Deutscher Käfer mit amerikanischer Vergangenheit

dzOldtimer-Serie

Bei Dr. Jürgen Püschel gab es den Durchbruch erst mit dem 70. Lebensjahr. Das Feuer der Liebe zu Oldtimern entzündete sich bei dem früheren Brambauer Hausarzt erst spät.

Lünen

, 18.03.2019, 12:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Zu meinem 70. Geburtstag habe ich eine Fahrt mit einem Jaguar E Cabriolet gewagt. Eigentlich war ich schon zu meiner Jugend- und Studentenzeit ein Cabrioletfan. Aber erst jetzt im Alter habe ich mir einen Oldtimer zugelegt“, erklärte der Mediziner während einer kurzen Spritztour mit seinem VW Käfer, Baujahr 1977.

Auch wenn bei seinem Gefährt schon einige Jahre beziehungsweise 87.000 Meilen, umgerechnet sind es rund 140.000 Kilometer, auf dem Tacho stehen, das Käfermodell 1303 mit 50 PS hat von seiner Schönheit nichts eingebüßt.

„Ehe ich den Wagen im September des letzten Jahres von einem Dortmunder Autohaus am Phönix See gekauft habe, wurde das aus Kalifornien importierte, aber in Deutschland produzierte Fahrzeug restauriert. Jetzt ist alles wieder erste Klasse und ich kann damit über die Straßen rollen. Aber nur im Sommer und an Sonnentagen“, so Dr. Jürgen Püschel weiter.

Deutscher Käfer mit amerikanischer Vergangenheit

Blinker auf dem Kotflügel gehören beim VW Käfer 13303 von Jürgen und Marita Püschel einfach dazu. © Foto: Michael Blandowski

Neuer blauer Lack, von der Vorfarbe Weiß ist nichts mehr zu sehen, rote Kunstledersitze, ein neues weißes Dach, aber noch mit manuellen Handgriffen zum Umklappen, Lemmerzleichtmetallfelgen, ein Auspuff - früher waren beim Käfer zwei Auspuffe üblich -, selbstverständlich der Motor im Heck des Fahrzeugs, ein Einspritzer, lediglich Trommel- statt Scheibenbremsen, einfache Handgriffe im Cockpit und am Schaltknüppel sowie stolze 50 PS unter der Haube. Ein Novum sind die Blinker auf dem Kotflügel. Alles hinterlässt einen Hauch von Nostalgie und erntet durchaus neidvolle Blicke bei anderen Autofahrern.

„Es ist halt alles etwas ruhiger im Auto, weniger Technik als heute, die Gemütlichkeit am Fahren steht hier im Vordergrund“, nennt Ehefrau Marita Püschel die Vorteile des schnuckeligen Käfers.

Deutscher Käfer mit amerikanischer Vergangenheit

Der Oldtimer VW Käfer 1303, Baujahr 1977, von Jürgen und Marita Püschel ist ein echter Blickfang und sorgt für Begeisterung auf der Straße. Rote Polster gehören einfach dazu. © Foto: Michael Blandowski

Der Blinker auf dem Kotflügel, eine Tachometeranzeige in Meilen, viersitzig und ein weiches Rollerdach beim Aufklappen des Verdecks geben dem VW Käfer eine amerikanische Note, anders als zur damaligen Zeit auf den bundesdeutschen Autobahnen üblich.

„Selbstverständlich ist mein Käfer mit einem H-Kennzeichen für Historie ausgestattet. Darüber hinaus ist der Wagen das ganze Jahr angemeldet. Trotzdem fahre ich versicherungstechnisch und steuerlich sehr günstig“, freut sich Dr. Jürgen Püschel über die Sparsamkeit seines Oldtimers.

Nach Mecklenburg-Vorpommern und nach Italien zum Gardasee möchte das Ehepaar Püschel mit dem Käfer fahren.

Deutscher Käfer mit amerikanischer Vergangenheit

Der Oldtimer VW Käfer 1303, Baujahr 1977, von Jürgen und Marita Püschel ist ein echter Blickfang und sorgt für Begeisterung auf der Straße. © Foto: Michael Blandowski

„Los geht es von Lünen bis nach Düsseldorf, danach geht es für mein Cabriolet auf den Autozug bis nach Innsbruck. Danach runter und ab auf die Piste bis zum Gardasee. Das wird eine echte Feuertaufe für mein Cabriolet“, hofft der 70-jährige Arzt auf einen hohen Wohlfühlfaktor.

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