Das „Kult-Mopped“, das ein Geburtstags-Geschenk war

dzOldtimer-Serie

Als Jugendlicher durfte er keine Zündapp fahren. Dann gingen die Jahre ins Land. Erst als Jens Eggert einen runden Geburtstag feierte, wurde der Traum vom „Mopped“ wahr.

Brambauer

, 04.02.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jens Eggert aus Brambauer hütet seine „Zündapp KS 100“, Baujahr 1971, wie einen Schatz. Schon seit 17 Jahren ist sie in seinem Besitz. Das „Mopped“, wie man im Ruhrgebiet sagt, war ein Geschenk seiner Frau Gerda und seiner Tochter Sandra zum 50. Geburtstag.

„Ich bin ein echter Fan von Zündapp. In der Jugend gab es für mich einfach keine Zündapp. Danach, ab dem 18. Lebensjahr, hatte ich ein Auto. Erst als ich 45 Jahre alt war und mein früherer Arbeitskollege Helmut Hinz eine Zündapp hatte, war ich wieder Feuer und Flamme und wollte unbedingt so ein Ding haben“, erzählt Jens Eggert.

Für 1000 Deutsche Mark

Tochter Sandra und Ehefrau Gerda machten Nägel mit Köpfen und kauften das Moped für 1000 Deutsche Mark. Es war das perfekte Geburtstagsgeschenk.

Das brillantblaue Moped, mit 10 PS, hat längst Kultstatus: Ochsenaugen (Blinker) im Lenker, durchgehende Sitzbank, Kickstarter, Fünfgangfußschaltung und der Durst nach Zweitaktgemisch als Kraftstoff sind die charakteristischen Merkmale.

Das „Kult-Mopped“, das ein Geburtstags-Geschenk war

Gerda und Jens Eggert zeigen voller Stolz ein Fotoalbum. Die Bilder dokumentieren die große Leidenschaft für die Zündapp. © Foto: Michael Blandowski

„Mein Mann hat das Moped komplett auseinander genommen, repariert, lackiert, verchromt und dann wieder zusammengebaut“, freut sich Gerda Eggert über den Arbeitseifer ihres Mannes. Eine Wertsteigerung ist der Lohn.

Austausch mit anderen Zündapp-Fans

„Die Arbeiten habe ich teilweise im Wohnzimmer durchgeführt. Damals, als ich sie geschenkt bekam, fuhr die Zündapp noch, aber sie war halt nicht mehr so schön. Es musste also nachgelegt werden“, berichtet der stolze Besitzer.

Um an Teile zu kommen, war Eggert kein Weg zu weit. So besorgte er eine Schürmann-Speichenfelge in Bremerhaven oder stöberte auf Teilemärkten. Mit anderen Fans tauscht er sich in der „Zündapp Zweitakt-IG“ aus.

Das „Kult-Mopped“, das ein Geburtstags-Geschenk war

Die restaurierte „Zündapp KS 100" in ihrer ganzen Pracht. Sie darf im Haus parken. Fast wie ein Familienmitglied. © Foto: Michael Blandowski

Die „Geburtstags-Zündapp“ ist nicht die einzige im Fuhrpark des heute 67-jährigen Rentners. Im Keller wartet noch ein weiteres Schätzchen, eine „Zündapp KS 50 Super“, Baujahr 1975, das Schwestermodell mit nur 2,9 PS, aber fast identischer Bauweise.

„Das edle Stück habe ich vor knapp 15 Jahren für einen Kasten Bier erworben. Eigentlich sollte sie als Ersatzteillager für die große Maschine dienen, aber jetzt mache ich weiter und restauriere auch mein zweites Moped“, erklärt Jens Eggert mit einem fast fertiggestellten Motor in den Händen.

Nur bei schönem Wetter

Jetzt, in den Wintermonaten, ist also wieder fleißig Arbeit angesagt. In der warmen Jahreszeit möchte der Hobbybastler mit den beiden Mopeds wieder für Aufsehen im Straßenverkehr sorgen. Gefahren wird aber nur bei trockenem und schönem Wetter.

Wir stellen in unserer Serie Oldtimer und ihre Besitzer aus Lünen vor. Wenn Sie auch ein altes Schätzchen in der Garage oder der Scheune stehen haben, melden Sie sich gerne bei uns: lokalredaktion.luenen@ruhrnachrichten.de
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