Neubauten wie hier auf der Ex-Mercedes-Fläche sollen beim Bauverein der Vergangenheit angehören. © Bauverein Lünen
Meinung

Das Umdenken beim Bauverein kommt rechtzeitig

Der Neubauboom der vergangenen Jahre hat zumindest für den Bauverein zu Lünen ein Ende. Stattdessen will man in den Bestand investieren und den sanieren. Der richtige Weg, findet unsere Autorin.

Der Bauverein zu Lünen denkt um. Statt in große Neubauprojekte zu investieren will man den eigenen Bestand CO2- und damit klimaneutral umbauen. Bei jüngeren Gebäuden wird das schneller gehen als bei älteren, auf ganz alte Häuser wird bald der Schatten der Abrissbirne fallen.

Dieses Umdenken kommt zur rechten Zeit. Es ist nämlich nicht nur der Klimaschutzgedanke, der hier zählt. Mit Blick auf steigende Energiepreise kommen die Maßnahmen auch den Mietern zugute. Selbst wenn die Kaltmiete geringfügig steigt – die Nebenkosten werden schon durch bessere Dämmungen und die einhergehenden geringeren Heizkosten sinken. Unterm Strich zahlt der Mieter so über die Jahre gerechnet dasselbe.

Auch die Wohnqualität wird sich verbessern – größere Balkone soll es genauso geben wie dreifach verglaste Fenster, die Lärm stärker draußen halten.

Sanierungen oder Neubauten im Bestand beugen aber auch dem Flächenfraß der Neubaugebiete vor. Aus zweigeschossigen Gebäude können leicht welche mit drei Geschossen werden. Aus kleinen Räumen werden große – was heute gefragt ist. Auf großen Grundstücken können Sickergruben für Regenwasser entstehen – was auch der Tierwelt hilft.

Statt unbewohnbare Leerstände zu produzieren und Geistersiedlungen zu schaffen, wird daher umgedacht. Selbst bei steigender Pflegebedürftigkeit im Alter können alte Nachbarschaften lange Bestand haben, wenn barrierefrei umgebaut wird. Der genossenschaftliche Verein agiert damit anders als die Heuschrecken in Berlin. Er kommt seiner gesellschaftlichen Verantwortung nach.

Über die Autorin

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