Die Wirtschaftsbetriebe Lünen musste ihre Winterdienst-Strategie ändern. Auf Facebook gibt es trotzdem weiter Ärger. © Sylvia vom Hofe
Meinung

Der Lockdown-Frust entlädt sich auf die Wirtschaftsbetriebe Lünen

Schlecht geräumte Straßen sind ein Ärgernis, findet unser Autor. Allerdings kein Anlass, jemanden zu beleidigen. Gerade in der Pandemie entbehrt der Hass im Netz nicht einer gewissen Ironie.

Wir befinden uns im Lockdown und sollen möglichst wenig in der Weltgeschichte herumreisen. Also sollten uns schlecht befahrbare Straßen nicht sonderlich aufregen. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Offenbar hat sich bei manchem Nutzer des sogenannten Sozialen Netzwerks Facebook in den vergangenen Wochen eine Menge Frust aufgestaut. Anders ist es kaum zu erklären, dass täglich immer wieder Posts in Lüner Gruppen auftauchen, in denen Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe Lünen beleidigt werden. Dass man deren Erklärungen und die Faktenlage dabei ignoriert, ist ja auf Facebook normal.

Was überrascht, ist die Massivität, mit der die Angriffe vorgetragen werden. Gäbe es reihenweise Massenkarambolagen und schwere Verletzungen, wäre das ja vielleicht noch zu verstehen. Aber mit Blick auf die Tatsache, dass wir es mit einem zeitlich begrenzten Phänomen in einer räumlich begrenzenden Pandemie zu tun haben, muss die Frage erlaubt sein: „Geht‘s noch, Leute?“ Klar: Der Winterdienst ist nicht so optimal gelaufen. Das haben die WBL auch gemerkt und wollen bis Samstag nacharbeiten. Allerdings ist der Wintereinbruch auch eine Situation, mit der man nicht unbedingt rechnen konnte. Sollte uns das in einem Jahr exakt so nochmal passieren, bin ich ziemlich sicher, dass wir alle besser vorbereitet – und wesentlich entspannter – sind.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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