Die Stille im Hallenbad

IM NORDEN Draußen sind 35 Grad. Die Stadt schwitzt sich hin und weg. Hully-Gully in den Freibädern – aber Paul Klein schlägt sich den Tag im Hallenbad um die Ohren. Abkühlung? Fehlanzeige. Das Wasser ist abgelassen. Angesagt ist das große Instandsetzen. Klar, Ferien.

von Von Karl-Heinz Knepper

, 02.07.2008, 13:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ihm macht das nichts aus, das mit dem fehlenden Wasser drinnen und der Hitze draußen, sagt Paul Klein. Ihm macht es Spaß, jetzt hier zu arbeiten. „Ich denke daran, wie sich die Besucher freuen, wenn hier alles fertig ist.“ Vier bis sechs Wochen könnten die Arbeiten dauern. Seit Montag ist das Hallenbad Altlünen dicht. Eine junge Mutter, die vor der Hallenbad mit ihrem Sohn auf einer Bank sitzt, gibt Nachhilfe in städtischen Angeboten. „Das Hallenbad ist zu, da brauchen Sie erst gar nicht hingehen.“

Schwimmer blinkt

Reporter Trotzig trottet weiter. Job ist Job. Die Tür ist auf. Der 25 mal zehn Meter große Schwimmer blinkt mit seinen blauen Fliesen und ohne Wasser leer und trostlos aus der Tiefe. Der zehn mal acht Meter großer Nichtschwimmer grüßt auf die selbe Art. Auch ihn hat man aufs Trockene gesetzt. „Am vergangenen Freitag und jetzt Montag haben wir die 750 Kubikmeter abgelassen“, sagt Klaus Wiedenhorst. Er ist Bademeister und Betriebsleiter. „Sagen Sie, was Sie wollen“, sagt der Bademeister und Betriebsleiter. „Wann kann das Hallenbad wieder geöffnet werden, Herr Betriebsleiter?“ „Genau kann ich das jetzt noch nicht sagen, aber spätestens zum Ende der Ferien, das klappt bestimmt“, sagt Wiedenhorst. Neben ihm steht Mike Grunweil. Mike ist Auszubildender der Bäder GmbH. Er will Fachangestellter im Bäderbetrieb werden. „Den Ausbildungsberuf gibt es noch nicht so lange. Na ja, es verändert sich eben alles“, sagt Wiedenhorst. Welche Arbeiten liegen im Hallenbad an? Das Übliche. Zum Üblichen gehören die Fliesen, die ausgewechselt werden müssen. Aber auch die Filter der Kesselanlage, die wieder gereinigt bzw. erneuert werden. Die wuchtige Kesselanlage im Keller, technische Herzkammer im Hallenbad Altlünen, wurde gecheckt und lieferte einen betrüblichen Befund: Die alte Pumpe hat ausgepumpt.

Das Echo hämmert

„Die Pumpe hat 30 Jahre lang funktioniert,“ sagt Betriebsleiter Wiedenhorst. „Na ja, einmal ist immer Schluss.“ Vor 30 Jahren wurde das Hallenbad eröffnet. Die Stille im Hallenbad haut einen um. Im Kopf hämmert das Echo vertrauter Geräusche. Der Lärm, das bunte Treiben, der Badespaß .… Geduld, Geduld.

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