem einen oder anderen schon von Lagemeldungen aus der Bundeswehrzeit oder aus den Rettungsdiensten bekannt“, erklärt Peter Ross, Leiter Vermessung und Kataster beim Kreis Unna. Dem Laien sagt Ross damit zunächst einmal nichts. Oder aber zumindest so viel, dass jede Karte der Erdoberfläche auf einem Koordinatensystem aufbaut, das nach ganz bestimmten Regeln in der Ebene abgebildet wird.Das neue Koordinatensystem fußt auf zuvor definierten Stützpunkten. „Für den Kreis Unna mit 542 km² Fläche haben wir 2675 solcher Stützpunkte festgelegt, für die Stadt Lünen 368“, erläutert Ross weiter. Aufgabe von Vermessungsingenieur Wolfgang Babilon und seinen Kollegen ist es, die auf der Karte markierten Stützpunkte mit GPS-Daten zu hinterlegen und die Koordinaten dieser Punkte zu berechnen.

Da die zivil genutzte Variante des GPS nicht so exakt arbeitet wie die militärische, verbessert SAPOS die Messungen. Die Abkürzung steht für „Satellitenpositionierungsdienst der deutschen Landesvermessung“.Auf hochgenau bestimmten Referenzpunkten – in unserer Region in Hagen, Hamm, Haltern und Essen – werden parallel zur Vermessung vor Ort die gleichen Satellitendaten empfangen, Korrekturdaten ermittelt und per Handy an den Vermesser vor Ort übertragen. „So erhalten wir eine Genauigkeit von Plus/Minus zwei Zentimeter pro Punkt“, erklärt Peter Ross. Anders ausgedrückt: Die Abweichung ist nicht größer als eine Euro-Münze. 

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