Der Treppenlift an den Gleisen 3/4 soll Barrierefreiheit gewährleisten. Er ist aber defekt. © Görlich
Barrierefreiheit

Defekter Treppenlift am Hauptbahnhof Lünen wird zum Sorgenkind

Ein Treppenlift am Lüner Hauptbahnhof ist vermutlich schon länger defekt. Nach dem Wirrwar um die Zuständigkeit, kommt nun Bewegung in die Sache. Es scheint aber Probleme zu geben.

Es ist ein Ärgernis für alle, die mit Treppen ihre Schwierigkeiten haben: Menschen im Rollstuhl, Mütter mit Kinderwagen oder Seniorinnen und Senioren mit Rollator: Der Treppenlift zu den Gleisen 3/4 am Hauptbahnhof in Lünen ist defekt. Nun soll er repariert werden – allerdings übernimmt nicht die Deutsche Bahn die Verantwortung dafür.

Von der Stadt errichtet

Der Treppenlift wurde Anfang der 2000er-Jahre beim Umbau des Busbahnhofs (ZOB) durch öffentliche Fördermittel finanziert und installiert. Zuständig für den Einbau war die Stadt Lünen. Weil die Stadt somit auch Eigentümerin des Liftes ist, fühlt sich die Deutsche Bahn für eine Instandsetzung nicht verantwortlich.

Bei der Stadt liegt die Verantwortung des Liftes bei der Abteilung „Vermessung“, wie Stadtsprecher Alexander Dziedeck unserer Redaktion erklärt. Warum handelt die Stadt dann bei einem defekten Treppenlift nicht? „Wir wussten nichts davon“, sagt Dziedeck.

Das Bedienteil des Treppenliftes fehlt. © Görlich © Görlich

Üblicherweise würde die Stadt bei Problemen mit dem Lift von der AWO-Radstation, dessen Personal den Lift bedient, informiert. „Das ist nicht passiert“, so der Stadtsprecher. Daher habe die zuständige Abteilung auch noch keinen Reparatur-Auftrag erteilen können.

„Bereits vor Monaten gemeldet“

Dem widerspricht die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die den Treppenlift betreut. „Der Schaden wurde bereits vor Monaten sowohl an die Stadt als auch an die Deutsche Bahn gemeldet“, erklärt Sprecherin Anna Gemünd nach Rücksprache mit dem Betriebsleiter der Radstation.

Die Deutsche Bahn habe auf die Meldung sogar reagiert: Weil eine Modernisierung des Bahnhofs ohnehin bevorstünde, sehe das Unternehmen aktuell keinen Handlungsbedarf. Im Jahr 2023 soll auch der Bereich der Gleise 3/4 einen Aufzug erhalten.

Bis zum Umbau will die Stadt allerdings dafür sorgen, dass der Treppenlift wieder benutzt werden kann. Die Reparatur werde umgehend beauftragt, hieß es von der Stadtverwaltung. Wann ist mit einer Instandsetzung zu rechnen? „Das wird zeitnah geschehen“, verspricht Alexander Dziedeck.

Ob das allerdings tatsächlich möglich ist, scheint nach Informationen unserer Redaktion fraglich. AWO-Sprecherin Anna Gemünd berichtet von einem Gespräch zwischen dem Betriebsleiter der Radstation und dem Techniker einer Fachfirma. Der soll berichtet haben, dass der Lift nicht reparabel ist, weil die Technik mittlerweile veraltet sei.

Das Bedienteil des Liftes, das durch Vandalismus von einem Kabel gerissen wurde, kann somit vermutlich nicht einfach ersetzt werden. Ein Neubau wird „zeitnah“ wohl eher nicht zu realisieren sein.

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1989 im Ruhrgebiet geboren, dort aufgewachsen und immer wieder dahin zurückgekehrt. Studierte TV- und Radiojournalismus und ist seit 2019 in den Redaktionen von Lensing Media unterwegs.
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